Bernkastel-Kues

Nach dem Frühstück verlassen wir den Kuss-Ort von Mosel und Saar und schippern die Mosel hinunter bis Bernkastel-Kues, dem „Disney-Moselort“ (wie auch Cochem). Auf der Fahrt gibt es Ausschiffungshinweise, seufz, es ist schon wieder so weit, übermorgen wirft man uns von Bord. Natürlich legen wir wieder auf der falschen Moselseite an und müssen erst zur Brücke wandern, diese erklimmen und den Fluss überqueren. Gleich danach erwarten uns aber die malerischen Gassen von Bernkastel. Viele sind es nicht, doch wir Touristen finden alle darin Platz, sogar ohne großes Gedränge, wiewohl es, zugegeben, ein wenig eng zugeht 😉😇. In einem kleinem Bistro am Rande probiere ich meinen ersten Moselwein auf dieser Reise, vorsichtshalber als Schorle. Gar nicht so schlecht. Wir lassen uns sowohl von den altehrwürdigen Gebäuden, von den unterschiedlichsten uns passierenden Mitmenschen und den vielfältigen Geschäftsangeboten, Sonntag hin oder her, beeindrucken. Faszinierender Rummel. Auf einer Bank mit Moselblick treffen uns sogar ein paar erfrischende Regentropfen, die sich nur vereinzelt aus ihrer Wolke heraustrauen. Mal kommen ein paar mehr, dann trifft uns nur ab und an ein Einschlag bis sie es gänzlich aufgeben. Immerhin ist die Luft etwas kühler und frischer geworden, das lässt durchatmen. – Vor dem Dinner stellt sich die Crew vor, allein der Kapitän fehlt, denn er hat bald eine Nachtfahrt vor sich, die er ausgeruht antreten will – was ich nur unterstützen kann😉. Unsere Mannschaft stammt weit überwiegend aus Myanmar. Da fliegen die Mädels und Jungs um die halbe Welt, um schließlich auf deutschen Flüssen hin und her zu schippern. Irgendwie verrückt. Dass der Hoteldirektor die Namen seiner Untergebenen „mühsam“ ablesen muss, hinterlässt nicht den besten Eindruck. -Schließlich begeben wir uns zum festlichen Dinner, das sich jedoch nur unwesentlich (die Speisekarte ist größer) vom normalen unterscheidet. Dann ist das so. Lecker ist es allemal. Da mein Magen irgendwie nicht unbedingt Zufriedenheit ausstrahlt, halte ich mich beim Abendprogramm lieber zurück und lasse den Tag in der Nähe unserer Keramikabteilung ausklingen. Ansonsten fällt der Schlaf relativ zufriedenstellen aus, während der Kapitän in der Nacht moselabwärts cruist. Der Arme. Ist halt seine Berufswahl.

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Auf der Saar bis Konz

Wir sind den ganzen Tag bis zum frühen Nachmittag auf der Saar unterwegs. Erneut passieren alle uns bekannten Ortschaften, unterqueren ein paar sehr niedrige Brücken und müssen uns ziemlich ducken. Die schmale Saarschleife erleben wir auf dem Sonnendeck. Sie muss sich keinesfalls hinter ihrem so bekannten Pendant, der Mosel, verstecken. Eindrucksvoll. Echt. Der typische bayerische Frühschoppen darf auf dieser Reise selbstverständlich nicht fehlen mit Weißwürsten, Leberkäs‘, Schweinsbraten, Sauerkraut, Krautsalat und süßem Senf. Zum Glück gibt es für überzeugte Norddeutsche wie mich auch die scharfe Version. ‚Süß‘ und ‚Senf‘ passt mir überhaupt nicht. Meine Mitreisende dagegen schätzt ihn sehr. Nun ja. – Lunch fällt für uns wegen Platzmangels im Verdauungsorgan aus, während der Speisesaal, so wird uns berichtet, fast ganz gefüllt ist. Wo essen meine Schiffsgenossen das hin, frage ich mich. Haben sie einen Zweitmagen für übermäßigen Nahrungsanfall? Wer weiß das schon? – Wir passieren quasi nebenbei die Schleuse mit dem größten Hub in Deutschland (oder gehört sie nur zum Triumvirat der Hubhöchsten?) und biegen nach einer superniedrigen Brücke wieder in die Mosel ab. In Konz legen wir an einem offensichtlich beliebten Rad-/Fußgänger-/Uferweg an. Wir spazieren ein bisschen herum, der Besuch der sogenannten Stadt soll sich nicht lohnen, hören wir gerüchteweise. So genießen wir das Wetter am Moselufer, stets auf Schattensuche, finden eine adäquate Bank bis wir endlich zurück zum Kahn schlendern. Dort verbringen wir einen gemütlichen Abend in der Panorama-Lounge, denn draußen frischt es etwas auf. Die Nacht gestaltet sich wie gewohnt.

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Saarburg und Merzig

Wir finden uns in Saarburg wieder. Ein wunderschönes Städtchen, das einen Besuch allemal wert ist. Meine Mitreisende ist total begeistert. Ich kenne nur die Außensicht, denn ich bleibe an Bord. Aber schon von außen betrachtet ist das Städtchen eine echte Schönheit. Die Burgruine, die alles überragt, muss mal eine imposante Festung gewesen sein. Die große katholische (natürlich 😉) und die kleinere evangelische Kirche sind irgendwie typisch für die Landschaft. Mitten im Ort gibt es einen Wasserfall, wie mir meine Allerliebste berichtet und auf Fotos zeigt. Malerisch. Bei der Abfahrt muss sich unsere Rhein-Prinzessin ganz tief ducken. Das Sonnendeck ist wieder voll platt und so passen wir gerade so unter der Brücke durch. – Einen kurzen Ausflüglerausladestopp gibt es in Mettlach, dem Stammsitz von Villeroy & Boch in einem ehemaligen Benediktinerkloster. Am anderen Ufer in Keuchingen (kein Ort für Asthmakranke 😉) grüßt uns ein Schlösschen auf dem Weg. Netter Anblick. Weiter geht es nach Merzig. Wir kommen kurz vor dem Dinner an. Unsere wanderfreudigen Tischgenossen berichten später, dass es ein nicht ganz so sauberes Städtchen sein soll. Ich kann das nicht beurteilen, sehe aber bei einem kleinen Spaziergang, dass es dort einen großen Park mit vielerlei Spielangeboten für Kids gibt, außerdem eine Salzsaline zum befreiten Durchatmen. Offensichtlich scheinen die Merziger gut im Feiern zu sein, denn am Ufer der Saar ist, kurz vor unserem Liegeplatz, ein vielbesuchter „Strandclub“ mit Liegestühlen, Alkoholangeboten und lautstarker musikalischer Begleitmusik aufgebaut. Wir kämpfen uns durch die Massen 😉 zu unserem Boot durch, begeben uns aufs Sonnendeck und genießen die vom Veranstalter spendierte Flasche Sekt, begleitet von lautstarker Musik aus den Bordlautsprechern. Da geht die Seniorenpost ab 😁. – Zurück in unserer Kabine habe ich auf dem Balkon noch ein nettes Gespräch mit Spaziergängern, die sich fragen was wir hier auf der Saar so machen 🤔, kommen vom Hölzchen zum Stöckchen bis zum Austausch über Kreuzfahrten allgemein. Wir liegen halt an einem vielbegangenen Fluss-Fuß-Weg. Mit zunehmender Abendkühle retiriere ich unsere Kabine. Es wird spät und der Schlaf ist recht okay. Wie üblich.

