Frost und Wärme

Es ist kalt in der Butze. Ich friere vor mich hin, denn die Heizung läuft noch nicht und der Kamin wird erst heute am Abend in Betrieb genommen. Wir haben manches zu erledigen. Holz holen, Lounge fegen, einkaufen, Koffer auspacken, zwischendurch die Morgenandacht – so geht die Zeit dahin und die Mittagspause steht vor der Tür. Vorher organisiere ich noch eine Heizung für diese Übergangszeit, die sowohl Photovoltaik nutzen als auf den trumpschen Heizölkriegspreis etwas abmildern könnte. – Nach der Ruhepause breche ich zu einem Treff mit drei Freunden auf bei dem wir alles zur Sprache bringen was uns bewegt. Wir tauschen Erfahrungen aus, geben uns Tips über gute Handwerksfirmen und berichten von Erlebnissen im Alltag. Es entspannt mich sehr, der Tee und die Kekse helfen bei der inneren Neuausrichtung auf das Wesentliche. – Ich bin mit Foxi unterwegs und er überrascht mich immer wieder mit seinen Unterschieden zur hochtechnisierten Laura. Alte Erinnerungen an frühere Zeiten ploppen immer wieder auf. Nett. Daheim erwartet mich ein wärmendes, flackerndes Kaminfeuer. Toll! – Der neue Barnaby am Abend kann mich nur wenig begeistern. Ein paar Folgen von „Mayday“ wecken mein Interesse und ich staune wie kleinste Teile unwahrscheinlich große Wirkungen hervorrufen können. Ich wundere mich über einen Flughafen in Kanada ohne Tower bei dem kleinste Nachlässigkeiten große Folgen hatten und über Eis in Treibstoffleitungen, das den Kerosinfluss ausbremste und wo durch das Geschick der Pilotencrew alle Menschen an Bord dem Tod entgingen. Dabei fällt mir auf, dass man völlig zu Recht der Crew dankt aber viel zu oft vergisst Gott zu danken. Leider. – Normalspät beginnt für mich die Schlafphase, die leider viel zu oft unterbrochen wird. Aber das eigene Bett macht Beschwernisse wieder wett. Isso.

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Welch ein Tag! Welch ein Gott!

Gegen neun brechen wir auf. Laura führt uns zum Brepark-Parkhaus. Eine Spindel und eine enge Kurve später finden wir eine Parklücke. Der dreistündige Aufenthalt wird uns 5 Euro kosten aber immerhin haben wir einen Parkplatz. Zur St. Martinikirche ist es ein kurzer Weg. Der Gottesdienst ist äußerst gut besucht. Ich sinke auf eine harte Kirchenbank und bin voll fertig. Der Tag drückt mich wie eine schwere Last nieder, die Gedanken an die bevorstehende nächtliche Rückfahrt deprimieren mich völlig. Ich lese den Sonntagspsalm und eine Wort trifft mich im tiefsten Innern: mein Taufspruch. „Ich will dir den Weg weisen, den du gehen sollst, ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Ja, so ist es! Weshalb lasse ich mich so niederdrücken? Gott persönlich wird mich leiten, warum sollte ich so herumjammern? Ich fühle mich direkt von Gott angesprochen, von ihm zurechtgebracht und innerlich aufgerichtet. So ist Gott!!! Plötzlich ist neuer Mut, neues Vertrauen, neue Zuversicht da. Von jetzt auf gleich! WOW! Danke, danke, lieber Herr Jesus, das tut gewaltig gut! Mit einem Mal ist alles verändert. Nun ja, zugegeben, die Predigt könnte etwas weniger dozierend, etwas mitreißender sein aber wir sind wohl von Olli mächtig verwöhnt. Hinterher stärken uns Kekse und Kaffee, ein aufbauendes „Frühstück“. – Schließlich brechen wir mit Laura zu einer intensiven Ladesäulensuche auf. Die erste Station ist defekt. Wir finden in den Apps endlich eine zweite aber auch die ist belegt. Schließlich erinnern wir uns an eine dritte, die wir nach zehn Minuten Fahrt ansteuern, ebenfalls voll besetzt. Jetzt warten wir geduldig bis eine Säule frei wird und schließen Laura von Grün an. Eine Viertelstunde vor dem Erntedankfest des Gebetsvereins um 14 (!!!) Uhr treffen wir ein, können uns sogar noch ein wenig stärken bevor es losgeht. Zwei Predigten und unzählige Lieder erwarten uns. Es zieht sich hin und der entgangene Mittagsschlaf fordert bei mir massiv seinen Tribut. Fast wäre ich bei einer Ansprache eingeschlafen. Viel hat nicht gefehlt. Dann wird Kaffee und Kuchen bereitgestellt. Nach einer dritten, viel kürzeren, Wortauslegung endet das Fest mit Gebet und Segen. Wir laden Laura noch weiter voll, nehmen die Cousine mit an Bord und los geht es nach Dannenberg. Und Gott hält Wort, wie könnte es anders sein! Die Autobahn ist bei klarem Wetter störungsfrei zu befahren, kein Reh, kein Hirsch und auch kein Wildschwein behelligen uns auf der Landstraße. So kommen wir wunderbar glatt in Dannenberg an, laden die Verwandte aus, werden mit Lachs bewirtet und sausen dann heimwärts. Es ist eine „helle“ Dunkelheit, beste Sicht, wenig, sehr wenig Verkehr und wir kommen allerbestens daheim an. Ausladen, ausruhen, einen Wein aufs Urlaubsende genießen und ab ins wohlbekannte Seniorenbett! Danke lieber Gott und HERR für diese wunderbare Führung, Bewahrung und Begleitung durch den Tag hindurch. Es war einfach nur Klasse! Der Schlaf ist übrigens tief und fest mit nur kleineren Unterbrechungen. Welch ein Tag!

