IT-ferne Jugend und grottige Kicker

Der Tag ist da. Ich stelle Ludwig Ingwer Nommensen im Seniorenkreis vor. Es geht gut los, denn der Beamer ist weg. Da haben wir in unserer Gemeinde so ein elektronisches Tool mit dem man Geräte reservieren kann und dann so etwas. Dass dann zu allem Überfluss auch noch die Älteren dieses Programm nutzen und die Jüngeren sich nicht drum scheren stellt das gesunde Normalempfinden auf den Kopf. Sie sind von der Dadddelmaschine kaum zu trennen aber die wesentliche Dinge bleiben außen vor. Interessante Erkenntnis. Doch der Beamer lässt sich finden, beschlagnahmen und der Vortrag läuft sehr gut. Danke, Gott!!! Ich muss aufpassen, dass der Fels, der mir danach vom Herzen plumpst nicht auf die Füße fällt. Das wäre fatal. Während des Vortrags verausgabt sich die deutsche Mannschaft in ihrem Bemühen frühzeitig aus dem Turnier auszuscheiden. Es gelingt ihnen mit Bravour. So haben sie früher Urlaub. Und allen Fußballfans ersparen sie den Ärger über grottiges Gekicke. Wenn sie schon selbst keine Spielfreude haben, wollen sie die Fans mit ihrer Unlust verschonen. Ist eigentlich nett von ihnen. Oder?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Elefanten, Radaubrüder und eine Horde Esel

Das Lebensbild für den Seniorenkreis hat den letzten Schliff erhalten. Die üblichen Bedenken über den Inhalt und alles andere stellen sich pünktlich ein. Ich lasse sie stehen, es ist vom Grundsatz her jetzt nichts mehr zu ändern und letztlich liegt sowieso das alles in Gottes Hand. Und das ist gut so. – Meine Mum ist absolut gut drauf. Äußerlich wirkt sie immer älter aber innerlich geht es immer besser voran. Diese wechselhaften Veränderungen im hohen Alter kommen für mich überraschend, wenn auch sehr positiv überraschend. Das freut uns alle. – Gegen Abend schließe ich ein hochinteressantes Buch über die gescheiterte Integration ab und bin sehr nachdenklich gestimmt. Die Sichtweise dieses Insiders hat mich schon berührt und er hat in jedem Fall völlig recht, wenn er meint, dass wir bei uns kurzfristige Lösungen konzipieren für Fragen, die nur mit gut durchdachten mittel- bis langfristigen Maßnahmen lösbar wären. Stattdessen plustern sich sogenannten „befreundete“ Politiker auf, blasen kleine Hügel zu großen Bergen auf und drängeln als ob Deutschland in Flammen stehen würde. Ich habe sie so satt. Warum bin ich überhaupt zur Wahl gegangen? Nazis, Illusionisten, Kampfgockel, Angsthasen und Utopisten können nur als Einzelexemplare erheiternd wirken. In der Türkei übergeben sie einem Alleinherrscher mit starken Ambitionen zum Diktator das Steuerrad, in den USA kommt ein selbstverliebter Elefant ans Ruder, der sich in diversen Porzellanläden austobt, in Italien will die Regierung den Ast absägen auf dem sie alle sitzen um dann im freien Fall ihr Land zu retten und bei uns versuchen eitle Radaubrüder eine funktionierende Koalition zu zerlegen. Tolle Aussichten. Die Eselshorde auf der Suche nach dem Eis. Viel Erfolg!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Kleine Bürger

Die deutsche Mannschaft wahrt ihre Chance mit einem Very-Last-Minute-Tor. Die in unserem Land lebenden Türken votieren mit einer fast Zwei-Drittel-Mehrheit gegen Demokratie und Rechtsstaat. Gut zu wissen. Und wir transportieren ausgediente Grabsteine, Blumenerde und Kompost hin und her. Das muss auch mal sein. Was sind schon große national bewegende Ereignisse gegen die Herausforderungen des Alltags? Während in Berlin sich Unionspolitiker gegenseitig zerfleischen, siele ich mich in meinem mild aromatisierten mollig warmen Badewasser. Ja, man muss Prioritäten setzen – auch wenn es arg kleinbürgerliche sind. So ist das Leben. Eben.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Sonntagsfragen

Die erste Goldene Konfirmation, der ich, soweit ich mich erinnern kann, beiwohne. Nur als Zuschauer, denn die Landeskirche muss schon lange auf mich als Mitglied verzichten, weil mir deren Mätzchen irgendwann mal total auf den Geist gingen, weil sie zu oft zu Gottes Geist Distanz wahrten. Wie dem auch sei meine kirchentreue Lebenslangpartnerin ist heute eine der Jubilarinnen. Es ist ihr wichtig und der Gottesdienst ist im sehr festlichen Rahmen arg nett gestaltet. So soll es sein. Meine Mittagspause ist extrem ausgedehnt und tut mir sehr wohl. In der Türkei läuft die Wahl wie erwartet mit den ebenfalls nicht unerwarteten Manipulationen und dem für die Türkei nach aller Voraussicht schlechtesten Ergebnis. Die Türken sehen es anders. Das ist ihr gutes Recht. Hauptsache sie akzeptieren dann auch die zwangsläufigen wirtschaftlichen, juristischen und politischen Folgen. Traurig aber gewollt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Coole Party

