Durch die Biskaya hindurch

Auf unserem letzten reinen Seetag erleben wir eine friedliche Biskaya. Das Schiff schwankt bei zwei bis drei Meter hohen Wellen nur wenig und ich gewöhne mich langsam ans breitbeinige Gehen. Bei mir schleicht sich die Erkenntnis ein, dass große Cruise-Pötte durchaus ihre Vorteile haben. Hierorts ist bei rauem Wetter das Angebot an öffentlichen Aufenthaltsorten arg begrenzt. Mein Lieblingsort verhindert durch eine geschlossene Reling dummerweise den Blick auf die See. Der französische Balkon der Kabine bietet dagegen eine nette Sicht, doch wer will schon immer in der Kabine herumhängen? Mein doofer Nerv zwingt mich schon viel zu oft dazu. Seufz. Lunch lassen wir ausfallen, nachmittags spielt meine Quizbegeisterte bei „Stadt, Land, Fluss“ mit. Der Kaisersaal hat sich inzwischen in ein Wiener Kaffeehaus verwandelt, es gibt österreichische Spezialitäten und kuchenlustig einfallende Massen. Wir ergattern zerfledderte Eierkuchen mit Pflaumensauce, auch Kaiserschmarren genannt, und Plätze auf der Balkonebene. Dazu „erfreut“ mich die wientypische Fiedelei samt Klavierbegleitung. Einem Ehepartner gefällt’s, der andere reagiert gereizt. So kann es kommen. – Abends machen wir, gemeinsam mit einem pensionierten Arzt, den meine kontaktfreudige Gattin kennengelernt hat, zwei geschenkte Sektflaschen bei freundlicher Plauderei nieder. Die Couch im ‚Alten Fritz‘ erhält dabei mein Prädikat „extrem rückenfreundlich“. Mein ansonsten leicht reizbarer Nerv mag sie jedenfalls. Das tut mir gut! Ruckzuck ist es spät und zwei Schmalzbrote danach liegen wir im schmalen Kabinenbett. Der Schlaf lässt sich nicht lumpen.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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