Der Tag danach …

… beginnt mit ausschlafen. Das hebt die Stimmung schon am Morgen. Wunderbar. Ein letztes Mal gönne ich mir ein Brötchen bevor ich morgen mit dem trockenen Knäckebrot mein übliches Frühstücksmahl fülle. Ich lese wieder die Zeitung, die ich im Urlaub arg vernachlässigt hatte. Das Turnen fällt heute noch flach aber die Morgenandacht erhält wieder ihr Alltagsniveau. Meine Allerliebste nimmt sich des ersten Koffers mit der Schmutzwäsche an und ich bereite mich geistig moralisch auf das Fensterputzen vor. Das große Wohnzimmerfenster ist immer am unhandlichsten und erfordert mancherlei Verrenkungen. Aber mit dem Fenstersauger von Kärcher geht das Putzen recht gut von der Hand. Heute schaffe ich zehn von dreizehn Scheiben und morgen warten noch die restlichen drei auf mein Eingreifen 🤨🤔. – Ganz nebenbei habe ich auch unsere Technik wieder an ihren Plätzen verstaut, sogar die Abendandacht gelingt nach dem langen urlaubsbedingten Ausfall. Mir wird immer verborgen bleiben, weshalb ich im Urlaub mit aller Zeit der Welt keine Gelegenheit zur Abendandacht finde. Muss wohl ein tiefes Geheimnis darin verborgen sein 😉. – Die Soko Wismar ist interessant, eine nette Unterhaltung am Vorabend. Ansonsten verfolge ich drei Flugzeugunglücksfälle, zwei gehen gut aus, einer völlig schief. Zwischendrin noch ein oder zwei YouTube-Storys im altbekannten Strickmuster, ein Lebenslauf von Meister Nadelöhr samt Pittiplatsch dem Lieben, zwei Berichte aus den USA und ein ganz klein wenig den Zauber rund um die Sonnenfinsternis. Meine Zeit, okay, es wird dunkel – aber das wird es jeden Abend – ein natürliches Phänomen, das leicht zu erklären ist. Erstaunlich wie viel Menschen sich davon faszinieren lassen. Aber sollen sie doch – viel wichtiger wäre es aber für sie den Schöpfer persönlich kennenzulernen, der hinter all dem steckt. Nun denn … Es wird spät dafür ist der Schlaf mies und unterbrechungsreich. Das ist nicht schön. Seufz.

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Wir fahrn, fahrn, fahrn …

Das Smartphone muss um sechs Uhr morgens nicht herumtönen, wir sind bereits wach. Seufz. Die letzten Sachen wandern in den kleinen Koffer, dann stellen wir ihn und den großen vor die Kabinentür. Wir machen uns reisefertig und begeben uns zum Frühstück. Dann heißt es warten bis die avisierten Busse eintreffen. Nummer zwei kommt zuerst – wir sind natürlich Nummer eins. Also üben wir uns in Geduld. Schließlich erscheint auch unser Fahrzeug, die Koffer werden verstaut, auf einer Seite lassen sich die Gepäcktüren nicht öffnen und während der Fahrt piepst in regelmäßigen Abständen ein Warnsignal, das den Fahrer offensichtlich kein bisschen interessiert. Nur wir schrecken immer wieder aus dem Viertelschlaf auf. Ist wohl nicht mehr der Jüngste, unser Bus. – Nach einer guten Stunde lassen wir die Hälfte der Mitfahrer in der Nähe des Kölner Bahnhofs aussteigen, wir dagegen werden erst später beim Parkservice abgesetzt. Die PKW-Übergabe verläuft völlig unproblematisch, wir verabschieden uns von unseren wirklich liebenswerten, freundlichen Tischgenossen, kaufen nebenan noch Reiseverpflegung ein und düsen los. Unterwegs müssen wir Strom tanken und ich lerne wie vorteilhaft es wäre, wenn ich vorher auf die Leistungsfähigkeit der Ladesäule achten würde. So wechsle ich nach dem Lunch noch kurz zu einer mit deutlich höherer Ladekapazität. When will I ever learn? Seufz. – Nur wenig später überfällt mich auf der Autobahn eine Müdigkeitsattacke massiver Stärke. Also suchen wir uns abseits des Verkehrs ein schattiges Plätzchen und nicken tatsächlich weg. Toll! So richtig erholt geht es dann weiter, Kilometer für Kilometer, an einem entstehenden Böschungsbrand mit viel Qualm auf der Gegenfahrbahn vorbei, der wenig später zur Vollsperrung führen wird. Nicht weit vor unserer heimatlichen Ausfahrt will uns ein Audi-Cabrio-Fahrer rammen, überlegt es sich aber noch rechtzeitig und kehrt zurück auf seine Spur. Lieber, großer Gott, hab Dank für die Bewahrung!!! Schließlich können wir auf der Landstraße noch einem PKW ausweichen, der die Kurve schneidet, uns jedoch im letzten Augenblick noch bemerkt. Glücklich, dankbar und tief durchatmend erreichen wir endlich unser Heim. Gott sei Lob, Preis und Ehre! – Der Rest ist Ankunftsroutine. Das Auspacken sparen wir uns für morgen auf. Ich genieße noch eine Fertigsuppe bis ich voller Müdigkeit in mein heißgeliebtes, langvermisstes Seniorenbett falle. Gute Nacht!

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Winningen

Wir wachen auf und sind in Winningen – oder wenigstens kurz davor. Die Ortserkundung lässt einen zwiespältigen Eindruck zurück. Ja, die grünen Weinranken, quer über die Gassen, erfreuen das Auge, die sehenswerten, eingestreuten, historischen Gebäude verleihen dem Örtlein ein paar Ansätze von Charme – doch der Eindruck eines menschenleeren, fast ausgestorbenen Ortsbildes, bis auf die an den Händen abzählbaren Touristen, ist mehr als prägend. Wir wandern durch die leeren Straßen, passieren das Geburtshaus von August Horch, dem Gründer der Horch-Audi-Werke, finden einen leider verschlossenen alten Friedhof mit einem netten Sinnspruch über dem Tor und, man staune, einen geöffneten Supermarkt, der unsere Wasserversorgung komplettiert. Schließlich laufen wir entlang einer Bundesstraße zurück zur Rhein Prinzessin. Nun ja. – Am Nachmittag vervollständige ich mein Tagebuch, die Reise klingt in der Panorama-Lounge aus, denn das Sonnendeck ist intensivster Sonnenbestrahlung ausgesetzt. Gegen Abend packen wir, seufz, seufz, seufz, unsere Koffer und bereiten uns geistig-moralisch auf die morgigen Heimreise vor. Schön war’s. Länger hätt’s dauern können, es ist wie es ist. – Nach dem Dinner packen wir unsere Koffer und gehen so der letzten Nacht an Bord entgegen. Doch vorher besuchen wir noch die Panorama-Lounge und mit einem Calvados, gefolgt von einem Gläschen Pino Grigio verabschieden wir uns schweren Herzens schon jetzt von unserem Urlaubsdomizil. Die letzte Nacht in der Kabine ist viel zu kurz, der Schlaf viel zu schlecht, denn das Wissen um viel zu frühes Aufstehen macht mich wie gewohnt fertig. Sei’s drum.

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Bernkastel-Kues

Nach dem Frühstück verlassen wir den Kuss-Ort von Mosel und Saar und schippern die Mosel hinunter bis Bernkastel-Kues, dem „Disney-Moselort“ (wie auch Cochem). Auf der Fahrt gibt es Ausschiffungshinweise, seufz, es ist schon wieder so weit, übermorgen wirft man uns von Bord. Natürlich legen wir wieder auf der falschen Moselseite an und müssen erst zur Brücke wandern, diese erklimmen und den Fluss überqueren. Gleich danach erwarten uns aber die malerischen Gassen von Bernkastel. Viele sind es nicht, doch wir Touristen finden alle darin Platz, sogar ohne großes Gedränge, wiewohl es, zugegeben, ein wenig eng zugeht 😉😇. In einem kleinem Bistro am Rande probiere ich meinen ersten Moselwein auf dieser Reise, vorsichtshalber als Schorle. Gar nicht so schlecht. Wir lassen uns sowohl von den altehrwürdigen Gebäuden, von den unterschiedlichsten uns passierenden Mitmenschen und den vielfältigen Geschäftsangeboten, Sonntag hin oder her, beeindrucken. Faszinierender Rummel. Auf einer Bank mit Moselblick treffen uns sogar ein paar erfrischende Regentropfen, die sich nur vereinzelt aus ihrer Wolke heraustrauen. Mal kommen ein paar mehr, dann trifft uns nur ab und an ein Einschlag bis sie es gänzlich aufgeben. Immerhin ist die Luft etwas kühler und frischer geworden, das lässt durchatmen. – Vor dem Dinner stellt sich die Crew vor, allein der Kapitän fehlt, denn er hat bald eine Nachtfahrt vor sich, die er ausgeruht antreten will – was ich nur unterstützen kann😉. Unsere Mannschaft stammt weit überwiegend aus Myanmar. Da fliegen die Mädels und Jungs um die halbe Welt, um schließlich auf deutschen Flüssen hin und her zu schippern. Irgendwie verrückt. Dass der Hoteldirektor die Namen seiner Untergebenen „mühsam“ ablesen muss, hinterlässt nicht den besten Eindruck. -Schließlich begeben wir uns zum festlichen Dinner, das sich jedoch nur unwesentlich (die Speisekarte ist größer) vom normalen unterscheidet. Dann ist das so. Lecker ist es allemal. Da mein Magen irgendwie nicht unbedingt Zufriedenheit ausstrahlt, halte ich mich beim Abendprogramm lieber zurück und lasse den Tag in der Nähe unserer Keramikabteilung ausklingen. Ansonsten fällt der Schlaf relativ zufriedenstellen aus, während der Kapitän in der Nacht moselabwärts cruist. Der Arme. Ist halt seine Berufswahl.

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Auf der Saar bis Konz

Wir sind den ganzen Tag bis zum frühen Nachmittag auf der Saar unterwegs. Erneut passieren alle uns bekannten Ortschaften, unterqueren ein paar sehr niedrige Brücken und müssen uns ziemlich ducken. Die schmale Saarschleife erleben wir auf dem Sonnendeck. Sie muss sich keinesfalls hinter ihrem so bekannten Pendant, der Mosel, verstecken. Eindrucksvoll. Echt. Der typische bayerische Frühschoppen darf auf dieser Reise selbstverständlich nicht fehlen mit Weißwürsten, Leberkäs‘, Schweinsbraten, Sauerkraut, Krautsalat und süßem Senf. Zum Glück gibt es für überzeugte Norddeutsche wie mich auch die scharfe Version. ‚Süß‘ und ‚Senf‘ passt mir überhaupt nicht. Meine Mitreisende dagegen schätzt ihn sehr. Nun ja. – Lunch fällt für uns wegen Platzmangels im Verdauungsorgan aus, während der Speisesaal, so wird uns berichtet, fast ganz gefüllt ist. Wo essen meine Schiffsgenossen das hin, frage ich mich. Haben sie einen Zweitmagen für übermäßigen Nahrungsanfall? Wer weiß das schon? – Wir passieren quasi nebenbei die Schleuse mit dem größten Hub in Deutschland (oder gehört sie nur zum Triumvirat der Hubhöchsten?) und biegen nach einer superniedrigen Brücke wieder in die Mosel ab. In Konz legen wir an einem offensichtlich beliebten Rad-/Fußgänger-/Uferweg an. Wir spazieren ein bisschen herum, der Besuch der sogenannten Stadt soll sich nicht lohnen, hören wir gerüchteweise. So genießen wir das Wetter am Moselufer, stets auf Schattensuche, finden eine adäquate Bank bis wir endlich zurück zum Kahn schlendern. Dort verbringen wir einen gemütlichen Abend in der Panorama-Lounge, denn draußen frischt es etwas auf. Die Nacht gestaltet sich wie gewohnt.

