Geheimrätliches Stirnrunzeln

Ich habe mich in jungen Jahren immer wieder gefragt wie die ältere Generation tickt. Weshalb sie bestimmte Dinge in bestimmter Weise sieht oder beurteilt und so skeptisch neueren Entwicklungen gegenübersteht. Es waren Fragen, die halt jüngere Menschen bewegen. Heute stelle ich fest, dass ich auf der Gegenseite angekommen bin, okay, weniger skeptisch, eher neugierig aber doch anders in meinen Erfahrungen. Wir wollen ein Thema diskutieren und fangen mit Lied und Gebet an. Das finde ich gut. Mittendrin gehen wir auseinander, damit jeder für sich persönlich mit Gott über das bisher Besprochene reden kann. Mir ist das fremd. Ich habe doch vorher mit Gott gesprochen, habe anfangs zu ihm gebetet und stehe während der ganzen Diskussion mit ihm in Verbindung. Weshalb jetzt noch die Einzelklausur? So ist sie halt die Nachwuchsgeneration. Okay, spreche ich eben noch einmal explizit mit meinem Herrn. Danach tragen wir die geistlichen Erkenntnisse zusammen. Manche Schlussfolgerungen verblüffen mich – ich hätte sie so nicht gezogen – aber wer bin ich denn, dass ich die Wege, die Gott in das Herz und den Verstand anderer Menschen wählt kritisiere. Aber staunen darf ich! Nach einem ausführlichen Gespräch schließen wir mit einer Gebetsgemeinschaft und einem Lied. Während mir die rein sachliche Ebene mehr liegt spüre ich hier eine starke emotionale Untermalung. Das ist nur bedingt mein Ding aber ist es deshalb schlecht? Nein, gewiss nicht! Nur ich bin eben ins Geheimratsalter vorgedrungen. Und da tut man immer so allwissend. Ist man aber nicht. Gut so!

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Suchen, grübeln, grillen

Ja, in WordPress wohnt eine gewisse Logik, zweifellos. Sie zu erkunden ist nicht ganz so einfach, da die Vorstellungen ihrer Konzipierer mit meinen Erwartungen nicht so ganz harmonieren. Abstriche scheinen zunächst geboten zu sein, wenn man sich nicht in ellenlangen Recherchen verlieren will. Ein schwaches Erinnerungsvermögen verstärkt außerdem meine Kompromissbereitschaft enorm. So gern ich Arbeiten an Haus und Garten meiden würde, wäre die Begründung „WordPress kennenlernen“ dafür doch unvertretbar schwach. Schade eigentlich. So gönne ich mir dafür nur einen Teil dieses Tages, komme wie erwartet schleppend voran und träume von einem Editor, der einfach nur macht was ich will und nicht rumzickt. Träume sind Schäume. Den Abend verbringen wir bei einem 75. Geburtstag mit Kartoffelsalat, Grillfleisch, scharfen Saucen, Bier, Whisky (oder ist es Whiskey – egal) und geistlichen Diskussionen. Eine seltsame Mischung aber durchaus geistesfrischend. Ich staune worüber wir Menschen grübeln können, was uns beschäftigt obwohl wir wissen, dass es jenseits unseres Verständnishorizontes liegt. Neugierig sind wir. Das kann üble Folgen haben. Oder extrem gute. Kommt drauf an.

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Jedem seine Suppe

Die Technik ist ein launisches Menschenprodukt. Heute wollten wir vom Thai-Restaurant direkt mit unserem Missionar skypen. Keine Chance, Skype wollte nicht. Doch dann meldet sich mein Smartphone – von Thailand aus kommt eine Bildverbindung zustande. Stark. Wir klären einige Fragen direkt, freuen uns über eine erste Planung für die Besuchstage und stimmen uns mit unserem Gastgeber ab. Dann genießen wir die leckere thailändische Kost und plaudern über den Urlaub und alles Mögliche. Ich bin gespannt auf die ziemlich andere Kultur dort, lese einiges in der Theorie und werde diese mit der Praxis vergleichen. Erstaunlich, wie Menschen in unterschiedlichen Kontinenten den Umgang miteinander so andersartig gestalten. Im Kern sind wir uns alle gleich – in den Äußerlichkeiten nicht. Und doch schlägt auch hier die Globalisierung zu, je größer die Stadt, desto größer die Annäherung der Kulturen. Das muss doch nicht sein. Eine Einheitsbrühe kann niemals so gut schmecken wie viele landestypische Gourmetsuppen. Never.

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Wahlkrampf-Misere

Ich habe den Niedersachsentag geschwänzt, nur den Umzug verfolge ich mit einem Auge im Fernsehen. Ich schwänze das Kandidatenduell voll bewusst, denn für mich kommt es bei einer Wahl auf das an, was die Parteien mit Deutschland vorhaben und nicht welcher Spitzenkandidat der bessere Showman respektive die bessere Showfrau ist. Diese Reduktion auf die Selbstdarstellungsfähigkeiten einzelner Führungspersonen halte ich für irreführend. Wie heißt es doch so schön in ‚Per Anhalter durch die Galaxis‘: man habe festgestellt, die Fähigkeiten eine Wahl zu gewinnen seien genau entgegengesetzt den Fähigkeiten gut zu regieren. Die Ironie ist spürbar, doch es ist auch manches Wahre dran. Politiker sehen das anders – und das ist mein Problem mit ihnen. Doch ich werde wählen gehen. Wen oder was? Diesmal Vertreter meiner eigenen Interessen. Sorry.

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Nudel oder Nadel

Meine kirchen- und niedersachsenaffine Hausmitbewohnerin treibt es auf den Tag der Niedersachsen. Im Himmelspostamt versieht sie Schalterdienst und anschließend praktiziert sie stundenlanges Flanieren auf der Festmeile. Das gelingt ihr hervorragend. Ich derweil sitze zu Hause und aktualisiere den reformierten Internetauftritt. Mittags schwelge ich in Erinnerungen und produziere mir – fast wie in vergangenen Arbeitstagen – eine dicke Nudelsuppe aus der Tüte aber mit einer reichlichen Nudelbeigabe. Dieses magginale Aroma hatte ich fast vermisst. Irgendwie lecker. Irgendwann am späten Nachmittag hole ich meine Hochbegeisterte aus der prall mit Menschen gefüllten Innenstadt ab. Was hat sie nicht alles gesehen, mit wem hat sie nicht alles geplaudert und welche Bekannten hat sie nicht alles getroffen! Mit mir wäre das bestimmt nicht so nett gewesen, könnte ich mir vorstellen. Meine Geduld erschöpft sich allzu leicht in Menschenmassen und mein Interesse an handwerklich filigranen Produktionsverfahren ist nur arg oberflächlich ausgeprägt. So üben wir und spätabends lieber gemeinsam im Verkosten eines edlen Tropfens. Fein.

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WordPress-Headache

Ich will einfach nur eine Seite, eine ganz simple Seite, erstellen. Alle Blogs untereinander, chronologisch kaufmännisch geordnet, mit einer Überschrift, Inhalt und Zeitpunkt. Mehr nicht. WordPress kann viel mehr und prügelt mit seinen zahllosen Haupt- und Untermenüs auf mich ein. Aber kann WordPress auch einfach? Wer weiß das schon? Ich jedenfalls nicht. Noch nicht!

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Trachtenauflauf

Bewaffnet mit einem semiprofessionellen Sauggerät und ABBA in den Ohren lasse ich die Krümel von unserem Stadtmissionskugelgarn verschwinden. Meine kirchenmeilenaktive Genossin lässt sich derweil bei meinem alten Arbeitgeber akkreditieren. Jetzt muss sie mit einem Armbändchen leben. Ich werde wohl um diesen Massenauflauf einen großen Bogen schlagen, Reißaus nehmen, Fersengeld geben. Schiebende Dirndl- oder Regionsuniformbestückte sind nie meine Welt gewesen. Feiert schön.

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