Beerdigung

Ausschlafen, aufstehen und frühstücken – an so einem Tag präferiere ich ein belegtes Brötchen statt des üblichen trockenen Knäckebrots. Das muss sein! Ich treffe die letztgültige Entscheidung bezüglich meiner Garderobe. Ein kleiner Glücksfall ist dabei mein neues Sakko – manchmal passt manches ungeplant gut. Schwager und Schwägerin treffen ein, wir plaudern ein wenig und begeben uns dann auf die Fahrt zum Friedhof. Das Wetter ist uns freundlich gesinnt, außerdem sind für uns noch die letzten zwei Parkplätze in der Seitenstraße frei. Etliche Trauergäste sind nämlich trotz der frühen Zeit schon da. Die Trauergemeinde ist nicht zu groß und nicht zu klein, wir begrüßen einander – leider sieht man sich oft nur zu solchen Ereignissen. Schade. Ich nutze die Zeit, um von Mutti in der Kapelle allein und in Ruhe Abschied zu nehmen – das warme Wetter hält die Gäste draußen fest. Das ist für mich sehr passend. Die Pastorin findet die richtigen Worte, obwohl sie Mutti ja überhaupt nicht kannte. Ich staune wie selbstverständlich unsere Geistlichkeit davon ausgeht, dass jeder Getaufte in den Himmel kommt, was in der Bibel bekanntlich deutlich anders beschrieben ist. Gott sei Dank muss ich das nicht entscheiden, Jesus allein urteilt darüber und das ist sehr gut so! Die Urnenbeisetzung macht es mir schwer, ich habe da meine gefühlsmäßigen Schwierigkeiten mir den geliebten Menschen in so einem winzigen Behälter vorzustellen – aber das ist halt mein Problem. Seufz. – Das Kaffeetrinken im Anschluss entwickelt sich gut, wir kommen ins Gespräch, die Bewirtung ist voll okay, die Beerdigungssuppe mundet nach dem Nachwürzen echt gut, der Stachelbeerkuchen ist sauer aber ich mag das sehr. Fein. Irgendwann am späten Nachmittag löst sich die Gesellschaft auf, es geht heim und wir lassen den Tag ausklingen. Ich rauche eine schwägerliche Zigarre auf der Lounge zu Ende bis die Kühle mich ins Haus treibt. Wir lesen die Trauerkarten, nehmen dankbar ein paar Spenden für Blumenschmuck entgegen und freuen uns über die mitfühlenden Kartenbotschaften. Danke!!! – Der Abend rauscht an uns vorbei bis das Seniorenbett ruft. Der Schlaf macht seine Sache gut und beendet so in liebevoller Weise diesen nicht leichten Tag.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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