Adieu Nürnberg

Drei Tage sind definitiv zu kurz für diese Destination. Der Vormittag reicht für die Lorenzkirche und den Erwerb einer langersehnten sommerlichen Kopfbedeckung mit dem Namen eines mittelamerikanischen Staates, der einem Kanal ebenfalls zur Namensfindung diente. Ersterem zeige ich die Stadt nachdem er nur erstmals seinem Laden entweichen darf. Wir beide sind begeistert. Die Lorenzkirche ist mit ihren vielen Kunstwerken eigentlich schon einen erheblich längeren Aufenthalt wert. Außerdem hat das Werk „Engelsgruß“ (von Veit Stoß) zu seinem 500. Geburtstag (fertiggestellt 1518) seine luftige Höhe in den Spitzbogenarkaden verlassen und ist am 30. Juni herabgelassen worden. Pünktlich zum Tag seines ersten „Aufzugs“ am 17. Juli 1518 soll es am 17. Juli 2018 wieder hinaufgezogen werden. Total nett, dass er für und heruntergekommen ist. Find ich gut. Auch die Kurzandacht der Pastorin pünktlich um 12 Uhr schafft eine eindrucksvolle Atmosphäre. Die Heimfahrt startet und endet sonnig. Zwischendurch passieren wir eine Regenfront, die den Verdacht aufkommen lässt, dass jemand in den Wolken den Duschkopf entfernt hat. Es schüttet. Hinterher bin ich heilfroh, dass die Hagelschauer uns verpasst haben. Die hätten mir gerade noch gefehlt. Danke, Herr. Zuhause stelle ich den Alarm aus, betrete unser Heim und die Sirenen heulen los. Unerhört! Mieses Wunder der Technik! Aber egal, wir sind – Gott sein Dank!!! – heil und unversehrt hier angekommen. Das ist ein Segen! Morgens in Nürnberg frühstücken, Mittags in der Lorenzkirche einer Andacht lauschen und am Abend zu Hause auf der Couch sitzen. Faszinierend!

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Nürnberg wir sind da

Die Sonne strahlt uns vom Himmel an. Wir lächeln zurück. Das Frühstück mundet. Dann das „Geschäftliche“. Unser Freund erwirbt ein Kleinod auf das er lange ein Auge geworfen hat. Schön für ihn. Wir schlendern danach durch die sommerliche Altstadt zum Christkindlmarkt, der, was mich nur wenig wundert, rein gar nichts von seiner künftigen adventlichen Atmosphäre parat hat. Gleich nebenan residiert das uns das vielfach empfohlene Bratwursthäusl, das die besten Nürnberger Bratwürste anbieten soll. Nach einer ausgiebigen Probe kommen wir zu dem Urteil: Ansichtssache. Die Bedienung ist übrigens supernett. Wir besteigen das übliche Gefährt für längere Stadtrundfahrten, in Nürnberg präsentiert es sich in gelber Farbe. Die Informationen häufen sich schnell und meine arg gefüllte Festplatte speichert willkürlich nur ein paar Datenfetzchen. Recht beeindruckend, diese Stadt. Während ein Teil von uns das Kleinod im Antiquariat abholt, streben wir zu schnellstens unserem Quartier zwecks ausgiebiger Vorabendruhe zu. Relaxen hat auch seinen Wert! Ein Abend in der Altstadt endet bei lebhaften fußballfernen Gesprächen im weinreichen Biergarten. Liebenswerter Nachtstart.

