Wieder rauscht ein Tag dahin. Bei der Rückengymnastik höre ich Roger Liebi bei seinen Ausführungen zum Römerbrief zu. Angesichts des Textfortschritts mit unzähligen Abweichungen, Erklärungen in unvorstellbarer Breite und weitschweifigen Wortdefinitionen befürchte ich, dass er noch ein bis drei Jahren benötigen wird. In anderthalb Stunden hat er einen Vers abgehandelt. Schlimm ist, dass ich am Ende einer Erklärung den Ausgangspunkt völlig aus der Erinnerung verloren habe. Es ist eine Geduldsprobe, die ich nur aushalte, weil auch seine „Ausflüge“ allein hörenswerte Vorträge sind😉🤔. – Nachmittags bleibt der versprochene Regen aus und ich befürchte der monatliche Niederschlag bleibt wieder unter dem Durchschnitt. In der „heute-Sendung“ behaupten sie zwar, dass der Juli übermäßig feucht gewesen wäre – aber nicht bei uns! – Die Zeitung von morgen, die wir heute schon lesen können, bringt auf Seite 1, dass sich 26% der Niedersachsen keinen einwöchigen Urlaub leisten können, noch nicht einmal bei Freunden und Verwandten. Das kommt mir komisch vor. Als Quelle wird das Statistische Bundesamt genannt. Also forsche ich nach. Dort suche ich ein wenig und finde eine derartige Pressemeldung. Sie bezieht sich auf den Mikro-Zensus, also eine Befragung eines Querschnitts der Bevölkerung. Irgendwo muss doch so ein Musterfragebogen hinterlegt sein – und tatsächlich ich werde fündig. In demselben taucht mitten in einer Vielzahl von Ausforschungen tatsächlich die besagte Fragestellung auf. Man kann sie mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten. Aha. Die Pressemeldung hätte also lauten müssen, dass 26% der Befragten sich so äußerten. Die Aussage wird einfach hingenommen, es gibt keinen Abgleich mit Einkommensdaten o.ä. um die Plausibilität querzuchecken. Wenigstens hätte ich an ganz anderer Stelle die Kontrollfrage erwartet ob diese Statistikopfer in diesem oder letzten Jahr in Urlaub waren. Und dann wundern sich die Medien warum ihr Glaubwürdigkeit im Sinkflug ist – ganz klar: weil sie das Recherchieren scheuen. – Der Abend bringt nichts was erwähnenswert wäre. Es geht relativ früh ins Seniorenbett, der Schlaf kommt recht schnell dazu und bringt den Unterbrechungskasper mit. Seufz.
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