Kirchentour im Regen

Der Rhein fasst Nachschub, kurz es regnet den ganzen Tag. Wir freuen uns mit dem Rhein. Beim Frühstück gibt uns der Hotelier und seine Frau Tipps für Ausflüge und zum Dinner. Toll! Wir fahren zuerst nach Geisenheim mit der einzigen Wein-Uni Deutschlands, soweit ich weiß, also der Oenologie (seltsames Wort für eine tolle Sache🤔😉). Dieselbe interessiert uns heute nicht so sehr, stattdessen bewundern wir den Rheingauer Dom. Irgendwie spüre ich in solchen Mauern immer eine Gottesnähe, ganz abgesehen vom Interieur, das, wie in den allermeisten katholischen Kirchen, immer mindestens eine Geschichte erzählt. Ich bin sehr angetan von der Atmosphäre und dem schönen Städtchen rundherum. Das Tröpfeln von oben stört nicht weiter – leider sind dadurch nur wenige Menschen unterwegs. – Danach fahren wir zum Kloster Marienthal, einem Wallfahrtsort, der Jungfrau Maria geweiht. Da muss ich alter Lutheraner erst einmal schlucken. Dennoch(?!) ist die Kirche beeindruckend, relativ klein aber mit fast unzählbaren Danktäfelchen für Marias Hilfe (stark irritierend für mich) und einer Batterie von Beichtstühlen, die mich schockt – wohl für den Wallfahrtsbetrieb ausgelegt. – Draußen erwartet uns ein Freiluftgottesdienstraum mit viel Platz für sehr viel Menschen – hier muss zu Festzeiten echt was los sein. Wow. Ein Linde, gepflanzt vom bekannten, dem Luxus nicht ganz abgeneigten, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst. Der süße Franziskusgarten nimmt mich für die Mönche ein. Franziskus hat bekanntlich auch Vögeln gepredigt und so umgibt ihn eine bunt gemischte Schar von Tieren, wunderbar angeordnet an Büschen, Bäumen, auf Holzblöcken, einfach nur stark. Die sieben Freuden Marias überraschen mich, weil sie sich tatsächlich nur um Jesus drehen. Leider wird das Kloster Ende des Monats aufgegeben. Schade eigentlich. – Nach einer ausgiebigen Mittagspause fahren wir zur Dinnerempfehlung nach Frauenstein. Wir finden erstaunlich schnell einen Parkplatz und sogar einen fast freien Tisch und bestellen ein kleines Schnitzel mit Zwiebeln und Pommes. Es überwältigt mich. Ich hätte es spontan für ein riesiges Schnitzel mit mächtig viel Zwiebeln und superreichlich Pommes gehalten. Es besiegt mich, ich muss einen Teil zurückgeben. Dazu trinken wir trockenen Wein mit Zuckeraroma und unterhalten uns mit ein paar Einheimischen. Voll genudelt geht es zum Hotel. Die Nacht wird hart und verdauungsschwer. Seufz. Genuss und Folgen im Alter.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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