Studierstube, Autobahn, Treckerkonvoi

Der Sonntag beginnt mit der Studierstube. Pünktlich treffen die „Studierer“ ein und wir nehmen uns einen Erntedankpsalm vor, den Psalm 65. Schnell kommen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen, doch genau genommen bleiben wir am Thema. Es wird eine interessante Runde mit großer Diskussionsbreite. So soll es auch sein. – Inzwischen hat sich der Reisewunsch verfestigt und wir sausen nach der verkürzten Mittagspause los. Wir kommen sogar gut durch, mit nur zwei kleinen Stauereignissen aber auf den letzten Kilometern, kurz vor dem Ziel, bremst uns eine Treckerkolonne aus. Mit um die 40 km/h tuckern wir nordwärts. Überholen ist nicht: wenn man darf kommt Gegenverkehr und wenn alles frei zu sein scheint regiert ein Überholverbot. Kurzentschlossen biege ich ab, um durch den Ort zu fahren – und stehe vor einer geschlossenen Schranke. Justament will ein IC vorbei, passiert und hält im Bahnhof. Wir passieren ihn und stehen wenig später wieder vor einer geschlossenen Schranke. Besagter IC fährt nun weiter und wir lassen ihn ein zweites Mal passieren. Gern geschehen 😠. Aber egal, kommen wir halt eine Viertelstunde später an als geplant. Viel ist das ja auch nicht. Wir laden aus, schließen Laura an die Wallbox an, die aber nicht lädt und entleeren unsere Koffer. Mittelprächtig erschöpft sinke ich aufs Sofa und entspanne nach einem nahrhaften Abendbrot bis zur Bettruhezeit. Schließlich merke ich noch, – Gedächtnisakrobat, der ich nicht bin – dass das Ladegerät für meine Watch daheim geblieben ist. Noch 14% Akkukapazität. Na toll. In Panik bestelle ich flugs eine neue Ladekonstruktion mit der ich schon lange geliebäugelt hatte. Morgen soll sie kommen. Ich schlafe prächtig. Wunderbar!

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Tag der deutschen Einheit

Dieser Feiertag überrascht mich jedes Jahr aufs Neue. Ach ja, da war noch was, ein „neuer“ Feiertag, der in meinem Speicher irgendwie noch keine Heimat gefunden hat 🤔. Aber er ist da und so nehme ich ihn halt wie er kommt. Er wickelt sich auch stinknormal ab, die Stunden fließen und wir gedenken der Einheit (oder auch nicht). – Ich wälze den Gedanken im Hirn mein Staubsaugen am Montag ausfallen zu lassen und stattdessen schon morgen nach Ostfriesland aufzubrechen. Einerseits habe ich mich verpflichtet einmal im Monat zu saugen. Andererseits wird jede Woche gesaugt obwohl das, mindestens in den trockenen Monaten, völlig unnötig ist. Dritterseits feiern am Wochenende die chinesischen Geschwister ihr Jubiläum, soweit ich weiß, und sie pflegen immer sehr gründlich aufzuräumen. Warum sollte ich dann einen Tag später noch einmal nur aus Prinzip das Staubentfernungsgerät schwingen? Kurz und gut (oder schlecht) ich ringe mich durch einen Tag früher als geplant zu fahren und so den LKW-Verkehr weitgehend zu meiden. Beschlossen und verkündet. Leicht fällt es mir nicht aber tauschen wäre ebenso schwierig gewesen. Jetzt ist das so. Punkt. – Die Nacht fällt gemischt aus und das wird langsam zur Gewohnheit. Ich werde wohl alt. Seufz.