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Grevenmacher

Wir sind in Luxemburg angekommen und liegen direkt neben einem Schwimmbad. Den Vormittag nutzen wir für die Morgenandacht, mein Tagebuch und genießen die Sonne. Letzter hält sich zurück und so ist es heute erträglich. Um die exponentielle Gewichtszunahme ein wenig im Griff zu behalten, beschränke ich mich beim Lunch auf eine Tomatensuppe und, seufz, einen Eisbecher als Dessert. Selbst das wenige ist zu viel. – Gegen vierzehn Uhr startet unsere Tour ins Müllerthal, der Luxemburger Schweiz. Eine perfekte Reiseleiterin füttert uns massiv mit, zugegeben, interessanten Informationen rund um Luxemburg, dem Müllerthal, der Weißen und der Schwarzen Ennz, der Sauer und der Mosel. Übrigens verläuft die deutsch-luxemburgische Grenze an Flüssen nicht in deren Mitte, denn der Fluss gehört beiden Ländern – die Grenze verläuft jeweils am Ufer des anderen Landes. Wir durchqueren eine sehr urtümliche Landschaft, Schweiz halt, mit imposanten Felsen, wunderschönen Wanderwegen und pausieren an einem Tourismuszentrum mit Shop, Bistro und Glamping in halbrunden Holzhäuschen. Eine riesige Spiellandschaft, bevölkert mit begeisterten Kindern, rundet das Ensemble ab. Pünktlich zum Dinner sind wir wieder auf dem Kahn, um ja nicht die Bauchumfangsförderung zu versäumen. Die Angst vor der heimischen Waage wächst 😉🤔. Nach dem Dinner biegen wir in die Saar ab und nähern uns einer Brücke von ansehnlicher Tiefe. Das Sonnendeck wird vorher platt gemacht, Sonnenschutz hinlegen, alle Geländer umlegen, Liegestühle zusammenklappen, kurz eine plane Fläche schaffen. Nur so passen wir durch. Faszinierend. Das Cruisen mit so einem großen Hotelschiff auf der aufgestauten aber nicht sehr breiten Saar ist schon ein besonderes Erlebnis. Ich genieße es vom Balkon aus. Abends lauscht meine Allerliebste einem gelungenen Abba-Abend der Gastkünstlerin während ich dem Kapitän bei einer nicht weniger faszinierenden Schleusenein- und -ausfahrt zusehe. Der Junge versteht sein Fach. Den Abend lasse ich auf dem Balkon ausklingen bis die Rheinprinzessin ihren nächtlichen Liegeplatz erreicht und es empfindlich kühl wird. Ein beeindruckender Tag. Der Schlaf ist nicht ganz so überzeugend mit etlichen Unterbrechungen. Das Alter fordert sein Recht. Immer diese Rechthaberei! Seufz.