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Guter Esser und Kilometerfresser

Um acht brechen wir auf. Laura von Grün bringt uns zu Aral pulse. Dort saugt sie ihren Akku voll und wir frühstücken mit einem Pappbecher Kaffee, dazu ein Marzipan-Croissant. Mit neunzigprozentiger Ladung geht es über die A 1 nach Dannenberg. Dort werden wir, außer Laura, mit einem Süppchen versorgt, laden die Cousine ein und sausen zurück Richtung Bremen. Wir reihen uns dort in eine große Warteschlange zur Fähre in Vegesack ein und überqueren wenig später die Weser. In der Nähe von Lemwerder erwarten uns Verwandte. Die Cousine wird dort nächtigen, wir alle (außer Laura😉) werden aber vorher erst mit Kuchen, gegen Abend mit Nudelsalat und Klopsen überfüttert. Vollgestopft zwängen wir uns bei voller Dunkelheit in Laura, die uns fast perfekt bis zum Hotel führt und fährt. Selbst falsches Abbiegen bringt sie nicht aus der Ruhe, immer weiß sie einen neuen Weg zu eruieren. Sehr gut. Schließlich sinke ich aufs Sofa, bin fix und alle – die Kombination von ausgiebiger Fahrerei und intensivem Verwandtenbesuch muss mich erstaunlicherweise extrem geschlaucht haben. Dann ist das so. Der Schlaf ist kurz und dennoch relativ fest. Ziemlich gut, sozusagen 😀.

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Auf Tour

Wir lassen es ruhig angehen. Das Gepäck wandert, leider nicht von selbst, ins Auto. Die Ferienwohnung wird abgesaugt, das Bad gewischt, alles fein bezugsfertig für die Nachfolger hergerichtet und danach Laura über die gewünschte Reiseroute gebrieft 😉😀. Wir wählen die Tour über die „Siel-Straße“, unterqueren später die Weser im Tunnel und schlängeln uns nach kurzer Autobahnfahrt durch das chaotische Bremen bei Sturm und Regen zum Hotel. O wie ergreifend war am Vorabend noch die Vorstellung durch die Bremer Innenstadt zu schlendern, dem Schnoorviertel einen Besuch abzustatten … aber Kälte und Regen in Kombination mit einer gemütlichen Hotelsuite halten uns nunmehr davon ab. Außerdem geht es morgen ganz früh los, das ist jedenfalls der Plan. So schaue ich Humphrey beim Ermitteln zu, leide mit ihm als seine Freundin ins regenreiche England abfliegt und suche frühzeitig mein Lager auf. Der Schlaf fällt eher mau aus – kein Wunder bei dem Reiseplan am Samstag. Resümee: Regen ist gut für die Erde und Sonnenschein gut fürs Reisen 😉. Man kann nicht alles gleichzeitig haben. Aber, nicht zu vergessen, es waren echt tolle, sonnige, wunderbare Urlaubstage! Danke, lieber Gott!

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Urlaubsende

Dem Wetterbericht zufolge soll es heute regnen. Tut es aber allerhöchstens ansatzweise. Nett vom Wetter. Danke, lieber HERR! So können wir noch einmal in die Stadt aufbrechen bevor wir abends unsere Koffer packen. Ich nutze die Gelegenheit sogleich für eine Shoppinggelegenheit, ein Hoodie zum Sonderpreis. Wunderbar, so kann ich ein altes Teil daheim aussondern (hoffentlich tue ich es auch 🤔🤨). Wir haben einen anderen Parkplatz gewählt und können nun die Einkaufszone von unten her aufrollen. Und wieder erfüllt es mich mit großem Bedauern, dass Dodeas Geschäft leer steht. Kleines seufz 😉. – Ansonsten genießen wir den restlichen Tag, packen ein wenig, bereiten Laura auf die Tour vor und begeben uns ins Bettchen. So schnell saust die Zeit vorbei, kaum zu fassen. Aber es ist wie es ist. Der Schlaf fällt, wie vor jeder Tour, eher mittelprächtig aus. Das ist halt so. Seufz.

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Pizzeria Italia

So ein Ausschlafen ohne Aufgaben, die auf uns warten, hat schon etwas für sich. Nach Frühstück, News und Morgenandacht ist es daher fast schon wieder Mittag. Wer achtet schon auf die Zeit? Irgendwann brechen wir zu einem ausgiebigen Spaziergang auf der Nordseeseite des Deichs auf, lassen eine kleine Schiffswerft hinter uns und wandeln mit einem kurzen und einem längeren Bein (selbst der asphaltierte Weg unten am Deich läuft schräg auf die Nordsee zu) neben dem Wattenmeer umher. Das Gras auf dem Deich ist hoch und kräftig, es mangelt aber an Schafen, die abweiden, düngen und verfestigen können, Allroundviecher halt. Wo die wohl stecken? Ich beobachte Schlickwanderer mit schwarzen Füßen, auf Buhnen balancierende Kids und rasende Radler, die vorbeizischen. Mir ist die gemütliche Variante lieber, die glücklicherweise ebenfalls existiert. Langsam wandern wir unten wieder zurück, denn auf dem Deich und ebenso jenseits von ihm will ein mächtig-kühler Wind die Haare formen. Das brauche ich heute nicht. Zurück bei Laura statten wir dem Airport der Inselflieger noch einen Besuch ab und ich staune über die vielen Hubschrauber, die dort herumstehen. Die Inselflugzeuge sind wohl alle unterwegs. – Die körperliche Bewegung nötigt mir eine deftige Erholungspause ab bis es wieder aufstehen heißt um in einer Pizzeria alte Bekannte zu treffen. Es folgt ein bestechend schöner Abend mit munteren Gesprächen, bestem Essen, einem wohlmundenden Chianti und zum Abschluss einem nahezu perfekten Grappa. Wunderbarer Abend. Daheim wird es wieder sehr spät, was uns völlig egal ist. Wir können ja ausschlafen. Meine Nachtruhe lässt kaum Wünsche offen. Phantastisch.

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Urlaub pur!

Die Sonne meint es wirklich gut mit uns. Eigentlich hatte ich mich in der Planung daheim auf Sturm und Regen eingestellt. Denkste, sagt das Wetter. Toll! Wir flanieren durch die Fuzo, hier ist viel los, leider hat mein Fischerhemdshop aufgegeben – und ich wollte meinen Bestand doch noch ergänzen. Schade. Wir fühlen uns richtig wohl, verwerfen den Plan beim Fischimbiss im Hafen zu speisen und lassen uns hierorts nieder. Mein Matjes mit Bratkartoffeln und einem Salatberg mit nur wenig grünblättrigen Inhalten mundet mir perfekt. Schön ist es hier. – Nach einer intensiven Mittagspause nehmen wir uns Zeit für dies und das und staunen wie schnell es – völlig überraschend – schon sehr spät ist. Wer hat an der Uhr gedreht? Ein ruhiger Urlaubstag, den ich geruhsam ausklingen lasse um dann tiefenentspannt in die Nachtruhe zu starten. Hier schläft es sich echt toll.

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Schwarzwald Latte Energy

Für heute hat Amazon versprochen das bestellte Kombi-Ladegerät zu liefern. Das wäre superschnell gewesen. Aber heute verschiebt Amazon auf morgen. Na toll, bravo Amazon 😠☹️. Egal, is‘ wie is‘, wir fahren traditionell am ersten Tag in den Hafen direkt zu unserer üblichen Parkzone. Die Sonne wärmt uns prächtig, der Wind ist spürbar aber warm und verhindert so das Schwitzen. Es ist fast perfekt. Wundersame Drachenkonstruktionen schweben geräuschlos am Himmel – bis auf einen Krachmacher, einer stört immer 😀. Von ferne grüßt Norderney und von gegenüber Juist. Ob wir sie jemals besuchen werden? Diesmal leider nicht. Am Strand treffen wir auf einen genialen Verkaufswagen mit Kaffeespezialitäten. Ich kann nicht widerstehen und wähle einen Schwarzwald Latte. Selbiger entpuppt sich als ominöses Konglomerat aus aufgeschäumter Milch, irgendeine Art von Kirscharoma (oder Sirup?), einen Espresso und überreichlich Zucker. Der Geschmack ist unbeschreiblich und erinnert mit viel Phantasie an einen komplett gescheiterten Versuch eines Energie-Drink-Herstellers einen flüssigen Schwarzwälder Kirschtorten-Trank zu konzipieren, Arbeitstitel „Forest Bull“ 😉 oder so). Egal, ich hab’s ausgetrunken. Wir genießen die Nordsee-Atmosphäre in vollen Zügen bis wir uns irgendwann entschließen unsere Vorräte aldimäßig zu ergänzen. Auf der Fahrt durch Norddeich fallen uns wahre Menschenmassen ins Auge – wow hier ist echt viel los! – Den Abend verbringen wir mit ‚Nord Nord Mord‘ und einem kurzen Blick auf den neuen Barnaby. Und wieder schlafe ich sehr gut. Hier sollte ich wohl heimisch werden. Seufz.

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