Rühr mich nicht an!

Unser Alarmsystem ist in die Jahre gekommen. Es funktioniert zweifellos prächtig aber die Bewegungsmelder beziehen ihre Kraft noch aus ihren allerersten Batterien. Die Kellertür dagegen verlangt nahezu jedes Jahr einen Knopfzellentausch, sie wird halt oft geöffnet. So entschließe ich mich, die Mignonzellen der Bewegungsmelder prophylaktisch auszutauschen. Das ist gar nicht so einfach. Ich stelle die Sirenen möglichst leise, öffne das Batteriefach des Melders und schon jault der Alarm los – gedämpft zwar aber nervend. Deaktivieren, Tausch vornehmen und beim Schließen schrillt es schon wieder los. Absolut ätzend. Vier Melder später bin ich fertig und geschafft. Ein „Rühr-mich-nicht-an-System“ hat bei uns Heimat gefunden. Vielleicht hätte ich doch mehr ausgeben sollen für ‚det Janze‘ … – Später trifft das georderte Vogelfutter ein, winzig kleine Sonnenblumenkerne, die offensichtlich heute nicht auf begeisterte Reaktionen seitens der gefiederten Welt treffen. Warten wir es mal ab. – Schließlich besuche ich endlich mal wieder Mutti. Es ist so traurig sie dort liegen zu sehen, keinerlei Reaktionen zeigend, höchstens mal die Augen mit einem leeren Blick öffnend. Das Alter kann schockierende Begleiter haben. – Im Laufe des Abends lese ich endlich das letzte Kapitel von Osmans Roman. Während die Vorläufer immer zum Schmunzeln animierten, kommt dieses Buch sehr nachdenklich daher, unerwartet aber vielsagend. Es wird natürlich spät, leider, der Schlaf lässt es lässig angehen. Eine Zeit der verrückten Träume bricht an. Dann ist das so.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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