Die Studierstube am Morgen wird ihrem Namen gerecht. Natürlich nicht aus Sicht studierter Theologen, die sich über Spitzfindigkeiten enorm ereifern können, nein, aus Sicht von Laien, die sich an biblischen Texten und Zusammenhängen reiben wollen, sie zu verstehen und einzuordnen versuchen. Es ist ein erquicklicher Vormittag. Ich youtube am Nachmittag ein bisschen herum, beobachte einen Influencer beim Neustart seines smarten Gartens nach der Winterpause (köstlich), begleite einen anderen, der mit dem Mercedes-Service so seine Probleme hatte und schaue im Anschluss Autofahrern bei Chaosfahrten zu. Erstaunlich auf wie viel Weisen man seinen fahrbaren Untersatz schrotten kann. – Beim abendlichen Gottesdienst geht es um Mission im engen Gemeindeumfeld mit mancherlei guten Ansätzen und leider wieder einmal dem Unverständnis eines kontaktfreudigen Pastors gegenüber kontaktschwachen Gemeindegliedern. Aber das war ja schon immer so im pietistischen Lager. Seufz. – Abends geht es für mich mit YouTube weiter, der Lebensstil der zehn reichsten Deutschen zeigt, dass man auch mit viel Kohle zurückhaltend leben kann, Sportler kreieren geniale Spielzüge, erweisen in einem anderen Video Respekt voreinander und – als Abschluss gedacht – begebe ich mich wieder zum Airport Frankfurt. Doch erstens kommt es anders und zweitens „überfällt“ mich plötzlich der Gefangenenchor aus Nabucco – ich bin sehr angerührt. Schließlich, Schande über mein Haupt, höre ich tatsächlich Heino (ja, dem mit der schwarzen Brille) zu. Wiewohl ich seinen Liedgeschmack nicht teile, überhaupt nicht, bin ich doch positiv überrascht von seiner Interpretation alter Kirchenlieder. Er präsentiert sie schlicht, textgetreu und ohne Firlefanz. Diese Seite an ihm kannte ich noch nicht und sie, das gestehe ich gern, gefällt mir durchaus. So wird es doch sehr spät – immerhin steht der Schlaf einsatzfreudig bereit. Toll.
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