Landtag

Nach dem Sport meiner Gattin und meiner üblichen Morgenroutine brechen wir mit Foxi zu einem Tagesausflug auf. Wir holen zwei langbeinige Mitfahrer ab, die sich in das Fahrzeug zwängen aber es geht ja nur in die Nachbarstadt. Am Theater steigen wir in einen Reisebus um, der uns bis direkt vor den Landtag in der Landeshauptstadt kutschiert. Nach kurzer Wartezeit, ich staune derweil über eine kleine Nische gefüllt mit drei Kernaussagen unserer Nationalhymne samt eines Portraits unseres guten Hoffmann-von-Fallerslebens. Nur warum ist diese Zentralaussage so in die Ecke gequetscht? War wohl nirgends sonst Platz 😉🤔. Wir werden durch das Foyer ins Untergeschoss geführt. Dort müssen wir alle größeren Mitbringsel deponieren, verständlich und voll okay. Im Anschluss sehen wir in einem Vorführraum den Landtagsabgeordneten auf der Leinwand live beim Diskutieren zu. Wenn man mit IG-Metallern und SPDlern unterwegs ist muss man zwangsläufig damit rechnen, dass sie sich nicht vom Bildschirm lösen können bevor „ihre Leute“ im Plenum zu Wort kommen. Geduld tut mir not. Schließlich können unsere Mitreisenden sich doch vom Fernsehen lösen und wir begeben uns ins Obergeschoss zum Raum der Landespressekonferenz. Dort wartet eine Abgeordnete, die die vielen Fragen ihrer Genossen mit bewundernswerter Geduld beantwortet. Die Dame ist in so vielen Gremien präsent, dass ich mich im Stillen frage, ob sie überhaupt eine Ahnung hat was „Freizeit“ praktisch beinhalten kann 😇. Schließlich, das Highlight, betreten wir die Zuschauertribüne des Landtags. Debatte live. Abgeordnete in ihrem natürlichen Habitat. Stark. „Hühnerhaufen“ wäre zwar eine Übertreibung aber der Wechsel innerhalb sowie von oder nach außerhalb des Plenums ist bemerkenswert. Sitzfleisch ist dünn gesät in dieser Schar. Aber interessant ist es allemal. Wortbeiträge in voller Länge, die bedeutungsvolle Aufgabe der Glas-Wasser-Wechslerin fürs Rednerpult, Stühle ohne jegliche Lehne für den Stenografischen Dienst und das Schweigegebot für die Besucher sind schon faszinierend. Spannend ist das Aneinandervorbeireden wenn Fragen oder Aussagen zu herausfordernd sind – sozusagen, wow, Kommunikation ohne Austausch (das muss man erst einmal können). Schließlich holt man uns zurück ins Gebäude und so endet unser Ausflug, wie üblich bei älteren Personen, mit einem Test der Keramikabteilung. Sie ist voll in Ordnung, kann ich bestätigen. Es geht wieder heim, hin und zurück ohne nennenswerten Stau, eine gute Leistung. Nachdem wir unsere Mitfahrer am Wunschort abgesetzt haben nehmen wir für uns spontan in der Seegaststätte zwei Pizzen mit, eine kleine und eine normale. Mich überfordert die normale, ich hätte es ahnen können, aber egal dann bleibt halt etwas für morgen übrig. – Der Abend ist dem Verdauen gewidmet und deshalb wird es wieder spät für mich. Dankenswerterweise macht der Schlaf einen guten Job. Spannender Tag.

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Phantasiewelten

Es ist erstaunlich wie Illusionen, Wunschvorstellungen und Träumereien das Weltbild, die Wahrnehmung der Gegenwart bei vielen Menschen (doch nicht etwa auch bei mir??) prägen. Zu Beginn der Nazidiktatur waren viele überzeugt, dass es gar nicht so schlimm wird obwohl Adolf alles deutlich angekündigt hatte. Zu Coronazeiten weigerten sich etliche Zeitgenossen, übrigens größtenteils bis heute, die Realität zu akzeptieren und bastelten sich lieber eine Traumwelt, die sie für real erklärten. Jetzt erlebe ich im Nachbarbundesland, dass meine Mitmenschen eine Partei wählten, deren Programm vor sozialen, menschlichen und wirtschaftlichen Grausamkeiten, Fehleinschätzungen und Realitätsverzerrungen nur so überquillt. Sie sind Mahnung für mich, meine eigene Wahrnehmung immer wieder an der Wirklichkeit, an Fakten und nachprüfbaren Erkenntnissen zu kalibrieren, zu justieren. – Am Nachmittag konkretisiert sich eine diakonische Aufgabe für meine Mitbewohnerin. Mich betrifft diese am Rande, vermute ich, wenn es mehr werden sollte wäre es auch nicht tragisch. – Endlich komme ich mal wieder zur Abendandacht und es gefällt mir gar nicht wie oft ich sie ausfallen ließ. Meine diesbezügliche Disziplin hat noch enormen Raum nach oben. Seufz. -Ansonsten wird es ein normaler Abend mit spätem Ende. Der Schlaf lässt sich noch mehr Zeit, glänzt aber mit ein paar guten Momenten 🤔. Nun denn.

