Castries/Saint Lucia

Zu einer moderaten Zeit, um elf, startet unsere Tour zur Inselerkundung. Wir haben einen Ausflug gebucht, ein englischsprachiger Führer informiert über das Inselleben und leitet uns zielsicher erst zu einer Kunsthandwerkerinitiative, dann zu zwei Plätzen mit Touristenkitsch. Nun ja, die Kunstartikel sind sehenswert und ich könnte mir durchaus das eine oder andere im Haus vorstellen – nur den Transport bis dorthin überhaupt nicht. Schade. Der eine Armband/Tücher/T-Shirts/Kappen-Markt ist am Strand in einem ärmlichen Fischerdorf und der andere auf Höhe mit Blick auf eine Touristenbucht, dem Abfahrtsort unseres Katamarans. Die Fahrt über die Insel ist natürlich ein Erlebnis für sich und macht manche kommerzielle Zumutung wieder gut. – Ein Highlight ist die Katamarantour mit Badestopp zu den beiden Wahrzeichen von Saint Lucia, den Pitons, die bei Vulkanausbrüchen entstanden sind. Der Rumpunsch an Bord gehört zu den kräftigsten, die ich bislang genossen habe. Wir schaffen nur die Hälfte des Bottichs, Engländer, so die Bootsführerin hätten locker den Kübel geleert. Ja, es ist nichts mehr los mit uns Deutschen 🤨🤔😉. Während der Fahrt bleiben zwei Mitreisende auf der Strecke, nun ja ein bisschen Schwund ist immer, sie verpassen den Wechsel vom Bus zum Boot und kommen per Taxi zurück zum Kreuzfahrtkreuzer. Ich glaube es war heute dass wir mal wieder im Restaurant speisten, lecker Hirschkeule und ein paar Gänge mehr. Aber es rächt sich, meine Verdauung hat offensichtlich ihre Verarbeitungskapazitäten heruntergefahren. Dann ist das halt so. Seufz. Die Nacht ist kurz und unterbrechungsreich. Schade.

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Fort-de-France/Martinique

Wir sind endlich in Europa, wenigstens im Daten-/Telefontarif! Ich schalte alle Geräte wieder auf Empfang und aktualisiere was das Zeug hält. Heute am Abend muss alles auf dem neuesten Stand sein. Die Verbindung ist gut und alles entwickelt sich perfekt. Beim Frühstück unterhalb des Diamanten geht draußen ein Wolkenbruch nieder, des es wahrlich in sich hat. Gut, dass wir hier geborgen sind. – Mein Rücken macht sich nach langer Zeit wieder bemerkbar. Voller Reue absolviere ich meine Turnübungen in der Kabine. Dankenswerterweise reagiert er gut darauf. Uff, danke dafür. – Wir begeben uns in die Stadt, eine kleine Lauferei bei großer Hitze und stellen voller Freude fest, dass hier die Sonntagsruhe eingehalten wird. Das finde ich gut, wenn auch die allerorts runtergelassenen Jalousien nur entfernt ahnen lassen was uns am Alltag erwartet hätte. Die Straßen und Bürgersteige vermitteln europäisches Flair mit kleinen karibischen Einschlägen – ein voller Gegensatz zu St. John’s/Antigua. Die Kathedrale liegt mitten in der Stadt, ein kleine Gesellschaft bereitet sich auf eine Taufe vor und ich bin dankbar am Sonntag in einer Kirche gelandet zu sein. Besonders beeindruckt bin ich von einer Weihnachtskrippe im inländischen Stil. Das Geschehen wurde flugs in die Karibik verlegt, die Figuren spiegeln das hiesige Leben wieder – da hat jemand die Aussage, den Inhalt der Weihnachtsgeschichte voll verstanden und bestens visualisiert. Plötzlich erhebt sich ein Lärm, es klackert lautstark aufs Dach und von draußen herein. Der Himmel schüttet sich mit Schmackes aus – da ist Power pur hinter. Kurz darauf strahlt uns die Sonne wieder hitzestark voll an. So ist das hier. – Im örtlichen Park sehen wir einen mächtigen Baum und zwei Palmenwäldchen sowie ein große Bühne an der Kopfseite. Hier scheint gut feiern zu sein. Derzeit herrscht zu Füßen des historischen Forts allerdings Ruhe und Frieden. Langsam begeben wir uns zurück zum Schiff. Ich nutze die Zeit um ein paar Tagebucheinträge nachzuholen – bei jedem Tag in einem neuen Hafen fällt die Aktualität mitunter hinten runter 😉. So ist das Leben, so ist der Urlaub – und die Wärme lähmt mich zusätzlich. Ich habe es vielleicht gut😀😇👍🥃🍸🥂!