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Herbstputzfortsetzung

Ich scanne unsere Konten, lege ein paar Kröten zurück und schaue mit großen Bedenken die Heizölpreise an. Der bescheuerte Trump mit seinem irren Krieg will mir direkt in die Tasche greifen: 1,60 € den Liter mit nach oben offenen Perspektiven. Und ich alter Idiot habe mal bewundernd nach Amerika geblickt – aber das ist schon lange her. Jetzt kann man nur noch mit Entsetzen hoffen, dass von dort nicht noch weitere verrückten Ideen kommen. Golf von Amerika, Zollchaos, Zoff mit den Nachbarn, Amerikasee und ein Krieg nach dem anderen entfacht der „Friedenspreisträger der FIFA“. Kaputte Welt. – Am Nachmittag kommen unsere fleißigen Helfer, natürlich hochoffiziell und nicht etwa schwarz, schaffen das Restholz vom Grundstück und vollenden ihr Werk entlang des anderen Zauns. Wir sind froh und dankbar. Gute Arbeit. – Abends ereignet sich nichts neues, alles „geht seinen sozialistischen Gang“ und wir beenden den Tag zu unserer normalen Zeit, also recht spät 😀. Die Nachtruhe startet mit Verzug, dafür schlafen wir morgens länger. Auch gut.

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Herbstputz

Der Tag beginnt ganz ruhig. Keine Termine. Kärgliches Frühstück wie üblich. Morgenroutine. Ich lasse den Mitwoch Revue passieren, es war ein schöner Ausflug bei allerbestem Wetter und einem Projekt, das meiner Ansicht nach alle Kapazitäten sprengt. Wenn die Familien das halbwegs schaffen, hat Gott ein großes Wunder bewirkt. Beten wir kräftig für sie! – Am späten Nachmittag starten unsere Gartenaufräumer mit dem Herbstputz in unserer Wildnis. Sie wird sozusagen aufgeräumt. Die Motorsägen schallen laut und die zwei Akteure bahnen sich einen Weg am Zaun entlang, stutzen wuchernde Gewächse und entfernen totes Geäst. Sie legen sich mächtig gewaltig ins Zeug und beim Dunkelwerden ist das Arbeitsergebnis unübersehbar. Mehrere Haufen entfernter Äste zeugen von ihrem Wirken. Sie laden einen Hänger voll und machen Feierabend. Wir sind sehr zufrieden. – Der Abend gestaltet sich in unseren traditionellen Bahnen, wie ältere Herrschaften eben so ihre Zeit verbringen 😉😇. Es wird gar nicht mal so spät und der Schlaf ist ziemlich okay. Alles ist gut.

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Dambeck

Ein nicht ganz so normaler Mittwoch beginnt mit dem sportlichen Einsatz meiner Mitbewohnerin. Ich dagegen lasse mir Zeit und bereite mich in aller Ruhe auf die Herausforderungen des Tages vor. Der Vormittag bewegt sich in den vorgegebenen Bahnen und wir finden sogar noch Zeit für die Morgenandacht. Dann aber geht es los. Mit Foxi und Laura von Grün fahren wir zu unserer Gemeinde. Dort warten schon etliche Mitreisende auf uns. Erfreulicherweise wird nur eines unserer Fahrzeuge benötigt um reiselustige Senioren zu transportieren. Laura bringt uns sicher ins Kloster Dambeck nach einer Stunde Fahrt. Dort treffen fast alle Autos ein bis auf zwei Fahrzeuge, die der Irrleitung einer Baustelle zum Opfer gefallen sind und so eine gute Stunde länger benötigen. Letztlich sind doch alle rechtzeitig zur Andacht an. Ich staune über den Wagemut von fünf Familien, die das durch den Sozialismus völlig verwahrloste Kloster wieder aufbauen wollen. Bei einzelnen Gebäuden, einschließlich der Kirche, ist es ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ziemlich gut gelungen. Aber es wartet noch ein gerüttelt Maß an Arbeit auf sie. Mich würde die Last des Verfalls in Kombination mit dem täglichen Anblick der DDR-typischen Putzoptik voll deprimieren aber die Bewohner scheinen mit einem Berg von Zuversicht gesegnet zu sein. Kaffee und Kuchen gibt es für uns im ehemaligen Lazarett im Obergeschoss, darunter, im Kellergewölbe befindet sich übrigens die ehemalige Pilgerherberge. Ich merke wieder einmal wie mich äußerer Schein beeinflussen kann – ein Wohlstandsmakel, der mich immer wieder beeinflusst, bewusst und unbewusst. Das ist gar nicht gut. – Gegen sieben bin ich wieder daheim um einem entspannten, erholsamen, ruhigen Abend entgegenzugehen. Das Seniorenbett sieht mich relativ früh und der Schlaf tut seinen Job. Was will ich mehr?