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Die braune Welle – der Abgrund für Deutschland

Es wird Zeit meine Podologin aufzusuchen. In der Nachbarstadt sind heute die Parkplätze heiß begehrt so ergattern wir erst im zweiten Anlauf einen. Erfreulich. Nach der Behandlung schwebe ich fast zum Auto. Wunderbar. – Nachmittags treffe ich mich mit einer kleinen Männerrunde. Das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt nimmt natürlich breiten Raum ein. Ich verstehe durchaus den Ärger über die vor sich hinstolpernde Bundesregierung aber die Hinwendung zu rechtsnationalen Kreisen entzieht sich für mich jeglicher Logik. Aus Protest könnte man ja die Tierschutz- oder die Gartenpartei wählen und damit weitaus weniger Schaden anrichten. Aber vielleicht geht es ja gerade darum Schaden anzurichten. Das ist tatsächlich gelungen. Na toll. Uns erwartet nun ganz großes Theater im Nachbarbundesland, vielleicht sogar ein weiterer Wahlgang. Wie würde Obelix sagen: „Die spinnen, die Anhaltiner.“ Dem stimme ich voll zu. Ich hätte gar nichts gegen eine schwarzkonservative Partei, doch die tragenden braunen Säulen und das menschenfeindliche Programm stören mich bei dem ‚Abgrund für Deutschland‘, der braunen Welle. Sollen die Nachbarn doch die Früchte ernten, die sie gesät haben. Es bleibt spannend. – Später, wieder daheim, schaue ich dem neueren Barnaby zu wie er altbekannte Fälle löst. Es wird normal spät aber der Schlaf ist fast perfekt. Toll.

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Christenverfolgung

Die Studierstube tagt endlich mal wieder bei uns. Das heutige Thema ist „Frieden“. Uns eröffnet sich ein weites Feld und so (ver)läuft auch die Diskussion, trotz des Versuchs den Begriff einzugrenzen. Wie zu erwarten kommen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen, eine ansprechende Vielfalt, wenn auch ein klein bisschen oberflächlicher als sonst. Aber das ist bei solch umfassender Bedeutung nicht zu vermeiden. Trotzdem bleibt es spannend und interessant. – Nach der letzten deutlich unterdurchschnittlichen Nacht fällt die Mittagsruhe überdurchschnittlich aus 😀. – Am Monatsanfang verlagert sich der Gottesdienst unserer Gemeinde immer in die Abendstunden. Uns erwartet eine Predigt über zwei Verse des 23. Psalms, dazu ein Vortrag von Open Doors, einer Organisation, die sich um verfolgte christliche Geschwister kümmert. Themenschwerpunkt sind drei Länder am Rande der Sahelzone, die unter Banden des terroristischen Islams leiden. Massenmord, Vergewaltigung, Einschüchterung und Zerstörung von Kirchengebäuden sind an der Tagesordnung. Die Folgen sind Flucht und Vertreibung aber auch mutiger Neuaufbau, Gebet und Gottvertrauen. Die Schicksale von Glaubensgeschwistern sind herzzerreißend, die Brutalität, die ihnen widerfährt höchst erschreckend. – Es wird heute spät nach dem Gottesdienst und noch später zu Hause. Auch diese Nachtruhe ist nicht sonderlich erbaulich. Dabei fällt mir ein, dass unsere heißgeliebte Bundesregierung doch zur Gesundheitsförderung auch eine Schlafsteuer einführen könnte: jede Minute unterhalb und oberhalb von acht Stunden Schlaf pro Nacht ist steuerpflichtig. Dabei ginge es natürlich nur um das Wohl der Bevölkerung, keinesfalls um die Knete – keine Frage🤔🤨.

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Aufflammender Gemeinschaftsgeist

Meine ehemaligen Mitschüler entwickeln eine unerwartete Kreativität. Zuerst haben wir uns alle zehn Jahre getroffen, später alle fünf und neuerdings finden sich einige von uns jährlich zusammen. Doch damit nicht genug. Jetzt schwirrt eine Idee im Raum uns in zwei Jahren samt Ehepartner in Berlin zu treffen. Ich bin überwältigt von solchem Gemeinschaftsgeist – einerseits bin ich froh die Schul- und Arbeitszeit überwunden zu haben – andererseits berührt mich der aufflammende Gemeinschaftsgeist. Das kommt mir wie ein glimmender Docht vor, der völlig unerwartet wieder aufflammt. Liegt es am Alter? Ist es ein sich schließender Kreis? Oder nur zu viel freie Zeit? Wer weiß. An dieser Nostalgie-Eruption teilzunehmen wäre, zugegeben, nicht unreizvoll 😉😀. Jedenfalls erledige ich in diesem Sinne noch ein wenig Korrespondenz bevor ich mein Tagebuch auf den neuesten Stand bringe. Vielmehr hat mir dieser Tag nicht zu bieten aber das ist ja schon mehr als genug. Faszinierend, was in meinen alten Tagen noch neu erstrahlt 🤨😇. Es ist wie es ist. Der Schlaf ist dagegen eher unterdurchschnittlich. Nur wenig ist voll perfekt.

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Staubsaugtag

Der Tag nach dem Klassentreffen ist auch schön. Nach der Andacht bedanke mich brav für die einwandfreie Planung, bestätige eine Einladung und begebe mich zu meiner Gemeinde. Das Saugabenteuer wartet schon auf mich. Also Sauger raus, Ohrstöpsel rein, einen Vortrag über die Menschenrechte aus christlicher Sicht starten und los geht es. Ich schwitze ziemlich aber das überrascht mich nicht sonderlich – so bin ich eben. – Zum Lunch hat heute ein Chinese für mich gekocht, schmackhaft und gut. – Nach dem Mittagsschlaf ordne ich unsere Finanzen, erledige Korrespondenz und freue mich über die Abendandacht. Schließlich switche ich mich in die Karibik und schaue mir zwei Folgen von ‚Death in Paradise‘ an. Jetzt noch ein bisschen YouTube und ab geht es in die Nacht. Der Schlaf ist freundlich zu mir und die Unterbrechungen halten sich im Rahmen. Ruhiger Tag.

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Klassentreffen

Es geht früh aus dem Bett. Nach dem Frühstück mache ich mich auf den Weg. Mein Ziel ist meine „alte“ Realschule, die zwischendurch geschlossen, dann als Fortbildungsstätte für den VW-Konzern neu belebt und kürzlich einem Gymnasium als Außenstelle für die oberen Klassen zugeordnet wurde. Ich treffe mich vor der Tür mit etlichen meiner damaligen Mitschülern, allesamt im Rentenalter. Ich erkenne alle, das letzte Treffen ist ja noch nicht so lange her 😉. Die Begrüßung fällt herzlich aus. Der Konrektor des Gymnasiums führt uns durch die Funktionsräume (Chemie, Physik, Kunst, Theater …) und stellt die technisch hochwertigen Ausstattungen vor. Ich staune über die Experimentiervielfalt, über WhiteBoards und Projektionsmöglichkeiten. Stark. Einer von uns erinnert sich an zum Erdkundeunterricht aufgerollte Karten, die wir vorher aus dem Magazin für den Unterricht transportieren mussten. Allein der gedruckte „Diercke-Weltatlas“ scheint den Zeitenwandel überlebt zu haben. Die am wenigsten benutzten Dinge scheinen allerbestens zu überleben 😉🤔😇. Allein die Atmosphäre dieser kahlen weißen Zimmer mit Plastikstühlen und Kunststofftischen ist eher bedrückend denn lernstimmungshebend. Noch sind die Räume nicht eingeweiht – irgendwann zwischen Herbst und Frühjahr soll es losgehen. Der Schulhof wurde ebenfalls neu gestaltet, sieht gut aus aber die überall hervorschießenden Wildkräuter, also Disteln in voller Pracht, Löwenzahn und dergleichen, stören die Optik für uns „Old-Schooler“😁. Insgesamt eine hochinteressante Führung. Im Anschluss fährt unsere „Mannschaft“ zur Burg Neuhaus. Eine Sektpause später kommt der Guide, der unser Wissen mit schier unendlichen Informationen über das Gebäude zu bereichern versucht. Danach gehen wir ins kleine Museum, lassen uns die Exponate fachkundig vorstellen aber irgendwann motzt mein Rücken. Massiv. Ich setze mich ab – die anderen wollen sich zum Allersee begeben. Mich lockt nur die Mittagsruhe, der ich sofort nach dem Lunch fröne obwohl meine Waden ziemlich zucken. Altersbedingt offensichtlich. Logischerweise lasse ich den Tag in aller Ruhe und Gelassenheit ausklingen. Es wird normal spät und der Schlaf ist wirklich gut. Fein.

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Übliches, alltägliches

Meine Allerliebste turnt, ich wickle meine normale Morgenroutine ab. So ist jeder beschäftigt 😀. Mein Tagebuch verlangt sein Recht. Okay. – Nachmittags treffe ich mich mit ein paar Freunden. Wir diskutieren, sprechen und tauschen uns aus. Es beginnt später und dauert länger. Ich habe dieses Meeting durchaus vermisst. – Abends wird es nicht sehr spät. Der Schlaf ist okay. Alles normal. Alles ist gut.

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