Fliegenschiss

Wieder einmal packt mich ganz brutal die Reiselust um schließlich in das tiefe Becken des Reisefrustes abzustürzen. Das (vorübergehende???) Ende unseres Luxuslebens fällt mir offensichtlich viel schwerer als gedacht. Seltsam wie schnell ich mich an gute Tage gewöhne und wie langsam ich loslassen kann. Da kommt mir in den Sinn, dass ich lange nicht verstanden habe wie die so offensichtlich bescheuerte Legende der jüdischen Weltherrschaft als treibende Kraft der Nazi-Lügen in den 30er und 40er Jahren so viel Anklang finden konnte. Nun ja, die Wirtschaftslage war sauschlecht, die Arbeitslosigkeit hoch und die Menschen verzweifelt. Aus der Covid-19-Pandemie lerne ich nun, wenn auch auf einem ganz anderen Niveau, dass Menschen in Krisen lieber große Verschwörungen wittern als den Realitäten ins finstre Auge zu blicken. Da die Wirklichkeit nicht böse sein kann, müssen andere üble Mächte am Wirken sein. Damals mussten unsere jüdischen Mitbürger darunter fürchterlich leiden, heute beschuldigt man Bill Gates, Angela Merkel und wen auch immer die Verschwörungs-Labyrinthler ins Visier nehmen. Bleibt nur die Hoffnung, dass sich keiner findet, der die kruden Theorien bündelt und die Massen für ein gemeinsames Feindbild hinter sich sammelt. Dumm genug scheinen wir alle ja zu sein. Erschreckende Perspektive. Was ist eine Pandemie schon gegen grassierenden Hirnfraß? Ein Fliegenschiss.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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