Schlaftagssyndrom

Wer lange schläft hat einen kurzen Vormittag. So erfahren wir es wieder einmal heute. Warum muss ich auch erst um zwei ins Bett gehen? Selbst schuld. Außerdem ergibt sich die Notwendigkeit einer intensiven Mittagsruhe, das von mir sogenannte Schlaftagssyndrom. Abends trudeln sehr nette Freunde ein und ich verpasse ‚Death on Paradise‘. Macht nichts, vor allem da die Temperaturen in unserer Lounge bis spät in die Nacht noch als recht angenehm empfunden werden. Heute gehe ich früher schlafen. Um halb zwei.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Keine Gnadenhochzeit

Heute wütet ein amerikanischer Kleingeist quer durch die NATO. Soll er doch! Wir dagegen feiern unseren 38. Hochzeitstag ohne jegliches Brimborium. Der Art und Weise der gemeinsamen Bewältigung des Alltäglichen kommt eine viel größere Bedeutung zu als einem einzigen Jahrestagsjubel. Dennoch: schön ist so ein Erinnerungsereignis schon. Die Zeit rast dahin. Den Abend beschließen wir gemeinsam mit Freunden bei einer netten Plauderei. Dabei stelle ich fest, dass wir zur Gnadenhochzeitsfeier beide 103 Jahre alt werden müssten. Das wird nichts.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

The best is good enough for me

Ein Tag im Möbelhaus ist angesagt. Wir lassen uns beraten. Das dauert. Und die Länge liegt an uns, zweifellos: Diese Front oder jene Front, den Korpus oder den, nein jenen – welch eine Qual der Wahl?! Dann steht die Innenausstattung zur Diskussion. Schließlich geht es um weitere Möbelstücke, dann um Accessoires, alles hin und her, kreuz und quer beredet, beschaut und beurteilt. So geht der Tag dahin. Zwischendurch verzehre ich auf einem übergroßen Teller ein plattgewalztes Möbelhausschnitzel – offensichtlich die angesagte Ernährung in so einer Einrichtung schlechthin. Immerhin es macht satt. Weiter geht es mit der Beratung. Ob wir dann letztendlich einen Vertrag abgeschlossen haben? Das ist hier nicht relevant. Leider erweist es sich wieder einmal das Beste als das Schönste für uns. Welch ein schwer finanzzehrender Charakterdefekt! Unbehebbar. Nahezu unbezahlbar. Extrem gut aussehend. Puh! In unser Heim zurückkehrt, sinke ich völlig fertig auf mein Lager und schnorchel eine geraume Zeit so vor mich hin. Schnorcheln ist übrigens eine Vorstufe vom Schnarchen, nur etwas moderater. Welch ein Tag!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

66

Der nächste Schritt auf die 70 zu. Was bleibt? Die Zeit auszukaufen, die Gott uns hier noch haben will und zu hoffen, dass der Übergang in die Ewigkeit nicht so quälend lang sein wird. Ja, ich lebe gern hier aber ich freue mich auch auf die direkte Gemeinschaft mit meinem Herrn. Was mich verunsichert ist die mögliche schwierige Zeitspanne zwischen dem bewussten Leben hier und dem bewussten Leben dort. Doch das Grübeln darüber bringt nichts. Ich habe heute viele Glückwünsche mit großer Freude entgegengenommen. Es waren auch unerwartete darunter. Jeder Gruß weckt in mir große Dankbarkeit und jeder unterbliebene Gruß mahnt mich selbst an meine Nachlässigkeit. Gut, dass es beides gibt. Danke denen, die mich grüßen – ihr tut mir wohl! Danke denen, die grüßen wollten und es verschwitzt haben – ihr seid wie ich es oft bin und auch das tut mir gut. Gemeinde ist eben wohltuend, so oder so und das meine ich ganz gewiss nicht ironisch! Abends kommen ein paar Gäste auf ein Gläschen Wein oder Bier, wir plaudern und es wird total nett. So ein Jahr ohne Sommerfest ist auch mal schön und entspannend. Zwei Geschenke gefallen mir besonders: es regnet heute endlich wieder und die letzten Kinder samt Trainer wurden aus der Höhle in Thailand gerettet. Halleluja! Außerdem wird so ganz nebenbei erwähnt, dass der fest erwartete Monsunregen dort ausblieb. Die schwächsten Kids konnten so durch drei Höhlen einfach hindurchlaufen. Welch eine Gebetserhörung! Danke!!!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Flowers, Fotos, Firenze