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Stützenzustand

Eine nicht ganz so optimale Nacht erfordert meist eine Nachspielzeit am Morgen. So auch heute. Trotzdem (oder gerade deshalb?) wickelt sich die Morgenroutine routiniert ab, nur die rückenfördernde Maßnahme verschiebt sich auf den Nachmittag. Wir betrachten unsere beiden Holzstützen vor der Haustür. Untenherum sehen sie nicht mehr ganz so vertrauenswürdig aus. Wir sollten einen Fachmann fragen ob die Stabilität noch gewährleistet ist, wenn wir sie nur neu streichen. In zwei Wochen will er vorbeischauen. Dann ist das so. Während meine Hochaktive die Pfosten schon einmal abgeschliffen hat, wage ich mich auch an diese Arbeit und raue maschinell den bisherigen Anstrich auf. Ganz abschleifen will ich die Farbe noch nicht, lassen wir erst einmal den Tischler urteilen. – Bis auf die viel zu späte Schlafengehzeit ereignet sich am Abend nichts was merkenswert wäre – und selbst die „gedrehte Uhr“ (Pink Panther) hat sich leider inzwischen klammheimlich in die Normalität hineingemogelt. Seufz. Ich kann es – theoretisch – ändern und tue es – praktisch – leider nicht. Echt blöd. Mit 66 Punkten fällt die nächtliche Erholung relativ unterdurchschnittlich aus. Ich nehme es, wie es kommt.

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Terminabsage

Eigentlich steht heute ein Arzttermin an, doch frühmorgens meldet sich das Telefon und die Praxis sagt ab. Die Ärztin ist krank. Na sowas. Da trifft es mal die andere Seite. So kann ich in aller Ruhe meinen Vormittag gestalten. – Am Nachmittag treffe ich mich wieder mit ein paar Geschlechtsgenossen zu intensiven Gesprächen über den Islam, biblische Stolpersteine und mancherlei andere Themen. Das bewahrt meinen Geist vorm Eintrocknen und schmiert das Hirn. Feine Sache. – Den Abend verbringe ich mit dem neueren Barnaby mit bekannten Folgen. Wird langsam langweilig. Danach lasse ich viel Zeit ins Land gehen, weil ich mich einfach nicht überzeugen kann meine Schlafstätte aufzusuchen. So ist die Nachtruhe nett aber nicht so ganz überzeugend. Nun ja.

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Erntedank

Wir feiern eine Woche vor dem offiziellen Datum Erntedank. Das hat allein terminliche Gründe. Ist ja auch egal, Hauptsache man dankt dem Geber aller Gaben. Die Sonne strahlt vom Himmel, der Erntedanktisch ist wunderbar gestaltet und die Kids haben ihn um einiges ergänzt für das sie besonders dankbar sind. Perfekt. Obwohl Familiengottesdienste nicht so mein Ding sind, weil sie meist (im Kern der Sache liegend) relativ oberflächlich daherkommen, gefällt mir der heutige ausgesprochen gut. Toll gestaltet, gute Predigt, unaufdringliche Spiele 😇. Selbst das Miteinander von Suppen und Plaudereien kommt bei mir bestens an – da muss ich wohl mental einen echt guten Tag erwischt haben. Außerdem kann ich mir den neuen ID.Polo tatsächlich in echt anschauen. Endlich mal ein total normales Auto nur eben mit E-Motor. Keine Design-Sperenzchen, nur ein Ausspielen der Vorteile eines kleineren E-Motors und ein großer Kofferraum durch spezielle Verbundlenker-Hinterachse. Feines Teil. – Am Nachmittag wählen wir den neuen Landrat, leider den Verlierer, denn der der andere mit der Baskenmütze trägt den Sieg davon. Dann ist das so. – Zum Tee sind wir bei Freunden zu Gast und abends laben wir uns an vergorenen Weintrauben. Es wird normal spät, die Nacht fällt solala aus. Dann ist das so.

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