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Nürnberg wir kommen

Wir sind auf Tour nach Nürnberg. Die Autobahnen sind auf unserer Seite total frei, nur gegenüber staut es sich. Gut für uns. Danke. Ich sammle Erfahrungen mit einer Raststätte, die mich mittels offensichtlich missverständlicher Beschilderung statt zu den Parkplätzen wieder zur Autobahn geleitet. Dumm gelaufen. Ich lerne wenig später die Bedienung einer vollautomatischen Tanksäule und dass es bei einer hohen Fahrzeugfrequenz höchst unerfreulich langsam zugehen würde. Wir sind hier die einzigen Kunden weit und breit und so arbeiten wir uns mühsam aber stetig auf das Ziel einer vollen Tankfüllung zu. Faszinierende Technik 😉! In Nürnberg angekommen stehen wir vor zwei Einzel- statt zwei Doppelzimmern und einer unbesetzten Rezeption. Am Ort ist Messe. Die Zimmer sind ausgebucht. Doch glücklicherweise haben wir einen flexiblen Hotelier, der auf dem Weg zu uns schnell noch zwei Zimmer woanders aus dem Hut zaubert. Recht schöne Zimmer übrigens. Nürnberg gefällt uns gut. Beeindruckende Kirchen, wohlbestückte Fußgängerzonen, Sehenswürdigkeiten ohne Ende, leckeres Fränkisches Schäufele, interessantes Sudhausgröschtl, weltberühmte Rostbratwürste und vieles mehr. Beeindruckend. An einem wunderschönen Sommerabend lässt sich bei einem trockenen Chardonnay sogar ein niveauloses Fußballspiel im Biergarten (Weingarten?) ertragen. Leicht beschwingt und etwas geschafft von der Fahrt verfalle ich im Hotel dann in eine verschwitzte Nachtruhe, denn es ist nicht nur draußen warm. Welch ein Tag.

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Tri Tra Trallala

Das Schauspiel in Berlin ist unwürdig. Die Inhalte mögen ja diskutabel sein, aber das mies inszenierte und schauspielerisch grottig präsentierte Kasperletheater erklärt eindrucksvoll weshalb die neue Datengesetzgebung am Leben vorbeigeht, verdeutlicht die Schande eines nie endenden Flughafenbaus und die tiefen politischen Dimensionen des Dieselskandals. Solche Menschen können es eben nicht besser. Derartige Menschen werden von ihren Parteien zur Wahl aufgestellt und von uns gewählt. Schande über unser Haupt. Satire in der „Heute-Show“ mag ja recht erheiternd sein aber diese Realsatire in Berlin braucht kein Mensch. – Da sauge ich lieber unser Gemeindezentrum durch, höre dabei Abba, Frey und andere in meinem neuen Kopfhörer und lasse mir danach im Cabrio ungefilterte Luft um die Nase wehen. Im Gegensatz zum politischen Leben klappt im realen Leben doch noch einiges, selbst unsere Technikfirma beseitigt einen Garantieschaden ruckzuck ohne Diskussionen und ohne Probleme. Geht doch.

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Wir wollen nur dein Bestes

Die Predigt ist heute recht interessant. Sie beginnt mit einem politischen Statement, so dass man sich wie in ein Politikmagazin versetzt vorkommt. Dann geht sie aber in eine gute Textauslegung über, um sich dann auf der Zielgeraden wieder sehr spannend mit dem Beginn zu synchronisieren. War echt gelungen, finde ich. Eine kleine aber feine Abendmahlzeit bei Freunden und eine kurze Plauderei später machen wir uns auf den Weg heim. Dort stelle ich mit Entsetzen fest, dass der große Online-Versender die Serie, die ich gerade nach und nach streame, urplötzlich aus dem freien Bereich in den Bezahlbereich transferiert hat. Diese miese Abzockermethoden – vielleicht sollte man ihn in Hammerzong umbenennen – finde ich zum K….., sorry, die mag ich gar nicht. Widerlich. Aber sie wollen eben nur mein Bestes und denken das sei meine Knete. Und das ist sie, Gott sei Dank, nicht. Also bekommen sie weder meine Knete noch mein Bestes. Recht so!

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Ruhepausensuche

Und schon wieder eine Frühstückseinladung. Diese Unsitte greift immer mehr um sich. Für ein wenig Rührei, ein Brötchen sowie drei Tassen dünnen Kaffees mitten im allerbesten Frühschlaf aufstehen. Das ist sehr unkomfortabel. Außerdem bin ich bis 11 Uhr dann sowieso nicht ansprechbar. Ich bin not amused, aber was soll’s. Warum ich bei dem reichhaltigen Angebot nicht richtig zuschlage? Die Antwort ist einfach, weil ich pappsatt bin. Morgens passt nicht viel in mich rein. Eine schlaftrunkene Speiseröhre und einen schlummernden Magen soll man nicht belästigen. Sie grummeln sonst vor sich hin. Und wer will das schon? Fatalerweise trinke ich dann auch noch gegen Mittag ein Weißbier und das war’s dann. In der Mittagspause beginne ich langsam wegzuschweben, leichte Traumwolken umhüllen mich und da reißt mich unsere Türglocke brutal auf die Erde zurück. Ich tappe zu ihr und finde einen jungen Mann vor, der sich ausgesperrt hat. Okay, keine tadelnswerte Störung sondern ein Notfall. Ich helfe ihm weiter und blicke meinen entfleuchenden Träumen hinterher. So ist das Leben. – Abends kommt netter Besuch und wir plaudern bis spät in die Nacht. Und dann, endlich, sinke ich befreit auf mein Nachtlager. Toll!

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Rosé

Schön lange schlafen – welch ein Geschenk! Ich kann es nicht oft genug rühmen. Wach genug eröffnen wir wieder unsere Lounge. Die Fritzbox erfordert noch ein klein wenig Fummelei und ein paar Bilder zum Upload. Dann ist sie wieder auf dem Vor-Blitz-Stand. Prima. Heute will ich mal die Bibelstunde als Zuhörer besuchen. Ich bereite mich ein wenig auf den arg schwierigen Text vor. Der Kommentar von Lamparter ist faszinierend und ich lese ihn mit Interesse. Wir kommen kurz vor Beginn an und sind mit und drei neuen Gästen, insgesamt vier Besucher. Das kann ja interessant werden. Doch nach und nach treffen noch drei weitere Teilnehmer ein. Doch sie haben fast alle die Gabe des Schweigens. Eine sicher wertvolle Gabe nur nicht unbedingt in einer Bibelstunde, wenn Bibellese angesagt ist. Was tun? Also raffe ich mich auf und erzähle viel. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt. Doch der Mensch denkt, Gott lenkt und gibt seinen Geist. Gott sei Dank! Den Abend lasse ich mit einem kühlen Rosé ausklingen. Das tut wohl.

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Gute Aussichten

Die Printmedien triefen vor Kritik. Mir ist das Wurscht. Mir tun nur die kleinen Ladenbesitzer leid, die sich hoffnungsvoll mit Fanartikeln eingedeckt haben und jetzt alles verramschen müssen. Mich lässt das kalt, denn heute steht ein Geburtstagsfestmahl im Bingo auf dem Programm. Es ist echt lecker. Kalorientreibend aber lecker. Wir sind zu viert und es ist total nett. Super. – Nach dem überaus nötigen Mittagsschlaf bringt die Post eine neue Fritzbox nachdem ihre Vorgängerin nach einem Gewitter jeglichen DSL-Empfang verweigerte. Die Sicherungsdatei ist – natürlich – unauffindbar und so habe ich das Vergnügen alles neu zu installieren. Nur die Telefonbuchsicherungsdatei gibt es noch. Und das ist sehr gut. So habe ich dann bis früh in den Abend hinein meine Beschäftigung, ein wenig Ärger, leichte kurzzeitige Verzweiflungsattacken und letztlich ein großes Erfolgserlebnis. Geht doch! Von den Nachrichten bekomme ich nur wenig mit und so lebe ich unbeschwert in die Nacht hinein. Georg Kreisler, dessen Lieder ich durchaus schätze, hat einmal die Bürgerschaft angezählt, weil sie kein politisches Engagement zeige, sondern stattdessen lieber ihre Blumen gieße. Er meinte es sehr kritisch. Ob ich mich in die Reihen der Kritisierten still einordnen sollte? Andererseits mag ich Gartenarbeit gar nicht. Wo ist noch mal die Gießkanne? Schaut doch ganz nett aus. Besser als die Straußkopisten. Also doch?!?

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