Die wunderschöne Blumenwiese auf unserer Lichtung hat sich in eine Strempellandschaft mit Pusteblumen verwandelt. Die Schönheit ist dahin. Es ist Zeit für einen Schnitt. Also aktiviere ich unsere Rasenkürzungsmaschine, sinniere ein, zwei Momente über die Beschaffung eines Mähroboters, der mit dieser Aufgabe allerdings völlig überfordert wäre, und beginne mein Radikalstutzungswerk. Ein paar Strempel entgehen den Messern, legen sich lang und richten sich erst sehr viel später wieder auf. Einige wenige überstehen sogar die „Einzeljagd“ mit der Mähmaschine. Auf den letzten Metern vertreibe ich brutal eine Hummel, die noch den allerletzten Blütenstaub ernten will. Schade. Jetzt sieht wieder alles – auf den ersten Blick – gleichförmig aus. Wie schön wäre eine bunt gemischte Blumenwiese! Gegen Abend lasse ich noch einmal unsere Nürnbergreise an mir vorüberziehen und sortiere die Foto. Schön war’s. Die ersten Schritte auf die Florenzreise wage ich ebenfalls. Dort bewegt sich das Thermometer zurzeit konstant jenseits der 30-Grad-Grenze. Ganz schön weit jenseits. Das kann ja heiter, ähem, heiß werden. Wir wollten es so und jetzt muss die Suppe gelöffelt werden. Mahlzeit!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Kritik, Schicksal und Freude

Der Gottesdienst ist ausnahmsweise enttäuschend. Die Predigt geht am Text vorbei und klingt wie „Friede, Freude, Eierkuchen“. Ja, ich übertreibe, aber diese einseitigen „Seid-alle-nett-zueinander-Predigten“ gehen mir auf den Geist, weil sie unvermeidliche Meinungsverschiedenheiten, die es übrigens seit der Urgemeinde gibt, ausklammern und so tun, als ob Jesus keinerlei Maßstäbe außer „habt euch lieb“ gesetzt hätte. Hat er aber. Paulus warnt vor Irrlehrern und weigert sich strikt den Mantel der Liebe über sie auszubreiten. Wohl gibt er sie nicht auf, will sie für Jesus gewinnen, aber er nimmt sie und ihre Lehren nicht liebevoll in den Arm. Ganz gewiss nicht. Das fand keine Erwähnung im heute verkündigten Wort und das bedrückt mich. Schade. Die Sonne draußen heitert mich gleich wieder auf und offenen Daches fahren wir heim. Toll. Nachmittags gibt es wieder eine Kaffee-Kuchen-Einladung, wir werden wohl inzwischen als alt betrachtet. Sind wir ja auch. Schicksal, aber wären wir nicht alt, wären wir schon tot. Noch empfinde ich alt als besser. Vier Kinder sind in Thailand aus der Höhle gerettet. Eine hervorragende Nachricht. Gott sei Dank!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Schlafkiller

Nun erhält auch unser Beetle neue Karten. Das System von Volkswagen erweist sich hier viel benutzerfreundlicher als das von Audi. Wenigstens ein Vorteil. Komisch, dass ein Konzern so unterschiedliche Systeme fährt. – Eine sehr nette ältere Dame hat uns zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Es kommt wie es kommen muss. Ich werde von freundlicher, sehr, sehr freundlicher Nötigung überwunden und stopfe enorm viel süßen Kuchenstoff in mich hinein. Mein Magen nimmt das mir sehr übel. So ganz nebenbei bauen wir noch ein Bett zusammen – erstaunlich wie zusammenbaufertig heute alles konstruiert wird. Vollgepfropft erreiche ich mein Zuhause, rolle mich auf die Couch lasse meinen Magen arbeiten, und arbeiten, und arbeiten, und … Abends ziehe ich mir eine Vielzahl von Folgen einer SF-Serie rein bis mein armer Schädel brummt. Das ist sehr effektiv um Schlaf zu verhindern. Und so ist auch die Nacht. Hätte ich ahnen können.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Lewis und Fußball

Nachdem wir glücklich zurück sind aktualisiere ich die Straßenkarten unserer Momo. Das hätte ich besser vorher machen sollen? Nö, denn jetzt geht es problemlos und ruckzuck, hätte ich das kurz vor der Reise eingespielt, wäre garantiert irgend etwas völlig schief gelaufen. Jetzt steht nichts auf dem Spiel, ich habe zur Fehlerkorrektur Zeit ohne Ende und dann passieren seltener Missgeschicke. Good old Murphy! Okay, ein wenig Sucherei im Fahrzeug-Menü ist schon nötig bevor ich an die richtige Stelle gelange, haben halt Fachleute konzipiert, aber dann geht alles flott vom Chip. Während abends die WM-Begeisterung erneut an meiner Hausgenossin hochschwappt, ziehe ich mich mit einer Flasche Rebensaft in die oberen Gemächer zurück und schaue den Tieren im Leipziger Zoo zu, lasse mich von der allzu ruhigen Art von Inspektor Lewis einlullen und zappe nur wenn mich der Reflex übereilt, hin und her. Inzwischen stellen die Belgier die Brasilianer kalt. Auch nicht schlecht.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar