Auf der Mosel unterwegs

Die Mast auf der Rhein Prinzessin ist erwartet perfekt durchgestylt. Zum Frühstück, ich gehe so spät wie möglich, gönne ich mir ein wenig Rührei und ein Croissant. Ersteres ist recht okay, letzteres brillant. Ich turne heute mal wieder, wurde ja auch allerhöchste Zeit. Wir bleiben auf dem Schiff, zum Lunch legen wir ab und ich genieße mein bewusst reduziertes Mahl, nur ein Süpplein und ein Dessert. – Die Mosellandschaft ist entzückend und beeindruckend. Hohe Berge mit Weingärten für kletterbegabte Mitarbeiter, 180-Grad-Schleifen, eine mit fast 360-Grad mit nur einem Hügel zwischen den Flussläufen. Sagenhaft. Wir passieren Staustufen mit beachtlichem Schleusenhub und wundern uns nicht, dass die Mosel noch so viel Wasser führt und so dem Rhein eine lange Nase macht. Tja, Vater Rhein, Pech gehabt, hättest ähnlich vorsorgen können – ein paar Billiönchen und du könntest ebenso dein Wasser zurückhalten. Die Sonne brennt massiv von oben und wir nutzen unseren Balkon nur bei Schattenlage. Ich probiere mutig einen Platz in der Sonne, muss aber nach nicht sehr langer Zeit das Handtuch werfen und ins klimatisierte Kabinchen retirieren. Doch keine Frage auch von dort kann ich liegenderweise die Fahrt wunderbar verfolgen. Perfekt. Damit wir kalorienmäßig nicht vom Fett fallen, hat das Küchenteam eine Eiszeit angekündigt und wir testen alle vier angebotenen Geschmacksrichtungen. Lecker. Gegen Abend passieren wir noch eine Schleuse und legen, wie es scheint, auf freier Strecke zur Nachtruhe an. Genauer betrachtet sind „ankern“ wir kurz vor Traben-Trabach. Das Dinner ist exzellent und vervollständigt die heutige Mastkur in vollendeter Weise. Obwohl ich, genau genommen, kein großer Fischfan bin, habe ich mich doch auf die Tauchexperten konzentriert. Die Flosseneigner sind bekanntlich viel leichter verdaulich als die lungenbesitzenden Mehrbeiner. Im Anschluss platzieren wir uns auf dem Sonnendeck, die Temperaturen sind in angenehme Regionen gefallen, aber am Himmel blitzt es und dunkle Wolken ziehen herauf. Wir bestellen hier lieber keine Flüssigkeit und das erweist sich als gut so; es dauert nicht sehr lange bis der Himmel kräftig weint. So wechseln wir rechtzeitig in die klimatisierte Panorama-Lounge, gönnen uns ein Glas vergorenen Traubensaftes und ziehen uns danach zurück. In der Kabine erreicht uns die Nachricht, dass die Beerdigung unseres Verwandten erst nach unserer Reise angesetzt ist. Gott sei Dank! Wir haben das von Gott so erbeten. Danke, lieber HERR! – Leider wird es dann doch sehr spät aber der Schlaf ist okay, selbst die Watch vergibt fast 80 Punkte. Flusskreuzfahrten sind herrlich entspannend aber auch körpermittenverstärkend. Is wie is.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Von Alken nach Cochem

Die Nacht verbringen wir in Alken unterhalb der Burg Thurant. Morgens fahren wir durch die malerische Mosellandschaft bis nach Cochem. Unser Außenbalkon erweist sich dabei als großer Wurf für die Tour. Nicht zu vergleichen mit einem französischen Scheinbalkon. Herrlich draußen zu sitzen! Ich führe mein Tagebuch weiter, bin sehr angetan vom Passieren enger Schleusen und versuche mich beim Essen weitgehend zurückzuhalten. Obwohl ich nach einer kleinen Vorspeise und einer Suppe beim Lunch absolut satt bin, ist es dennoch eine psychische Herausforderung den anderen beim Vernichten des Hauptgangs zuzuschauen. Warum fällt mir Verzicht trotz übervollem Magens so schwer? Selbst in meinem Alter bin ich mir selbst manchmal noch ein Rätsel. – Nach der nötigen Mittagspause machen wir uns auf den Weg ins ebenso malerische wie touristisch überlaufene Moselstädtchen Cochem. In der Nachmittagshitze tapern wir zur Moselbrücke, überwinden etliche Stufen und werden, oben angekommen, von einer erfrischenden Brise überrascht. Tolles Feeling. Auf der anderen Moselseite stürzen wir uns ins Gewimmel. Hübsch anzusehen ist die City schon mit der Ansammlung altehrwürdiger Gebäude, historischer Plätze und enger Gassen. Voll verblüfft sehe ich, dass meine Reisegefährtin tatsächlich zwei freie schattige Sitzplätze auf dem Rathausplatz ergattert hat. Stark. Nachdem wir irgendwann lange genug ‚Leute geguckt‘ haben, spazieren wir weiter. Entlang der Mosel hat sich die Gastronomie breit gemacht, nur unterbrochen von Lädchen voller touristischer Tandwaren. Erneut finden wir eine Schattenbank mit Blick auf die Mosel und sehen den Ausflugsdampfern beim An- und Ablegen zu. Dabei begegnet uns sogar unser erstes Frachtschiff auf diesem Fluss. – Nach dem Rückweg gönnen wir uns ein großes Bier an Bord und hätten fast den Kapitänsempfang verpasst mit Vorstellung seiner leitenden Angestellten, denn der Captain ist gleichzeitig Eigner des Schiffes. – Das Dinner füllt den sowieso schon vollen Magen bis zum obersten Rand. Danach brauche ich dringend einen Cognac. Später auf dem Sonnendeck bestelle ich mir daher einen doppelten Remy und erhalte eine ordentliche Menge des braunen Saftes. Die von mir abzuzeichnende Rechnung lässt allerdings meine Hand ein wenig zittern. Billig ist das Vergnügen wahrlich nicht. Oft sollte ich mir das nicht leisten, Magenbedürfnis hin oder her 😉🤔😇. Es wird normal spät, der Schlaf ist gut, wenn auch die Watch ihn nur als mittelmäßig einstuft. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden. So soll es sein.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Einschiffen

Wir schlafen länger, frühstücken sowohl spät als auch in aller Ruhe, packen und bereiten uns auf das Aus-Checken vor. Wieder kurve ich Laura in aller Vorsicht um alle engen Ecken der Tiefgarage. Es gelingt. Nun lassen wir uns zum Parkgelände leiten, das Laura die nächsten Tage beherbergen soll. Einfahren, Koffer ausladen, bezahlen und warten. Wir sind viel zu früh da, ergattern so aber bequeme Sitzplätze in der Wartehalle. Wir plaudern mit Gästen für andere Schiffe und warten, warten und warten. Endlich kommt unser Bus, wir steigen ein, schauen zu, dass unser Gepäck mitkommt und dann kämpft sich der Busfahrer durch den Kölner Wochenendverkehr. Ein mühsames Unterfangen. Schließlich erreichen wir das Kennedy-Ufer wo schon andere Gäste seit einer Stunde ausharren. Irgendwann starten wir Richtung Kobern-Gondorf an der Mosel. Anderthalb Stunden später sind wir schon da, betreten die Rhein Prinzessin und werden sehr fix zur Kabine begleitet. „Eine Puppenstube“, ist emin erster Eindruck. Nicht groß aber ein liebenswerter Charme lässt sich dem Interieur nicht absprechen. Jetzt geht es Schlaf auf Schlag; Safeschlüssel holen, Begrüßungshäppchen genießen, Koffer auspacken, Sicherheitsunterweisung anhören und das Willkommens-Dinner mittels genussvollem Vertilgens die Ehre erweisen. Den Abend lassen wir auf dem Sonnendeck bei einem Gläschen Aperol ausklingen. Proma Tagsesabschluss! – Alles roger? Leider nicht, denn uns erreicht die Mitteilung, dass der schwerkranke Cousin in die Ewigkeit heimgegangen ist. Wir sind auf dem Schiff und können nicht weg. Warum passiert das uns immer wieder? Ich fasse es nicht. Traurig und superschade. Immerhin sorgt die kühlere Atmosphäre in der Kabine für einen tiefen, festen, erholsamen Schlaf. Ein kleiner Trost.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Köln

