Missionseifer

Zu den neuerdings ab und an wiederkehrenden Terminen gehört unbedingt der Friseurbesuch einer älteren Dame per Rollstuhl. Sie blüht richtig auf, ob dieses besonderen Events. Immerhin soll sie, im Gegensatz zu mir, zu Weihnachten mit ihrer Haarpracht glänzen können. Im Anschluss hole ich mir ein Präsent zum Jahreswechsel ab, eine große Geste der Dankbarkeit für ein kleines ehrenamtliches Engagement. Nett. Im Laufe des weiteren Tages werden wir zu – mehr oder weniger – stolzen Eigentümern eines noch ungeschmückten Weihnachtsbaumes, der sowohl prachtvollen als auch dürren Zeiten entgegensieht. Bleibt zu hoffen, dass wir die Kerzenhalter irgendwo aufstöbern, sonst wird sein Erstrahlen eher spärlich ausfallen. Unser Kachelofen mit großem Sichtfenster verbreitet angenehme Wärme mit lieblich lodernden Flammen und sperrt die Abendkühle aus. Die Beiträge im Fernsehen lassen befürchten, dass wir zwischen einer Klima- oder einer Wirtschaftskatastrophe wählen können. Schöne Aussichten. Höchstwahrscheinlich jagen wir mit unserem Privatfeuer wieder viel zu viel Schadstoffe in den Himmel. Immerhin verstehe ich im Blick auf den missionarischen Übereifer mancher Klimaschützer jetzt jene Zeitgenossen besser, die am missionarischen Eifer mancher christlichen Prediger Anstoß nehmen. Zwischen ‚geistlich‘ und ‚auf den Geist gehen‘ ist möglicherweise nur ein schmaler Grat – und der verläuft noch bei jedem Menschen unterschiedlich. Überzeugungstäter haben es nicht leicht. Wirklich nicht.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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