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Basseterre/St. Kitts

Die Insel nimmt keine schlechte Position bei meinen Lieblingsinseln in der Karibik ein. Das Touri-Shopping-Areal ist schon riesig und glänzt mit vielen der ach so typischen auf den amerikanischen Geschmack abgestimmten Angeboten. Nice to see, zweifelsohne. Wenn man es durchquert hat, trifft man auf eine lebendige, architektonisch an das koloniale Erbe erinnernde Stadt. Wir durchwandern die Straßen, bewundern die Fassaden, durchqueren den Freiheitspark mit uralten Bäumen und stoßen auf eine bemerkenswerte Kathedrale. Im Foyer begrüßt uns der aktuelle Papst, nett von ihm, und an den Wänden sind die Leidensstationen Christi in anschaulichen Bildern (oder nennt man das Plastiken?) dargestellt. Ich bin arg angerührt. Die Kathedrale ist karibisch bunt, erfrischend anders als unsere heimischen ach so ernsten Kirchenbauten. Außerdem ist es die erste Kirche, die ich auf unserer Reise besuche und das berührt mich innerlich tief. – Wir schlendern durch die Stadt, durch das touristische Verkaufsdorf und geben uns auf der Seebrücke dem People-Watching hin, das wir so gern praktizieren. Es ist wirklich extrem nett hier. Ein italienisches Kreuzfahrtschiff der „Kapitän-zuerst-Reederei😉“ liegt neben uns. Es fasst gut 500 Passagiere mehr als wir. – In der Außenalster spendiert mir ein freundlicher älterer Herr ein Zigarillo, mitten in den Genuss hinein ergießt sich ein Regenschauer, wir bauen uns ein „Zelt“ mittels einer Decke und werden nur relativ wenig nass. Die hohe Außentemperatur lässt selbst das Wasser von oben erträglich erscheinen. – Spätnachmittags wirbelt eine karibische Band auf und vor der Poolbühne. Trotz aller Mühe nicht negativ zu erscheinen muss ich dennoch gestehen schon bessere karibische Klänge vernommen zu haben – egal, der gute Wille ist auch nicht zu verachten. – Am Abend begibt sich meine Veranstaltungsinteressierte zu einer „White-Party“ mit Schokoladen-Früchte-Büffett. Das Show-Ensemble glänzt mit einer musikalisch-artistischen Darbietung, nun gut die verpasse ich, aber die folgende Schlagershow ist gewisslich nicht meins. Rhythmisch in die Knochen gehende Musik vermischt mit blödsinnigen Texten, die alle gemeinsam vor sich hin grölen mag Stimmung verbreiten – bei mir leider (?? egal!) jedoch nicht. Ich mag es gar nicht wenn meine Emotionen mich wild zum Mitmachen drängen aber mein Verstand die gesungene Botschaft vollinhaltlich bescheuert findet. Unmusikalisch sein verleitet halt zum Zuhören 🤔🤨. Woher ich das alles weiß? Nun ja virtuell habe ich schon eine Zeit reingeschaut 😁.

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St. John’s/Antigua

An diese Insel erinnere ich mich gut. Die Bürgersteige sind hochproblematisch im wahrsten Sinne des Wortes, die Straßen in gefährlichem Zustand und der Linksverkehr kann leicht zum Anstoß werden. Doch die örtliche Kirche ist wunderbar, leider lassen wir sie heute links liegen und begeben uns Richtung Markt. Selbiger ist überschaubar, die Gewürze sind extrem teuer aber immerhin steht der geschmückte Weihnachtsbaum im Park davor immer noch, ein Hingucker. Außerdem fällt mir ein kleines Kakteenbeet auf, das einen bemerkenswerten optischen Akzent setzt. Mit Blick zum Boden – sogenannte Bürgersteige sind Stolperfallen allererster Güte – begeben wir uns zurück zum Hafen. Selbst ein eigentlich netter Bootssteg entpuppt sich als riesiges Spielcasino mit großer Veranda 🤨 – endlich können wir wieder unser Schiff entern. Die karibischen Inseln überraschen immer wieder neu mit ihrer Lebensqualität: ein sehr breites Spektrum. – Wenn ich im Vergleich dazu „Empörung“ spüre weil in der „Außenalster“ die Weißwürste ausgegangen sind, lugt schon ein klein wenig Scham um die Ecke😉. Uns geht es ohne jeglichen Zweifel derzeit unverschämt gut und eine tiefe Dankbarkeit bricht sich Bahn. Verdient haben wir es nicht aber darüber klagen wäre extrem unangemessen. Große Freude und Dankbarkeit erfasst mich – es ist ein heller Wahnsinn was Gott uns im letzten Lebensabschnitt noch alles ermöglicht. DANKE VIELMALS 🙏🙏🙏! Antigua hat mir wieder vor Augen geführt auf welch hohem Niveau wir Pfeffersäcke leben.

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Road Town/Tortola

Das mit dem Aufstehen beim Anlegen wird wohl ein einmaliges Event bleiben, die Transformation von Eule zur Lerche ist offensichtlich gescheitert 🤔😢, aber ich kann damit gut leben 😇. Inzwischen habe ich festgestellt, dass wir gar nicht im Diamanten sondern direkt darunter frühstücken. Macht aber nichts, es ist und bleibt ein herrliches, ruhiges, tolles Morgenerlebnis, selbst wenn ich mit dem ach so frühen Essen immer noch meine Probleme habe (und wohl auch behalten werde). Isso. – Uns begrüßt ein kräftiger Regenschauer, so ist die Karibik eben: Hitze und warmer Regen, zu unserem Glück entlädt sich der Himmel während der Morgenmahlzeit. – Road Town auf Tortola entpuppt sich – auch bei deutlich weiterem Vordringen als beim letzen Mal 2023 – deutlich stärker als Road denn als Town. Immerhin treffen wir auf unserer Citysuche einen Nachkommen des Hahns aus 2023 wieder, wenn mir sein Lebensumfeld, die Wiese, auch deutlich kleiner vorkommt. Fast wäre ich über dieses Städtchen zu einem negativen Urteil gekommen, wenn wir nicht im Cruise-Touri-Viertel einen Shop gefunden hätte, der mir mittels der Shoppingkraft meiner Süßen ein neues, starkes, schickes, weißes Freizeitsommerhemd beschert. So wird alles gut. – Auf dem Kahn genieße ich mein erstes Weizenbier, hoch oben in der Außenalster. Gekrönt wird das Erlebnis durch ein Chili con Carne, herzhaft zubereitet, perfekt. – Die Sonne brennt massiv auf die Haut aber so ist sie die Karibik. – Den Tag lassen wir in der uns üblichen Weist ausklingen und auch der Schlaf bringt keine Highlights hervor – na und: ein wenig fehlende nächtliche Ruhe ist auf einer Kreuzfahrt kein erwähnenswertes Problem 😀🍸😉.

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Philipsburg/Saint Maarten

Früh am Morgen bin ich wach und erlebe, Wunder über Wunder, tatsächlich die frühmorgendliche Ankunft in der Karibik, im Hafen von Philipsburg/St. Maarten. Eine lange Reise kommt in der Zielregion an. Wunderbar. Nach diesem mich arg berührenden Erlebnis falle ich nochmal ins Bett und lasse mir Zeit bis zum tatsächlichen Aufstehen. Wir haben keinen Ausflug gebucht, eine Rundreise absolvierten wir schon 2023, so können wir uns Zeit lassen mit dem Akklimatisieren. So eine Landklima mit gefühlt über 30 Grad schlägt sich schon deutlich auf meinen Kreislauf nieder. Wir nehmen uns Zeit für einen Spaziergang ins Hafenviertel, stellen aber schnell fest, dass wir mit uns viel Geduld haben müssen. – Zurück auf dem Schiff tut uns ein kühles Helles sehr wohl – ich bin zwar kein sonderlich begeisterter Biertrinker aber bei solchen Temperaturen gibt es wenig Gleichwertiges. – Abends lauschen wir dem letzten Vortrag über die karibischen Inseln. Barbados ist das Thema, die einzige Karibikinsel, die rundum vom Atlantik umspült wird. Auch dieses Eiland haben wir 2023 per Rundreise erkundet und so kommt uns vieles im Referat sehr vertraut vor. Der Lektor widmet sich dabei immer einem Seefahrtsthema, heute sind es die Signale des Schiffshorns, die durchaus ihre Bedeutung haben. Hochinteressantes, leider ebenso überflüssiges, Wissen (bei begrenzter Gedächtniskapazität im Alter, seufz). – Völlig baff bin ich dagegen in der Schaubar, sie ist nahezu leer. Sonst herrschte hierorts immer extremer Platzmangel. Meine Mitreisenden überraschen mich immer wieder neu. So lerne ich zwei Cocktails kennen: Red Wind und Long Island Ice Tea. Letzterer mit überaus seltsamen Zutaten, aber nicht unlecker. Leicht beschwingt geht es Richtung Koje. Ich mag die Karibik. Der Schlaf dagegen bringt es gerade mal auf 58 Punkte. Aber was macht das schon auf einer Kreuzfahrt?