In aller Ruhe wickeln wir die üblichen morgendlichen Aktivitäten ab, sogar das Frühstück glänzt unerwartet mit einer bunten Mischung. Fein. – Nach der Morgenandacht wird es Zeit zur Tour in die City. Spontan entschließen wir uns zu einer Stadtrundfahrt. Ich möchte das Köln jenseits des Doms mal intensiver kennenlernen. Leider verwandeln sich dabei alle meine Vorurteile in Urteile. Köln ist eine unansehnliche Stadt – allerdings mit einer Vielzahl von kulturellen Highlights. Irgendwie erinnert mich das Stadtbild an eine größere Version von Wolfsburg. Wer dort geboren ist, könnte es mögen 😉🤨😀. Isso. Echt. – Gegenüber vom Dom genieße ich eine Kartoffel-Lauch-Suppe, ein Kölsch und ein Rosé. Wir sitzen herum, schauen uns Menschen an und stören die Zeit nicht am Verstreichen. Schön ist es hier. Die attraktive Seite von Köln, klein aber nicht unfein. – Noch ein Bummel durch die City, ein Hartball für meine Gymnastik und ein T-Shirt ergänzt mein Gepäck und wir kommen am späten Nachmittag wieder zurück ins Hotel. Mittagspause ist angesagt. Gegen Abend spazieren wir noch kurz Richtung City, organisieren ein rustikales Abendbrot und ich begebe mich nach der Mahlzeit in die Karibik zu Death in Paradise. Wunderbar. – Der Schlaf ist mies wie gestern – zu warm und zu kurz. Merde aber nicht zu ändern.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Anreise

Wir stehen etwas früher auf, frühstücken, halten Morgenandacht, packen die Laura voll und starten gegen halb elf. Die Fahrt verläuft, Gott sei Dank, unproblematisch, bis auf den Regen, in den wir kurz vorm Kamener Kreuz hineinfahren. Er bleibt uns fast bis Köln treu aber dort ist das Wetter deutlich besser. Es gelingt Laura von Grün in eine enge Tiefgarage zu bugsieren – ein Dank gebührt ihrem kleinen Wendekreis! Ich bin sehr dankbar für alle Bewahrung. Dann falle ich ins Bett und bleibe dort zwecks persönlicher Geist-Körper-Kraft-Stärkung nicht kurz liegen. – Erst am frühen Abend spazieren wir in die Stadt, am Dom vorbei zum Rheinufer. Dort genehmigen wir uns eine Pizza sowie ein, absolut untypisches großes Kölsch. Normalerweise trinkt man selbiges aus Schnapsgläsern, wie es ein Comedian mal trefflich beschrieb. Wir profitieren von der touristischen Ausnahme 🤔😇. Nach einem fast romantischen Rheinuferabend begeben wir uns hotelwärts, verdauen, schwitzen und schlafen irgendwann am nächsten Tag ein, als es etwas kühler wird. Vielleicht hätte ich doch ein Hotel mit Klimaanlage wählen sollen! Der Schlaf ist unruhig und unterbrechungsreich.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Packtag

