Blumeninsel, Nordwestpassage und ein Burger

Mein Lieblingslektor an Bord berichtet heute über Madeira. Es ist keine Insel für Strandurlauber, meint er, denn es gibt nur einen künstlichen Strand mit Sand, importiert aus Marokko. Aber es ist eine Blumeninsel, das bedeutet natürlich Sonne und viel Regen – auf beides sollte man eingestellt sein. Er erwähnt die Bewässerungsgräben, einige Sehenswürdigkeiten und natürlich die dazugehörigen anderen Inseln rundum. Ein wie gewohnt vielseitiger, reichlich bebilderter und rhetorisch guter Vortrag. – Gegen Mittag begeben wir uns zum anderen Lektor, der uns Informatives über die Nordwestpassage nahebringt, also die Verbindung zwischen Atlantik und Pazifik nördlich von Kanada. Er glänzt wie immer mit einer Menge historischer Fakten, erwähnt gescheiterte, teilweise gelungene und schließlich erfolgreiche Versuche – den ersten nur von Land aus und eine ganze Zeit später die echte Durchfahrt auf See. Der Klimawandel hat inzwischen diesen Weg meist ganzjährig geöffnet. Wie zu erwarten streiten sich die politischen Mächte um die Hoheitsrechte auf diesem Gebiet – wie könnte es anders sein? Rhetorisch bleibt das Referat blass. – Kaum ist er fertig springt die Zeit wieder eine Stunde vor – wir sind jetzt nur noch eine Stunde hinterher. -Egal, der Kabinenbalkon hat Sehnsucht nach uns. Das Wetter ist herrlich. Ich halte dort ein Schläfchen, die Füße und Schienbeine (voll geschützt natürlich) in der Sonne und schnorchle so vor mich hin. Wunderbar! Heute weht nur eine leichte, leise Brise. Bald erhalte ich Gesellschaft von einer ebenso Ruhesuchenden. Perfekt. Gegen Abend begeben wir uns zur Außenalster, auch dort ist es warm und nahezu windstill. Ein Mosquito für die Dame und einen Aperol Sprizz für den Herren begünstigen jegliches Wohlgefühl. Eigentlich hatte ich für diesen Tag mit europäischer Kühle und mittelschwerem Windesbrausen gerechnet – es kam anders, einfach nur toll! – Zum Tagesabschluss verzaubert uns noch der Bord-Magier mit schier unglaublichen Variationen einer Glückssträhne. Ja, das Programm auf der Rücktour hat an Unterhaltungswert deutlich gewonnen. – Zum Dinner gönne ich mir meinen ersten Burger, extra scharf selbstverständlich, mit echtem schmeckbaren Hackfleisch und akzeptablem Brötchen oben und unten (keine Superluffen wie bei MacDaisy). Da mein Mund ein wenig vor sich hin brennt hole ich mir zum Dessert noch ein Eis und wandle schleckend zur Kabine. Dort überfällt mich der Schlaf mächtig gewaltig. So soll es sein. Was für ein Tag!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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