Geburtstagsfeier im Zelt und es ist recht frisch. Die Außentemperatur hat sich dem Kältegrad der Getränke angepasst. Grog und Glühwein wären jetzt nicht übel. Selbst meine Pfeife schmeckt mir nicht mehr besonders. Dem Ambiente fehlen entscheidende Ingredenzien. Als die Kicker sich warm laufen ziehe auch ich mich in die Wärme zurück. Während 20 Leute sich eifrig bemühen eine Kugel in eines von zwei Netzen zu versenken und zwei weitere das – jeweils auf ihrer Seite – verhindern wollen, schaue ich interessiert der Planung und dem Bau des Riesenvogels Airbus 380 zu. Ein Drittel Auge fällt ab und an auf den Bildschirm mit den Balljägern. Alle drei Tore bekomme ich so in der mehrfachen Wiederholung aus allen möglichen Perspektiven mit. Das reicht mir völlig. Nach dem Spielende und angesichts eines einladend vor sich hinbrennenden Feuerkorbs wage ich mich wieder in die Kühle. Es wird noch nett und im Zelt ist es sogar etwas milder. Doch zur wirklichen Ausdauer fehlen mir gut 10 Grad. Mindestens.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Maler, Zelt und Pizza

Gefühlt kurz nach Mitternacht kommen die Maler und werfen ihre Farbe in den Windfang (oder so ähnlich). Es wird dort merklich heller. So eine Renovierung nach über zwanzig Jahren macht sich arg deutlich bemerkbar. Und das ist gut so. Und wieder kommt mir beim inzwischen wieder letzten Nommensen-Lebensbild-Chart etwas dazwischen. Und so werde ich wieder nur fast fertig. Langsam gewöhne ich mich daran. Danach wird unser Zelt abgeholt und wir bauen es drei Straßen weiter wieder auf. Die Zeit dafür ist rekordverdächtig. Hinterher gibt es überraschenderweise Pizza. Sie ist gewaltig groß und durchaus als lecker zu bezeichnen. Leider bedingt die Größe, dass die letzten Stücke in eher kühler Konsistenz meine Zunge kontaktieren. Nach dieser Passage müssen sie sich darüber hinaus gewaltsam Platz in meinem Verdauungsorgan schaffen, das bereits die Überschreitung der Füllgrenze moniert. Währenddessen schlägt die Schweiz Serbien. Auch gut.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Ich wähle die Scheurebe

Der gute alte Ludwig Nommensen begleitet mich durch den Tag. Es gilt eine Andacht für die Senioren vorzubereiten und selbige geht gut von der Hand. Prima. Irgendwann habe ich genug und packe alles zur Seite. Es reicht für heute. In den News reist Angela durch den Nahen Osten, die CSU pflegt ihre Panikattacken und die neue italienische Regierung übt sich im Schmollen. Ich bin wahrhaftig kein Freund einer unbegrenzten Einwanderung aber die Kleinkariertheit der Mächtigen in den USA und in Europa geht mir gewaltig auf den Keks. Ja, ja, die gute alte Erkenntnis aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ bestätigt sich immer wieder: „Die Fähigkeiten, die nötig sind eine Wahl zu gewinnen stehen genau im Gegensatz zu denen, die man braucht um vernünftig zu regieren.“ Eine schlichte, ehrliche Scheurebe hat dagegen alles, was ich von einem trockenen Rebensaft erwarte. Zum Wohl!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Erbsenzähler

Die Couch zählt, wie ich zähneknirschend zugeben muss, durchaus zu den von mir nicht ungeliebten Möbelstücken. Von derselben schrecke ich hoch, als sich unsere Malerfirma meldet und einen vorgezogenen Einsatz avisiert. Jetzt aber hurtig den Windfang vom Keller bis zum Dach ausräumen, freimachen und seine Anstreichfähigkeit herstellen. Die inneren Installationen der Doorcam müssen weichen, ein mühsam verlegtes leicht getarntes Stromkabel rupfe ich heraus, Poster werden entsorgt und Bilder gesichert. Und wieder staune ich was wir alles für Kramzeug auf so kleinem Raum verstaut haben. Mächtig gewaltig! So richtig kahl sieht es hier jetzt aus. Perfekt. Abends fange ich, wie jedes Mal, wieder an zu staunen wie zäh Mitgliederstunden sich dehnen können, wenn man als Zuhörer dabei ist. Als Vorsitzender oder Vorstandsmitglied wirkten sie damals viel interessanter. Es kommt halt auf die Perspektive an. Wenigstens eins wird mir klar: die neue Datenschutzverordnung fördert meine Liebe zur EU überhaupt nicht. Gut gemeint und mies gemacht. Schade. Ich wüsste einen Einstellungstest für EU-Bürokraten. Man stelle eine Schale mit Erbsen vor sie hin und lasse sie die Anzahl ermitteln. Wer schätzt wird eingestellt.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar