Schuldig – so oder so

Wir folgen dem Gottesdienst in unserer Gemeinde virtuell. Er ist sehr schön und ansprechend. Die Predigt über Zachäus und Jesus stimmt nachdenklich. Sie enthält unter vielem anderen auch den Appell gezielt einzukaufen und Produkte zu meiden, die aus Kinderarbeit oder Ausbeutung resultieren. Das ist einerseits verständlich, denn wer will schon Kinderarbeit fördern? Andererseits fördert man dadurch Armut und Hunger in den Familien in denen die Kinder die einzigen Verdiener sind. Ich will damit keinesfalls zum „Weiter wie bisher“ aufrufen, nein, aber ich will mir immer bewusst sein, dass ich so oder so schuldig werde. Wissen was zu tun wäre, scheint gar nicht so schwer: Produkte zwar in den fernen Ländern herstellen aber nur unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen, Erwachsenenarbeit und angemessenem Lohn. Ich höre den Aufschrei: „Und der C02-Ausstoß beim Transport?!“ Ich frage zurück: „Und die Not durch Arbeitslosigkeit dort?!!“ Die Thematik ist zu komplex für schnelle Lösungen. Wenn wenigstens die Bereitschaft Wege zu finden da wäre – doch daran mangelt es schon. Wie Putin für seine persönliche Macht vor nichts zurückschreckt, sind die Profiteure zu allen Schandtaten für ihren persönlichen Gewinn bereit. Der Mensch ist im Grunde seines Herzens gut? Welch ein fundamentaler Irrtum! So bleibt mir nur mich irgendwie durchzuwurschteln, wohl wissend um meine Einflusslosigkeit. Dann ist so ein schlicht gestrickter Boykottgedanke wohl doch nicht so daneben – er beruhigt das Gewissen (wenn man nicht weiter denkt). – Also flüchte ich mich virtuell an die norditalienischen Seen und in einen Krimi aus Frankreich. Alles ist gut 😢😇. Es wird mittelspät.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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