Pooltaufe

Gefühlt um Mitternacht jagt mich meine Allerliebste aus meinem Seniorenbett. Ich schlappe zum Bad, erledige meine morgendliche Waschroutine, Frühstück brauche ich nicht, eine Tasse Kaffee reicht. Dankenswerterweise übernimmt meine hellwache Allerliebste das Autofahren hin zur Gemeinde. Auf dem Rasen ist ein kleiner Pool mit frischem Wasser aufgebaut, heute sollen zwei chinesische Geschwister getauft werden. Während bei uns eine Wasserschale üblich ist, präferieren unsere fernöstlichen Geschwister das Untertauchen. Gott sei Dank bin ich pünktlich zur Predigt wach, die im übrigen sehr ansprechend und tiefinnig ist. Sehr gut. Nach der Taufansprache gehen wir zum Becken und die zwei weiblichen Täuflinge werden, gehüllt in weiße Taufgewänder, im leitungskalten Wasser untergetaucht. Da wird die Taufe zur „Mutprobe“ – was sie leider in etlichen Ländern auch de facto ist. Bei uns geht es „nur“ um kaltes Wasser – dort kann es ums eigene Leben gehen. In jedem Fall ist es ein eindrucksvolles Erlebnis und ein ergreifender Gottesdienst. Ich bin mehr als froh mich trotz Müdigkeit auf den Weg gemacht zu haben. – Am Nachmittag hören und sehen wir eine ansprechende Predigt aus Bremen über den Segen Gottes. – Ich kaufe mir die letzte Serie von ‚Death in Paradise‘ und schaue mir die ersten Folgen mit einem neuen Inspektor an. Drei Weihnachtsmänner wurden an unterschiedlichen Orten zum gleichen Zeitpunkt mit derselben Waffe be- bzw. erschossen. Unmöglich? That’s Death in Paradise! Natürlich wird es wieder nicht so ganz früh aber der Schlaf ist okay. Prima.

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Eingeladen macht nicht dick. Hoffentlich.

Und wieder muss ich mich morgens ganz früh aus dem Bettchen „quälen“. Schließlich wollen wir um neun vor Ort sein und duschen muss ich auch noch. Wir schaffen das und sind fast pünktlich. Es wartet ein reich gedeckter Frühstückstisch auf uns. Zur Begrüßung wähle ich ein Glas alkoholfreien Sekt, etwas süß aber dennoch lecker. Appetit habe ich nicht. Aus purer Nettigkeit😉🤔 quäle ich mir ein übergroßes Croissant mit Marmelade in den Magen und bin stante pede knallrappelsatt. Typische Frühstücksreaktion meines Magens, er will beim Wachwerden nicht gestört werden. Er ist halt wie ich 😀. Während alle um mich herum spachteln, Brötchen belegt mit allerlei Köstlichkeiten, schaue ich zu und pflege nur ein wenig Konversation mit meinem Stuhlnachbarn. Die zwei gegenüber kauen tiefschürfend das Geschäft mit Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen durch was mich, wenn überhaupt, nur sehr am Rande interessiert. So ist das eben. Trotzdem ist alles sehr schön und sehr erfreulich. Gegen Mittag verlassen wir die lebhafte Runde und sinken – wieder daheim – auf unser Ruhelager. – Am späten Nachmittag (oder frühen Abend) begeben wir uns zum zweiten Besuch. Wir weilen bei einem extrem freundlichen Ehepaar, das ein überaus reichhaltiges Abendbrot vorbereitet hat. Im Gegensatz zum Morgen lange ich voll zu, viel zu voll. Dinner ist, im Gegensatz zum Frühstück, total meins. Es wird viel später als geplant bis wir schließlich heimwärts brausen. Eigentlich ein sehr angenehmer Tag, den wir noch lange ausklingen lassen. Deutlich zu lange was mich angeht. Seufz. So dumm bin ich nunmal. Die Nacht ist zwangsläufig kurz. Viel zu kurz. Seufz.