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Saarburg und Merzig

Wir finden uns in Saarburg wieder. Ein wunderschönes Städtchen, das einen Besuch allemal wert ist. Meine Mitreisende ist total begeistert. Ich kenne nur die Außensicht, denn ich bleibe an Bord. Aber schon von außen betrachtet ist das Städtchen eine echte Schönheit. Die Burgruine, die alles überragt, muss mal eine imposante Festung gewesen sein. Die große katholische (natürlich 😉) und die kleinere evangelische Kirche sind irgendwie typisch für die Landschaft. Mitten im Ort gibt es einen Wasserfall, wie mir meine Allerliebste berichtet und auf Fotos zeigt. Malerisch. Bei der Abfahrt muss sich unsere Rhein-Prinzessin ganz tief ducken. Das Sonnendeck ist wieder voll platt und so passen wir gerade so unter der Brücke durch. – Einen kurzen Ausflüglerausladestopp gibt es in Mettlach, dem Stammsitz von Villeroy & Boch in einem ehemaligen Benediktinerkloster. Am anderen Ufer in Keuchingen (kein Ort für Asthmakranke 😉) grüßt uns ein Schlösschen auf dem Weg. Netter Anblick. Weiter geht es nach Merzig. Wir kommen kurz vor dem Dinner an. Unsere wanderfreudigen Tischgenossen berichten später, dass es ein nicht ganz so sauberes Städtchen sein soll. Ich kann das nicht beurteilen, sehe aber bei einem kleinen Spaziergang, dass es dort einen großen Park mit vielerlei Spielangeboten für Kids gibt, außerdem eine Salzsaline zum befreiten Durchatmen. Offensichtlich scheinen die Merziger gut im Feiern zu sein, denn am Ufer der Saar ist, kurz vor unserem Liegeplatz, ein vielbesuchter „Strandclub“ mit Liegestühlen, Alkoholangeboten und lautstarker musikalischer Begleitmusik aufgebaut. Wir kämpfen uns durch die Massen 😉 zu unserem Boot durch, begeben uns aufs Sonnendeck und genießen die vom Veranstalter spendierte Flasche Sekt, begleitet von lautstarker Musik aus den Bordlautsprechern. Da geht die Seniorenpost ab 😁. – Zurück in unserer Kabine habe ich auf dem Balkon noch ein nettes Gespräch mit Spaziergängern, die sich fragen was wir hier auf der Saar so machen 🤔, kommen vom Hölzchen zum Stöckchen bis zum Austausch über Kreuzfahrten allgemein. Wir liegen halt an einem vielbegangenen Fluss-Fuß-Weg. Mit zunehmender Abendkühle retiriere ich unsere Kabine. Es wird spät und der Schlaf ist recht okay. Wie üblich.

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Grevenmacher

Wir sind in Luxemburg angekommen und liegen direkt neben einem Schwimmbad. Den Vormittag nutzen wir für die Morgenandacht, mein Tagebuch und genießen die Sonne. Letzter hält sich zurück und so ist es heute erträglich. Um die exponentielle Gewichtszunahme ein wenig im Griff zu behalten, beschränke ich mich beim Lunch auf eine Tomatensuppe und, seufz, einen Eisbecher als Dessert. Selbst das wenige ist zu viel. – Gegen vierzehn Uhr startet unsere Tour ins Müllerthal, der Luxemburger Schweiz. Eine perfekte Reiseleiterin füttert uns massiv mit, zugegeben, interessanten Informationen rund um Luxemburg, dem Müllerthal, der Weißen und der Schwarzen Ennz, der Sauer und der Mosel. Übrigens verläuft die deutsch-luxemburgische Grenze an Flüssen nicht in deren Mitte, denn der Fluss gehört beiden Ländern – die Grenze verläuft jeweils am Ufer des anderen Landes. Wir durchqueren eine sehr urtümliche Landschaft, Schweiz halt, mit imposanten Felsen, wunderschönen Wanderwegen und pausieren an einem Tourismuszentrum mit Shop, Bistro und Glamping in halbrunden Holzhäuschen. Eine riesige Spiellandschaft, bevölkert mit begeisterten Kindern, rundet das Ensemble ab. Pünktlich zum Dinner sind wir wieder auf dem Kahn, um ja nicht die Bauchumfangsförderung zu versäumen. Die Angst vor der heimischen Waage wächst 😉🤔. Nach dem Dinner biegen wir in die Saar ab und nähern uns einer Brücke von ansehnlicher Tiefe. Das Sonnendeck wird vorher platt gemacht, Sonnenschutz hinlegen, alle Geländer umlegen, Liegestühle zusammenklappen, kurz eine plane Fläche schaffen. Nur so passen wir durch. Faszinierend. Das Cruisen mit so einem großen Hotelschiff auf der aufgestauten aber nicht sehr breiten Saar ist schon ein besonderes Erlebnis. Ich genieße es vom Balkon aus. Abends lauscht meine Allerliebste einem gelungenen Abba-Abend der Gastkünstlerin während ich dem Kapitän bei einer nicht weniger faszinierenden Schleusenein- und -ausfahrt zusehe. Der Junge versteht sein Fach. Den Abend lasse ich auf dem Balkon ausklingen bis die Rheinprinzessin ihren nächtlichen Liegeplatz erreicht und es empfindlich kühl wird. Ein beeindruckender Tag. Der Schlaf ist nicht ganz so überzeugend mit etlichen Unterbrechungen. Das Alter fordert sein Recht. Immer diese Rechthaberei! Seufz.

