Erfahrungen

Beerdigungsbräuche verfolgen mich schon seit Beginn meiner Pensionistenzeit. Heute ist wieder so ein Tag. Wir fahren zu einer Kirche. Dort findet die Trauerfeier ohne Sarg aber mit Porträt und solider Auferstehungsgewissheit statt. Sehr ergreifend. Dann begeben wir uns zu unseren fahrbaren Untersätzen und sausen zum Friedhof, spazieren vor die Kapelle und warten am Eingang auf den Sarg. Einer der Beteiligten gibt erst einmal seinem Räucherstäbchen die Ehre und versenkt den Filter routiniert in der Muffe des Regenfallrohrs. Eine kleine Weile später treffen die sechs Sargträger mit dem Sarg ein, es folgt eine kurze Überlegungszeit und wir begeben uns gemeinsam zum Grab. Das Grabfeld ist eine Wiese mit einem Obstbaum vor jedem Grab. Ich bin sehr angetan. Im Anschluss tauschen wir uns in einem kleinen Kreis bei superguter Hochzeitssuppe und diversen Sättigungsköstlichkeiten aus. Zu Hause wartet eine „böse“ Überraschung auf mich – die Einladung zum Klassentreffen 50 Jahre nach Schulende. Da muss ich wohl hin und so tun als ob ich meine inzwischen etwas grauer gewordenen und mit charaktervolleren Gesichtszügen ausgestatteten Mitstreiter allesamt erkennen würde. So bleibt mir wohl oder übel allein ein überzeugendes „ach du bist es“ obwohl eher drei Fragezeichen angebracht wären. Ich übe schon mal.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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