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Überalterte Scheurebe

Einem traditionellen Vormittag folgt ein ebenso üblicher Nachmittag. Nichts Neues unter der Sonne. Apropos Sonne, dieselbe knallt richtig vom Himmel und das Thermometer erklimmt für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohe Werte. Unser Konto sieht wieder gut aus, wenn es auch gleich wieder geplündert wird. So ist es halt am Monatsanfang. Business as usual. – Am frühen Abend verlässt mich meine Musikbegeisterte um einem Konzert in einer Kirche beizuwohnen. Heute ist das nicht meins. Aber es rächt sich, denn ich öffne (aus Frust, aus Lust, aus Übermut?) eine alt gewordene Flasche einer vergorenen Scheurebe. Der übliche Alterungsgeschmack des Weißweins überlagert das Scheurebenaroma vollständig. ☹️. Dazu kommt, dass ich viel zu viel des ehemals edlen Saftes zu mir nehme. Nein, ich bin nicht betrunken, habe aber das Gefühl übermäßigen Alkoholgenusses, also ein doofes Gefühl, das immerhin sehr schlaffördernd wirkt. Immerhin.

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Hauskreisabsenz

Während des Tages laufen ein paar weitere Absagen zum Hauskreis ein. Währenddessen halten wir die Morgenandacht, ich schule gezielt meinen Rücken durch Gymnastik und finde am späten Nachmittag wieder Zeit für meine persönliche Abendandacht. Ich beginne sogar damit unser Büro aufzuräumen. Es ist eine Herausforderung für die nächsten Tage – nicht wegen einer überbordenden Unordnung sondern eher wegen mangelnder Lagermöglichkeiten für diverse „freiheitsliebender“ Utensilien. Einfaches erledige ich erst einmal sofort. Es sieht danach im Büro schon leicht besser aus. Anschließend passe ich meine Gebetsliste weiter an. Mangels Teilnehmer sagen wir später noch den Hauskreis ab. Ob das okay ist weiß ich nicht, denn spät am Abend meldet sich noch eine Bekannte, die wohl gern gekommen wäre. Als wir sie am Nachmittag anriefen, war sie nicht daheim und wir haben wohl falsche Schlüsse gezogen. C’est la vie. Schade trotzdem. Die Zeit wäre zweifelsohne mit Hauskreis besser genutzt worden als tatsächlich. Tja. Der Schlaf erreicht 88 Punkte. Tief und fest mit wenig Unterbrechungen.

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Reformiert trifft auf lutherisch

Natürlich kaue ich auch heute auf meinem Knäckebrot herum und freue mich, dass Frühstück mir nicht so wichtig ist – wenigstens eine kleine Entlastung bei der täglichen Nahrungsaufnahme, die mir gut tut. Heute entfällt die Morgenandacht 😩, weil meine Allerliebste ebenfalls gymnastiziert 😉 und nachmittags zum Seniorentreff stürmen muss. Schade. Bei meinen Rückenschulungsübungen höre ich einer Andacht vom Bremer Pastor zu, der sich als knallharter Reformierter outet: Bilderverbot, Abendmahlstisch statt Altar und Abendmahl als Gedächtnismahl wobei er die Prädestinationslehre kaum erwähnt, was mich wundert, wohl aber die von den Refos verworfene 2-Reiche-Lehre. Letzteres verstehe ich schon – zweimal Katharina Reiche wäre unzumutbar 😉 (ernsthaft: mir erschließt sich diese Lehre voll und ganz). Tja, theologisch gehen wir zwei dabei überhaupt nicht konform – aber das entspricht dem oft zitierten umfallenden Sack Reis in China😀😁. Ist aber trotzdem für mich interessant. Ganz nebenbei fällt mir ein Bild zur Erläuterung des Trinitatissonntags ein, wobei mir eine Darstellung einfach zufällt, weil Chatti eine Eingabe falsch versteht. So können aus Missverständnissen gute Lösungen erwachsen, Hauptsache Gott ist dabei. – Am Nachmittag überarbeite ich in der Lounge, es ist ein wenig frisch hier, meine Gebetsliste Tag für Tag – ein mühsames Geschäft. Dabei ergeben sich jedoch mancherlei neue Perspektiven. – Der Abend dient der Ablenkung und Entspannung. Ich lade zum Hauskreis ein und erhalte prompt die ersten Absagen. Sie werden nicht allein bleiben 🤨☹️. Isso. Dafür ergibt der Schlafindex 88 Punkte – sowohl in echt wie gefühlt. Wunderbar!

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Flucht statt Konsequenz?