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Schweich

Am Morgen finden wir uns in Schweich wieder. Eigentlich wollten wir am Nachmittag per Bus nach Trier aber der Transfer entfällt mangels Mitreisenden. Dann schauen wir uns halt mal Schweich an. Zum Frühstück komme ich in einem leeren Restaurant an. Es wurde eine halbe Stunde vorverlegt und ich hab’s übersehen. Ein netter Ober serviert mir freundlicherweise trotzdem einen Pott Kaffee und drei Croissants, sogar Butter dazu. Genau genommen viel zu viel für mich aber wenn er schon so freundlich ist, will ich ihn nicht enttäuschen 😇. Bei der Gelegenheit lege ich gleich meine Wünsche zu Lunch und Dinner fest. – Später schauen wir der Schiffscrew beim Nachschubbunkern zu. Ganze Paletten werden, nicht wie bei der Seeschifffahrt in Gänze, sondern Karton für Karton, Stück für Stück, Kasten für Kasten von Mann zu Mann weitergereicht. Eindrücklich. – Schließlich ist es Zeit Schweich zu erkunden. Welch ein langweiliges Städtchen. Auf dem Stadtplan entdecke ich einen alten jüdischen Friedhof nur eine Viertelstunde entfernt. Wir machen uns auf den Weg. Trotz Schatten ist es drückend heiß, zu unserem Glück weht uns ab und an ein frisches Lüftlein entgegen. Ich bin viel zu bereit aufzugeben aber je weiter ich vorankomme, desto blödsinniger wäre es das Handtuch zu werfen. St. Nikolaus bietet uns zwischendurch eine erfrischende, kühlende Pause in seinen alten Kirchenmauern. Ein netter Kirchenbau, nicht überladen aber mit sehenswerten Akzenten. Mühsam gehen wir wenig später, wir wollten es so, Schritt für Schritt auf unser Ziel zu. Endlich kommen wir an. Mir graut jetzt schon vor dem Rückweg. Der jüdische Friedhof ist verschlossen aber wir können gut über die Hecke schauen. Nun ja, ein paar Grabsteine, etwas Rasen dazwischen, leicht interessant, als „touristische Destination“ aber nur der Mühe wert, wenn Kalorienverbrauch auf dem Weg dem Ziel, quasi als Bonus, zugerechnet wird 😉😀. Wie es nun einmal ist so auf dieser Erde müssen wir die ganze Strecke noch einmal bewältigen, diesmal glücklicherweise bergab. Ganz unten, fast am Fluss, können wir im Supermarkt noch den Wasserbedarf für die restliche Reise ergänzen und erreichen voll geschafft (wenigstens ich) unsere Prinzessin. Wer immer die Dusche erfunden hat dem sei jetzt von ganzem Herzen Dank gespendet! – Vor unserem Schiff tummeln sich zwei Polizeiwagen und die Jungs und Mädels samt Kapitän und Hoteldirektor sind kräftig zugange. Übliche Schiffs- und Personenkontrolle, meint unsere Kreuzfahrtleiterin. Ja, ja, so eine Ausreise nach Luxemburg ist wohl eine große Sache 🤔. – Den Nachmittag verbringen wir auf dem Sonnendeck, lesen, erzählen und schauen uns die Gegend an. – Im Abendprogramm gewinnt meine Kabinengenossin eine Flasche Wein bei der Tombola während ich auf dem Balkon dem Ende eines Krimis entgegenlese. Die Auflösung ist echt irre, lebensfern aber phantasiereich. Nun ja. Heute geht es mal etwas früher ins Bett. Der Schlaf passt sich der für mich üblichen nächtlichen Wasserversorgung an. Ist schon okay.

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Traben-Trabach

Von uns absolut unbemerkt hat der Kapitän seine Rhein Prinzessin nach Traben-Trabach transferiert. Wir wachen am neuen Liegeplatz auf, am Traben-Ufer. Heute teste ich das Spätaufsteherfrühstück, bestelle aber vorher noch schnell meine Speisenfolge für Lunch und Dinner im Restaurant. Der Test fällt voll gut aus: ein Croissant, Kaffee nach Wahl, mehr brauche ich nicht. Das übrige Angebot lässt mich kalt. – Wir switchen unseren geplanten Rheingau-Urlaub wegen der Bestattung um, halten die Morgenandacht und spazieren anschließend an der Mosel entlang. Uns erschließt sich ein toller Blick auf Trabach, die Burgruine auf dem Berg, die evangelische Kirche, die zwar auf einem Hügel steht aber dennoch niedriger ist als ihr katholisches Gegenüber. Wir finden eine malerische Bank im Schatten und blicken auf ein Weingut mit einem mächtigen Ziegelbau, ein echtes repräsentatives Weingut. Auf dem Rückweg zum Schiff passieren wir das traditionelle Bellevue-Hotel und einen eindrucksvollen Ziegelsteinbau, ein mehrstöckiges Wohngebäude. – Später äußern sich Mitreisende schwer enttäuscht über Trabach auf der anderen Moselseite – die Optik von ferne wird von der Nahsicht wohl widerlegt. Ich nehme also von einem Besuch Abstand und nutze die Zeit für mein etwas vernachlässigtes Tagebuch um ganz nebenbei erstmalig die angebotene Kaffee- und Kuchenzeit zu testen, mastkurhalber sozusagen. – Meine Allerliebste lässt sich trotz Affenhitze nicht abhalten dem Shoppen zu frönen, mein nächtlicher Wasserkonsum für 3,70 € die Dreiviertelliterflasche sind ihr ein Dorn im Auge. Die Gestränkepreise an Bord geben eigentlich keinen Anlass zur Kritik, allein das Mineralwasserentgelt sprengt alle Normen. – Völlig ausgelaugt kommt meine Mitreisende später mit vier Flaschen kostbaren Wassers wieder. Ich bin leicht schockiert, dass sie sich bei diesen Temperaturen so viel zumutet. Warum muss sie bloß immer ihre Grenzen auskosten? – Beim Dinner legen wir ab und fahren langsam in die Dunkelheit hinein. Bei Nacht passieren wir Bernkastel-Kues mit leuchtenden Prachtbauten am Ufer, etlichen Hotelschiffen am Pier und einer hell strahlenden Burg hoch droben über der Stadt. Wir passieren zwei „Kopfeinzieher-Brücken“, die auf dem Sonnendeck nur sitzenderweise zu unterqueren sind. Zwei Besatzungsmitglieder achten streng darauf, dass Kopfkarambolagen vermieden werden. – Später sitze ich auf unserem Balkon, lese ein wenig und bin fasziniert wie wir in die „Finsternis“ hineingleiten. Nur schwarze Schatten markieren die Küstenberge unter einem strahlendem Sternenzelt. Phantastisch. Natürlich wird es wieder sehr spät. Der Schlaf fällt leicht durchwachsen aus. Ich nehme es tiefenentspannt hin.

