Theologen und Önologen

Die Handwerker sind da. Das ist toll. Schnell sehen unsere Räume nach dem ersten Anstrich schon ganz anders aus. Nur der Teppichboden leistet intensiv Widerstand. Erst teilt er sich und dann setzt sich seine weiche Unterseite allen maschinellen Abschleifversuchen erfolgreich zur Wehr. Also bleibt nur der gute alte Spachtel. Arme Handwerker – und das meine ich voll ernst. Da haben sie eine gute Ausstattung mitgebracht und dann erweisen sich die Materialien als total widerborstig. Widerborstig bin auch ich heute Abend bei einer Anfrage zu einem Predigtdienst. Ich und predigen? Zu meiner letzten Predigt kamen 12 Personen – absoluter Negativrekord. Das war ja wohl eindeutig! Widerborstig bin ich aber auch beim heutigen Bibelabend. Statt des erwarteten Vortrags mit nachfolgender Erörterung erwartet mich ein Seminar über praktiziertes Bibellesen. Nein, ich bin nicht amused. In der Gruppe – ich liebe Gruppenarbeiten wenn eine gründlich Vorbereitung eines Einzelnen durch die Teilnehmer um Ecken und Kanten bereinigt, verfeinert und verziert wird – aber ich sperre mich vehement gegen Gruppen, die ahnungslos gemeinsam etwas erarbeiten sollen. Letzteres blüht mir heute. Wie soll ich zu einem Bibeltext Fragen zu Personen, zur Zeit, zum Ort beantworten, wenn mir zur Recherche jegliche Hilfsmittel fehlen? Okay, die Bibel ist ein faszinierendes Buch, das immer wieder neu persönliche Botschaften vermitteln kann. Keine Frage. Aber wenn ich mich um eine Auslegung eines Textes mühe, brauche ich Hintergrundinformationen, die leider nicht durch eine Vielzahl von Menschen sondern nur durch tiefgründiges Wissen erlangt werden können. Dann kommt noch dazu, dass mich unser – von mir übrigens sehr geschätzter – Pastor mit der Behauptung nervt, dass eine Bemerkung über Petrus nicht zum Text passe obwohl ich dort einen sehr engen Zusammenhang sehe. Besser ich wechsle von der Theologie zur Önologie. Die ist zwar genauso gefährlich, mundet aber besser. Santé.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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