Pfefferarme Beschaulichkeit

Früh, ganz früh, sozusagen nächtens, kommen die Handwerker. Heute bringen sie Blenden an. Dazu muss eine ebene Grundfläche mit sägen, flexen und kürzen egalisiert werden. So sind sie den ganzen Vormittag zugange. Ich sehen schwarz für die Endabrechnung. Da müssen wir durch. Gegen Mittag sind sie fertig. Es sieht sehr gut aus. – Am Nachmittag will ich ein Wand unseres Gartenhauses streichen. Ein, wie wir überzeugt sind, leerer Nistkasten wurde bei den Arbeiten hin und her gerückt. Jetzt schaut meine Flatterviehfreundin spontan hinein und ist schockiert. Drinnen reißen schon federbehaftete Jungvögel ihre Schnäbel auf. Dort sind im Juli noch Meisen mit der Aufzucht beschäftigt! Fix rücken wir den Kasten an seinen Ursprungsplatz und warten. Gott sei Dank finden ihn die Altvögel wieder und füttern weiter. Ich lasse sie erst einmal in Ruhe um deutlich später eine Etage unter ihnen in aller Vorsicht den Profilbohlen einen schützenden Überzug zu verpassen. Das ist schnell getan und die Piepmätze widmen sich intensiv ihrer Nachwuchspflege. Fein. Ich schwänze unsere Mitgliederversammlung und das ist sehr gut so, denn ich hätte mich nur ungeheuer echauffiert und das muss nicht sein. Unsere ehemals urdemokratisch aufgebaute Gemeinde (jeder „Sch…“ wurde in großer Runde erörtert) wandelt sich langsam in eine regierte (es wird erst entschieden und dann bestätigungsfördernd ausführlich präsentiert) um. Aber wir, jeder Einzelne, wollen das so, denn die markanten Kritiker sind verschwunden und keiner fühlt sich berufen ihren „Job“ zu übernehmen (ich auch nicht). Wir (samt meiner Wenigkeit) leben allesamt lieber auf die sanfte, salz- und pfefferarme Tour. Schade eigentlich. Da sitze ich doch viel beschaulicher pfeifenschmauchend in unserer Lounge. Da is schee. Es wird gar nicht so spät.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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