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Schweich

Am Morgen finden wir uns in Schweich wieder. Eigentlich wollten wir am Nachmittag per Bus nach Trier aber der Transfer entfällt mangels Mitreisenden. Dann schauen wir uns halt mal Schweich an. Zum Frühstück komme ich in einem leeren Restaurant an. Es wurde eine halbe Stunde vorverlegt und ich hab’s übersehen. Ein netter Ober serviert mir freundlicherweise trotzdem einen Pott Kaffee und drei Croissants, sogar Butter dazu. Genau genommen viel zu viel für mich aber wenn er schon so freundlich ist, will ich ihn nicht enttäuschen 😇. Bei der Gelegenheit lege ich gleich meine Wünsche zu Lunch und Dinner fest. – Später schauen wir der Schiffscrew beim Nachschubbunkern zu. Ganze Paletten werden, nicht wie bei der Seeschifffahrt in Gänze, sondern Karton für Karton, Stück für Stück, Kasten für Kasten von Mann zu Mann weitergereicht. Eindrücklich. – Schließlich ist es Zeit Schweich zu erkunden. Welch ein langweiliges Städtchen. Auf dem Stadtplan entdecke ich einen alten jüdischen Friedhof nur eine Viertelstunde entfernt. Wir machen uns auf den Weg. Trotz Schatten ist es drückend heiß, zu unserem Glück weht uns ab und an ein frisches Lüftlein entgegen. Ich bin viel zu bereit aufzugeben aber je weiter ich vorankomme, desto blödsinniger wäre es das Handtuch zu werfen. St. Nikolaus bietet uns zwischendurch eine erfrischende, kühlende Pause in seinen alten Kirchenmauern. Ein netter Kirchenbau, nicht überladen aber mit sehenswerten Akzenten. Mühsam gehen wir wenig später, wir wollten es so, Schritt für Schritt auf unser Ziel zu. Endlich kommen wir an. Mir graut jetzt schon vor dem Rückweg. Der jüdische Friedhof ist verschlossen aber wir können gut über die Hecke schauen. Nun ja, ein paar Grabsteine, etwas Rasen dazwischen, leicht interessant, als „touristische Destination“ aber nur der Mühe wert, wenn Kalorienverbrauch auf dem Weg dem Ziel, quasi als Bonus, zugerechnet wird 😉😀. Wie es nun einmal ist so auf dieser Erde müssen wir die ganze Strecke noch einmal bewältigen, diesmal glücklicherweise bergab. Ganz unten, fast am Fluss, können wir im Supermarkt noch den Wasserbedarf für die restliche Reise ergänzen und erreichen voll geschafft (wenigstens ich) unsere Prinzessin. Wer immer die Dusche erfunden hat dem sei jetzt von ganzem Herzen Dank gespendet! – Vor unserem Schiff tummeln sich zwei Polizeiwagen und die Jungs und Mädels samt Kapitän und Hoteldirektor sind kräftig zugange. Übliche Schiffs- und Personenkontrolle, meint unsere Kreuzfahrtleiterin. Ja, ja, so eine Ausreise nach Luxemburg ist wohl eine große Sache 🤔. – Den Nachmittag verbringen wir auf dem Sonnendeck, lesen, erzählen und schauen uns die Gegend an. – Im Abendprogramm gewinnt meine Kabinengenossin eine Flasche Wein bei der Tombola während ich auf dem Balkon dem Ende eines Krimis entgegenlese. Die Auflösung ist echt irre, lebensfern aber phantasiereich. Nun ja. Heute geht es mal etwas früher ins Bett. Der Schlaf passt sich der für mich üblichen nächtlichen Wasserversorgung an. Ist schon okay.

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