Der Tag beginnt mit einer deprimierenden Nachricht, unserem Freund im Norden geht es sehr schlecht. Wir sind geschockt und beten zu Gott für ihn. Sei ihm gnädig, lieber Jesus! – Nach meinem Knäckebrot, dem Turnen und der Andacht führe ich mein ein wenig vernachlässigtes Tagebuch fort. Es ist höchste Zeit aber erstaunlicherweise erinnere ich mich noch an viele Dinge. Das tut gut. Draußen übt die Sonne für den Hochsommer und ist schon voll in Form. Es ist sauheiß. – Nach der Mittagspause produziert meine Allerliebste einen Kuchen für den Seniorentreff während ich meine Zeit einfach so verschwende. Das eine ist toll, das andere eher irgendwie daneben. Immerhin raffe ich mich zu einer ausgiebigen Andacht auf aber das ist kein Ersatz für mangelnde Initiative 🤨😠. – Viel mehr passiert heute auch nicht obwohl es für mich sehr spät wird. Angesichts der Kürze des Schlafs sind 79 Punkte noch ziemlich gut. Wie verbringe ich nur meine Tage? Wie wäre es bloß, wenn ich allein auf mich gestellt wäre? Ich will zurück aufs Schiff🤔😠☹️! Flucht statt Konsequenz. Typisch. Seufz.

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Pfingstmontag

Schon wieder gibt es kein Frühstück, denn wir sind zum Lunch eingeladen und das Völlegefühl begleitet uns immer noch. Die Zeit bis Mittag rauscht vorbei, wir fahren los und treffen uns in Vorsfelde auf dem Parkplatz des Chinesen. Der weist uns einen Tisch auf der Terrasse zu, beschattet, leicht luftig und völlig insektenfrei (warum auch immer). Dort sitzt es sich bei der Hitze bestens. Die Speisenauswahl ist vortrefflich, ein Büffet mit riesigem Angebot, einer absolut überzeugenden Tagessuppe sowie schließlich Eis zum Nachtisch. Dazu, in einer gemischten ostfriesischen Reihe muntere Gespräche, lebhafter Austausch und eine superfreundliche Bedienung. Mein völlig unbegründetes Vorurteil gegen diese Lokalität schmilzt dahin wie Schnee im August auf Kreta 🤔🤔😀. Phantastisch, empfehlenswert, einfach toll! Bald sind wir aber so abgefüllt, dass es uns wie magnetisch ins Bett daheim zieht und zwei Stunden dort festhält während Magen und Darm schwer schuften. – Den frühen und späten Abend verbringen wir auf der Terrasse. Ich fertige noch zwei Bilder mit Chatti an und höre ein paar Storys zu. Schließlich wird es kühl (23 Grad!🤨) und wir ziehen uns in Innere zurück. Dort erreicht mich die Nachricht von der VfL-Schlappe in Paderborn. Spontan setzte ich das mit Chattis Hilfe in ein Bild um. Könnte ich zeichnen, wäre ich wohl Karikaturist geworden – im Alter stümpere ich dagegen mit Chatti nur ein bisschen in dem Milieu herum. Macht aber nichts. Es wird wieder spät, die Nacht ist relativ okay und meine Watch vergibt sogar großzügige 84 Punkte. Nett von ihr.

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Pfingstsonntag

Das Frühstück fällt natürlich flach. Wir sind nach wie vor pappsatt. In unserer Gemeinde sind bei unserer Ankunft schon alle Beteiligten hochaktiv. Die Abstimmung geschieht problemfrei und im besten Miteinander. Die Ruhe und Gelassenheit bei der Moderation schenkt mir mein Gott einfach so. DANKE!!! Die Predigt bringt uns das Wirken des Heiligen Geistes näher. Interessant. Das schöne Wetter hat aber viele Glaubensgeschwister vom Besuch des Gottesdienstes abgehalten und es sind offensichtlich viele auf Reisen. – Den Nachmittag verbringen wir in unserer Lounge, erfreuen uns des schönen Wetters und verdrängen jegliche Gedanken über den allgemeinen Wassermangel. Offensichtlich enthält die im Februar an Bord gekaufte Zigarillokiste zu viele „Rauchwaren“, die mich zum Abbrennen motivieren. Dabei würde ich ein Pfeife viel lieber verqualmen aber deren Tabak vertrocknet zu schnell. Erst spät am Abend wird es draußen frisch. Ich staune, dass ich inzwischen 22 Grad als frisch empfinde – dabei hätte ich vor kurzer Zeit sie noch als wohlig warm empfunden. Der Mensch ist schon ein komisches oder, positiv formuliert, sehr anpassungsfähiges 😉😇 Wesen. Gegen Mitternacht publiziere ich mein zweites Pfingstbild und retiriere ins Seniorenbett. Es folgt ein einwandfreies Schlaferlebnis. Wunderbar.

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