Dissonanzen

In unserer Studierstube diskutieren wir über Hesekiels Verantwortung seine Botschaft an den Mann zu bringen. Wie sieht unsere Verantwortung heute aus – gegenüber Gott, unseren Mitchristen und unseren Nächsten? Allgemein ist das leichter abzuhandeln, schwieriger wird es im Einzelfall. Außerdem bewegt uns die Frage ob Hesekiel schon eine prophetische Sicht auf den Messias, auf Jesus, hatte oder ihm nur ein neuer König „vorschwebte“. – Warum lassen sich manche Menschen einfach hängen, wenn das Umfeld ihnen nicht passt, während andere sich kräftig mühen das Beste aus ihrer neuen Lage zu machen? Wieso spricht man bei ersteren wie gegen eine Wand und die anderen erzählen mehr oder weniger begeistert von ihren ‚Erfolgen‘? Ich jedenfalls habe heute ein recht erschütterndes Erlebnis mit meiner Mum, das mir sehr zu schaffen macht. – Im abendlichen Gottesdienst geht es um Jona, um die Dissonanzen in seiner Geschichte: Ein Prophet wider Willen, der nach Ninive gesandt wird, sich sofort auf den Weg macht aber gezielt in die entgegengesetzte Richtung. Es geht um eine Schiffscrew, die den ihnen unbekannten Gott Israels voller Inbrunst anbetet und einen Propheten eben dieses Gottes, der mit ihm hadert. Ein Prophet, der nach einem unappetitlichen Aufenthalt in einem Fischmagen ausgekotzt (wörtlich!) wird, danach gezwungenermaßen in Ninive eine miserable, kurze Predigt hält, die dennoch eine überwältigende Wirkung entfaltet. Ein also gesegneter Prophet, der über seinen ‚Erfolg‘ aus tiefstem Herzen grollt und dennoch Gottes Zuwendung erfährt. Das wirft Fragen auf: Wo höre ich weg? Wo lebe ich gegen meine Erkenntnisse weil Konsequenz Unbequemlichkeit verheißt? Wo verweigere ich mich meinen Begabungen? – Es folgt ein Abendmahl, das mich sehr ergreift. – Die Dissonanz folgt auf dem Fuß als ich in meinem nächtlichen Gebet, einfach so mittendrin, den Faden verliere, einen völligen Schmarrn bete, der mich zum Verstummen bringt. Zu müde zum Beten? Zu unkonzentriert? Einfach dissonant!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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