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Auf der Mosel unterwegs

Die Mast auf der Rhein Prinzessin ist erwartet perfekt durchgestylt. Zum Frühstück, ich gehe so spät wie möglich, gönne ich mir ein wenig Rührei und ein Croissant. Ersteres ist recht okay, letzteres brillant. Ich turne heute mal wieder, wurde ja auch allerhöchste Zeit. Wir bleiben auf dem Schiff, zum Lunch legen wir ab und ich genieße mein bewusst reduziertes Mahl, nur ein Süpplein und ein Dessert. – Die Mosellandschaft ist entzückend und beeindruckend. Hohe Berge mit Weingärten für kletterbegabte Mitarbeiter, 180-Grad-Schleifen, eine mit fast 360-Grad mit nur einem Hügel zwischen den Flussläufen. Sagenhaft. Wir passieren Staustufen mit beachtlichem Schleusenhub und wundern uns nicht, dass die Mosel noch so viel Wasser führt und so dem Rhein eine lange Nase macht. Tja, Vater Rhein, Pech gehabt, hättest ähnlich vorsorgen können – ein paar Billiönchen und du könntest ebenso dein Wasser zurückhalten. Die Sonne brennt massiv von oben und wir nutzen unseren Balkon nur bei Schattenlage. Ich probiere mutig einen Platz in der Sonne, muss aber nach nicht sehr langer Zeit das Handtuch werfen und ins klimatisierte Kabinchen retirieren. Doch keine Frage auch von dort kann ich liegenderweise die Fahrt wunderbar verfolgen. Perfekt. Damit wir kalorienmäßig nicht vom Fett fallen, hat das Küchenteam eine Eiszeit angekündigt und wir testen alle vier angebotenen Geschmacksrichtungen. Lecker. Gegen Abend passieren wir noch eine Schleuse und legen, wie es scheint, auf freier Strecke zur Nachtruhe an. Genauer betrachtet sind „ankern“ wir kurz vor Traben-Trabach. Das Dinner ist exzellent und vervollständigt die heutige Mastkur in vollendeter Weise. Obwohl ich, genau genommen, kein großer Fischfan bin, habe ich mich doch auf die Tauchexperten konzentriert. Die Flosseneigner sind bekanntlich viel leichter verdaulich als die lungenbesitzenden Mehrbeiner. Im Anschluss platzieren wir uns auf dem Sonnendeck, die Temperaturen sind in angenehme Regionen gefallen, aber am Himmel blitzt es und dunkle Wolken ziehen herauf. Wir bestellen hier lieber keine Flüssigkeit und das erweist sich als gut so; es dauert nicht sehr lange bis der Himmel kräftig weint. So wechseln wir rechtzeitig in die klimatisierte Panorama-Lounge, gönnen uns ein Glas vergorenen Traubensaftes und ziehen uns danach zurück. In der Kabine erreicht uns die Nachricht, dass die Beerdigung unseres Verwandten erst nach unserer Reise angesetzt ist. Gott sei Dank! Wir haben das von Gott so erbeten. Danke, lieber HERR! – Leider wird es dann doch sehr spät aber der Schlaf ist okay, selbst die Watch vergibt fast 80 Punkte. Flusskreuzfahrten sind herrlich entspannend aber auch körpermittenverstärkend. Is wie is.

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Von Alken nach Cochem

Die Nacht verbringen wir in Alken unterhalb der Burg Thurant. Morgens fahren wir durch die malerische Mosellandschaft bis nach Cochem. Unser Außenbalkon erweist sich dabei als großer Wurf für die Tour. Nicht zu vergleichen mit einem französischen Scheinbalkon. Herrlich draußen zu sitzen! Ich führe mein Tagebuch weiter, bin sehr angetan vom Passieren enger Schleusen und versuche mich beim Essen weitgehend zurückzuhalten. Obwohl ich nach einer kleinen Vorspeise und einer Suppe beim Lunch absolut satt bin, ist es dennoch eine psychische Herausforderung den anderen beim Vernichten des Hauptgangs zuzuschauen. Warum fällt mir Verzicht trotz übervollem Magens so schwer? Selbst in meinem Alter bin ich mir selbst manchmal noch ein Rätsel. – Nach der nötigen Mittagspause machen wir uns auf den Weg ins ebenso malerische wie touristisch überlaufene Moselstädtchen Cochem. In der Nachmittagshitze tapern wir zur Moselbrücke, überwinden etliche Stufen und werden, oben angekommen, von einer erfrischenden Brise überrascht. Tolles Feeling. Auf der anderen Moselseite stürzen wir uns ins Gewimmel. Hübsch anzusehen ist die City schon mit der Ansammlung altehrwürdiger Gebäude, historischer Plätze und enger Gassen. Voll verblüfft sehe ich, dass meine Reisegefährtin tatsächlich zwei freie schattige Sitzplätze auf dem Rathausplatz ergattert hat. Stark. Nachdem wir irgendwann lange genug ‚Leute geguckt‘ haben, spazieren wir weiter. Entlang der Mosel hat sich die Gastronomie breit gemacht, nur unterbrochen von Lädchen voller touristischer Tandwaren. Erneut finden wir eine Schattenbank mit Blick auf die Mosel und sehen den Ausflugsdampfern beim An- und Ablegen zu. Dabei begegnet uns sogar unser erstes Frachtschiff auf diesem Fluss. – Nach dem Rückweg gönnen wir uns ein großes Bier an Bord und hätten fast den Kapitänsempfang verpasst mit Vorstellung seiner leitenden Angestellten, denn der Captain ist gleichzeitig Eigner des Schiffes. – Das Dinner füllt den sowieso schon vollen Magen bis zum obersten Rand. Danach brauche ich dringend einen Cognac. Später auf dem Sonnendeck bestelle ich mir daher einen doppelten Remy und erhalte eine ordentliche Menge des braunen Saftes. Die von mir abzuzeichnende Rechnung lässt allerdings meine Hand ein wenig zittern. Billig ist das Vergnügen wahrlich nicht. Oft sollte ich mir das nicht leisten, Magenbedürfnis hin oder her 😉🤔😇. Es wird normal spät, der Schlaf ist gut, wenn auch die Watch ihn nur als mittelmäßig einstuft. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden. So soll es sein.

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