Von Alken nach Cochem

Die Nacht verbringen wir in Alken unterhalb der Burg Thurant. Morgens fahren wir durch die malerische Mosellandschaft bis nach Cochem. Unser Außenbalkon erweist sich dabei als großer Wurf für die Tour. Nicht zu vergleichen mit einem französischen Scheinbalkon. Herrlich draußen zu sitzen! Ich führe mein Tagebuch weiter, bin sehr angetan vom Passieren enger Schleusen und versuche mich beim Essen weitgehend zurückzuhalten. Obwohl ich nach einer kleinen Vorspeise und einer Suppe beim Lunch absolut satt bin, ist es dennoch eine psychische Herausforderung den anderen beim Vernichten des Hauptgangs zuzuschauen. Warum fällt mir Verzicht trotz übervollem Magens so schwer? Selbst in meinem Alter bin ich mir selbst manchmal noch ein Rätsel. – Nach der nötigen Mittagspause machen wir uns auf den Weg ins ebenso malerische wie touristisch überlaufene Moselstädtchen Cochem. In der Nachmittagshitze tapern wir zur Moselbrücke, überwinden etliche Stufen und werden, oben angekommen, von einer erfrischenden Brise überrascht. Tolles Feeling. Auf der anderen Moselseite stürzen wir uns ins Gewimmel. Hübsch anzusehen ist die City schon mit der Ansammlung altehrwürdiger Gebäude, historischer Plätze und enger Gassen. Voll verblüfft sehe ich, dass meine Reisegefährtin tatsächlich zwei freie schattige Sitzplätze auf dem Rathausplatz ergattert hat. Stark. Nachdem wir irgendwann lange genug ‚Leute geguckt‘ haben, spazieren wir weiter. Entlang der Mosel hat sich die Gastronomie breit gemacht, nur unterbrochen von Lädchen voller touristischer Tandwaren. Erneut finden wir eine Schattenbank mit Blick auf die Mosel und sehen den Ausflugsdampfern beim An- und Ablegen zu. Dabei begegnet uns sogar unser erstes Frachtschiff auf diesem Fluss. – Nach dem Rückweg gönnen wir uns ein großes Bier an Bord und hätten fast den Kapitänsempfang verpasst mit Vorstellung seiner leitenden Angestellten, denn der Captain ist gleichzeitig Eigner des Schiffes. – Das Dinner füllt den sowieso schon vollen Magen bis zum obersten Rand. Danach brauche ich dringend einen Cognac. Später auf dem Sonnendeck bestelle ich mir daher einen doppelten Remy und erhalte eine ordentliche Menge des braunen Saftes. Die von mir abzuzeichnende Rechnung lässt allerdings meine Hand ein wenig zittern. Billig ist das Vergnügen wahrlich nicht. Oft sollte ich mir das nicht leisten, Magenbedürfnis hin oder her 😉🤔😇. Es wird normal spät, der Schlaf ist gut, wenn auch die Watch ihn nur als mittelmäßig einstuft. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden. So soll es sein.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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