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Der letzte Seetag vor der Karibik

Uns trennt noch ein Seetag bis zum ersehnten Ziel. Die Temperaturen erreichen bereits ein äußerst angenehmes Niveau, auf dem Balkon ist der Sommer angekommen. Trotzdem begeben wir uns zum vorletzten Karibikinsel-Vortrag ins Theater. Heute hat sich unser Lektor die ursprünglichste Insel vorgenommen, Dominica, die an einem Sonntag entdeckt wurde und allein diesem Zufall ihren Namen verdankt. Die Besiedlung geschah wie bei den übrigen Inseln, nur dass die Europäer sich mehr Zeit ließen angesichts nicht vorhandener Bodenschätze, unzugänglicher Regenwaldlandschaft und äußerst kriegerischer Kariben. Doch letztlich wurde der gewinnträchtige Zuckerrohranbau samt Sklavenhandel der Insel zum Verhängnis. Nach anfänglichen französischen Besiedlungsversuchen, dann spanischen Eroberungen wurde die Insel schließlich dem britischen Empire einverleibt. Sie gehört heute noch zu den ärmsten karibischen Staaten, selbst der Tourismus ist nicht sonderlich ausgeprägt. – Wir genießen den Tag überwiegend auf unserem Balkon und ich bin hin und weg von der freundlichen Atmosphäre rund um mich herum. Schön ist’s hier. Ehrlich. Den Vortrag des angeblich so beliebten Comedians C. Heiland sparen wir uns gänzlich, weder vor Ort noch virtuell interessiert er uns. Er ist nicht unser Ding, sendet nicht auf unserer Wellenlänge und irgendwie an uns vorbei. Es ist wie es ist. So wird es ein toller Balkonabend, ruhig, literarisch unterhaltsam und durchweg an frischer Warmluft. Faszinierend.

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Sklaverei, Tourismus und Varietékünstler

Irgendjemand hat einen Fehler gemacht und das ist sehr gut. Ausnahmsweise gibt es zwischen zwei Vorträgen dreißig Minuten „Wechselzeit“. Ich habe also genügend Zeit, um den ersten geistig zu verarbeiten, kann beim zweiten Vortrag mir noch einen vernünftigen Platz aussuchen und vermeide so jeglichen Stress. So erfahre ich erschütternde Fakten über den Tabak- und Zuckerrohranbau sowie die Rolle der aus Afrika verschleppten Sklaven. Wer danach noch behaupten kann der Mensch sei im Grunde seines Wesens gut, hat offensichtlich nicht zugehört. Furchterregend, grausamst und schrecklich beschreibt das Wesen der Sklaverei nur oberflächlich und verharmlosend. Es herrschten bösartige Zustände, bei weitem nicht nur bezüglich des Schicksals dieser Gruppe, ebenso erging es der einheimischen Bevölkerung, ja selbst unter den Weißen regierte Angst und Schrecken. Schockierende Zustände! Gut, dass dreißig Minuten zum Umschalten bleiben bis zur Präsentation über St. Johns mit der Hauptstadt Castries. So finde ich mich langsam in der Realität wieder und schiebe die Historie gedanklich nach hinten, wiewohl alle karibischen Inseln immer und ausnahmslos mit Sklaverei, Zwangsarbeit und Machtmissbrauch verbunden sind. Ihre Vergangenheit war schon vor Ankunft der europäischen Eroberer durch Gewalt geprägt. Die Kariben, ehemals Menschenfresser, hatten bereits die Ureinwohner weitgehend ausgerottet und wurden durch die Eroberer nicht weniger brutal niedergemacht. Von wegen Paradies – weit entfernt davon. Okay, heute gibt es schöne Strände, Touristen, die eher Flurschäden anrichten aber immer noch einen geringen Durchschnittsverdienst und niedrigen Lebensstandard. Die Natur dagegen ist prächtig und ohne die Hurrikans gäbe es hier schon eine recht paradiesnahe Umwelt. Doch Stürme, Vulkane und Erdbeben trüben das Bild zusätzlich. Das Bild, das wir Touristen vor Augen haben ist, wie könnte es anders sein, ein oberflächliches Trugbild. – Abends vergnügen wir uns bei einer Varieté-Show im Theater. Die Artistik begeistert, die Clowns kann man mögen und die Musik ist laut und englisch aber immerhin stimmsicher vorgetragen. Nett. Wir stellen unsere Uhren ein letztes Mal eine Stunde zurück bevor wir uns dem Schlaf hingeben. Jetzt sind wir fünf Stunden gegenüber unserer Heimat im Hintertreffen. So geht es halt zu bei Fernreisen. Gute Nacht.

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