Eigentlich wollen wir heute packen. Zwei Koffer für zwei Urlaubsteile, schön getrennt nach der Destination. Vorher müssen wir jedoch unser Versprechen einlösen und fahren nach Heiligendorf ins Seniorenheim und stehen, völlig baff, vor einer verschlossenen Tür. ??? Eine Nacht kann offensichtlich vieles verändern – unser Micha musste ins Klinikum verlegt werden. Wir hinterlassen also das mitgebrachte Ladegerät am Empfang zu treuen Händen und fahren etwas besorgt und etwas frustriert wieder nach Hause. – Am Nachmittag wenden wir uns unserem Reisegepäck zu. Es gibt manches zu entscheiden: mitnehmen oder dalassen, passend oder eingelaufen 😉🤔, grüner oder weißer Koffer? Es dauert länger als ich es eigentlich dachte – erst am Abend sind wir fertig. Endlich ist Zeit mal wieder in die Mail zu gucken und, uns trifft der Vollschock, unser Veranstalter hat die Reise mangels genügender Wassertiefe gecancelt. Einfach so! Nach dem Packen! Seufz. Alternativ will unser Kahn jetzt nach Holland schippern – aber die Tour reizt uns nicht. Ein lockenderes Angebot ist eine Mosel-Saar-Tour mit der Rhein Prinzessin, einer älteren Schiffsdame mit, so sagt man, viel Charme. Wir grübeln. Eine kurze Diskussion später buchen wir diese Reise, erhalten einen Nachlass, ein Bordguthaben und eine Kabine mit echtem Balkon. Es wird spannend. Die Anreise morgen ändern wir nicht, stattdessen verlängern wir unseren Zwischenaufenthalt in Köln und buchen den Rheingau-Urlaub um. Und das alles in kürzester Zeit, Entscheidungsstress pur! Wasser hat keine Balken dafür offensichtlich stark schwankende Höhen😉. Ins Seniorenbett geht es zu normalen Zeiten, nur der Schlaf will sich nicht einstellen, der Geist ist zu aktiv und die Temperaturen zu hoch. Blöde Vorreisenächte. Altersgemäß?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Fast alles vergessen

Uns treibt die Sorge um einen Verwandten um, der, wie es aussieht, kurz vor der Ewigkeit steht. Werden wir wieder eine Beerdigung eines lieben Menschen versäumen, weil wir schon wieder unabkömmlich im Urlaub verweilen? Das gefällt uns gar nicht. – Ansonsten vergeht der Tag ohne größere Highlights. Es ist sauheiß draußen. Da ich mein Tagebuch fast eine Woche versäumt habe, ist mein Kurzzeitspeicher nahezu leer geräumt. Schade. Ich weiß überhaupt nichts mehr. C’est la vie im Alter. Aha, doch mir fällt noch ein, dass wir unseren Micha besucht haben, der aber gar nicht gut drauf war. Sein Ladegerät des Smartphones war defekt und wir versprechen ihm morgen ein anderes vorbeizubringen. Daheim suche ich ziemlich bis mir ein adäquates Teil „in die Hände fällt“. Sehr schön.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Stinknormaler Montag

Wie inzwischen fast gewohnt, fällt das Aufstehen nicht leicht. Die behinderte Nachtruhe fordert ihren Tribut. Ansonsten vergeht der Vormittag in gewohnter Weise. Sogar das Turnen wird von mir vollzogen. Sehr schön. – Die Mittagsruhe erquickt ordentlich. Gut so. – Nachmittags treffe ich mich mit einer kleinen Männerrunde. Ein freundliches, austauschreiches Zusammensein, sogar mit ein klein wenig Arbeit, nimmt uns in Anspruch. Für mich fällt sogar ein halbes Guinness ab. Nett, aber gezapft hat es noch eine andere Qualität. – Am Abend lasse ich mich treiben, quer durch die Medien, leider mit dem Schwerpunkt YouTube. Es wird normal spät aber der Schlaf lässt sich viel Zeit. Eine weitere schlafarme, unterbrechungsstarke Nacht schleicht sich ein (oder an? Egal). So langsam wird es lästig.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar