Dambeck

Ein nicht ganz so normaler Mittwoch beginnt mit dem sportlichen Einsatz meiner Mitbewohnerin. Ich dagegen lasse mir Zeit und bereite mich in aller Ruhe auf die Herausforderungen des Tages vor. Der Vormittag bewegt sich in den vorgegebenen Bahnen und wir finden sogar noch Zeit für die Morgenandacht. Dann aber geht es los. Mit Foxi und Laura von Grün fahren wir zu unserer Gemeinde. Dort warten schon etliche Mitreisende auf uns. Erfreulicherweise wird nur eines unserer Fahrzeuge benötigt um reiselustige Senioren zu transportieren. Laura bringt uns sicher ins Kloster Dambeck nach einer Stunde Fahrt. Dort treffen fast alle Autos ein bis auf zwei Fahrzeuge, die der Irrleitung einer Baustelle zum Opfer gefallen sind und so eine gute Stunde länger benötigen. Letztlich sind doch alle rechtzeitig zur Andacht an. Ich staune über den Wagemut von fünf Familien, die das durch den Sozialismus völlig verwahrloste Kloster wieder aufbauen wollen. Bei einzelnen Gebäuden, einschließlich der Kirche, ist es ihnen im Rahmen ihrer Möglichkeiten ziemlich gut gelungen. Aber es wartet noch ein gerüttelt Maß an Arbeit auf sie. Mich würde die Last des Verfalls in Kombination mit dem täglichen Anblick der DDR-typischen Putzoptik voll deprimieren aber die Bewohner scheinen mit einem Berg von Zuversicht gesegnet zu sein. Kaffee und Kuchen gibt es für uns im ehemaligen Lazarett im Obergeschoss, darunter, im Kellergewölbe befindet sich übrigens die ehemalige Pilgerherberge. Ich merke wieder einmal wie mich äußerer Schein beeinflussen kann – ein Wohlstandsmakel, der mich immer wieder beeinflusst, bewusst und unbewusst. Das ist gar nicht gut. – Gegen sieben bin ich wieder daheim um einem entspannten, erholsamen, ruhigen Abend entgegenzugehen. Das Seniorenbett sieht mich relativ früh und der Schlaf tut seinen Job. Was will ich mehr?

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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