Hängenlassen

Es gibt so faule Tage. Ich beschäftige mich und schaffe genau genommen fast nichts. Und bin doch tätig. Komisch. Immerhin schnökere ich bei der Lufthansa über die Vorteile der Business Class und der First Class. Kann ich mir nicht leisten, ist aber schön zu lesen. Ganz besonders so ein Private Jet ist schon eine tolle Sache. Mit Knete kann man manches anstellen. Mit viel Knete sogar noch mehr. Und dann wird man in einen Jet geleitet, wird verwöhnt, hat eine ausfahrbare Trennwand zum Nachbarn und kommt ganz entspannt an. Wenn dann auch das Konto entspannt ist, ist alles gut. Ist es dagegen entleert, hätte man sein Geld durchaus sinnvoller verwenden können. Luxus ist ja gut und schön aber tut nicht immer wohl. Träume, die sich erfüllen müssen nicht immer besser sein als unsere Imagination. Ich habe so ein paar tolle Träume und die Hoffnung, dass sie sich nie verwirklichen lassen. Gut so.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Shop-Tortur

Wenn es denn sein muss fördere ich mal eben unsere heimische Wirtschaft. Opferbereit schleiche ich in die Innenstadt. Ich finde bei meiner Lieblingsmarke auch sofort eine gefällige Jacke. Sollte es so leicht sein? Keineswegs! Selbige Jacke ist natürlich zu klein. Oder ich bin zu breit. Wie dem auch sei, egal. In meiner Größe finde ich erst einmal nichts Ansprechendes. Im September gibt es fast nur noch die Herbst- und Winterkollektion. Die nützt mir in Thailand ohne Zweifel nichts. Aber eine Etage höher, ein ganz anderer Shop aber derselbe Chef – warum auch immer – eine Treppe hinauf, dort könnte ich noch einmal schauen. Okay. Ich finde eine knallgelbe Jacke, die passt. Außerdem eine bläuliche mit zu langen Ärmeln. Oder eine grüne, die auch passt. Der Schweiß strömt nur so aus meinen armen Poren. Und wie wäre es mit der rostroten? Da kommt noch eine grüne, eine blaue, eine grünblaue. O weh! Rein in die Jacke, schauen, raus aus der Jacke, Tropfen von der Stirn entfernen, rein in die Jacke, schauen, raus aus der Jacke, Tropfen wischen und, und und … Schließlich entscheiden wir uns für eine dunkelblaue. Warum nicht gleich so? Nein, Kleidungshoppen ist nicht mein Ding. Never.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Funkelnde Augen

Ich darf heute wieder eine Bibelstunde moderieren oder im Frommdeutsch gesprochen „halten“. Es ist ein interessanter Text über Erlassjahre bzw. Sabbatjahre und das Jobel- oder Halljahr. Da geht es um bemerkenswerte soziale (fast sozialistische) Regelungen Gottes. Der Text hat sich in einen Formulierungsdschungel gehüllt, der schwer zu durchdringen ist. Ausgerechnet der Volxbibel gelingt es hier dem verirrten Leser eine Bresche zu schlagen. Respekt. Im Anschluss begebe ich mich nach Cupertino in die neue Apple-Huldigungshalle, benannt nach Steve Jobs, und schaue mir die Präsentation der ach so teuren aber ebenso guten neuen Produkte des angebissenen Apfelkonzerns an. Ja, es ist beeindruckend. Ob allerdings 1.000 $ für ein bisschen telefonieren und ein wenig rumdaddeln angemessen sind – ich spreche hier von meinen Smartphoneaktivitäten – der Zweifel nagt kräftig. Aber schön sind sie schon die neuen Spielzeuge. Sparkling eyes.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Shoppingnöte

Heute kommt per Post meine bestellte Hose für den Urlaub. Ich bin total gespannt. Das Paket ist schnell geöffnet und dann staune ich. Ich staune sehr! Es gibt einerseits untersetzte Größen für die ein klein wenig fülligeren Zeitgenossen zu denen auch ich zähle. Dann gibt es wohl dieselbe Größe – englisch, amerikanisch, was weiß ich – für eher kindlich figurierte Personen. Kurz und schrecklich ich halte ein Höschen in der Hand, das total niedlich aussieht, jedoch bei mir selbst als Lendenschurz nur sehr unzureichend „funktionieren“ würde. Putzig. Ab in den Karton mit der „Puppenware“ und retour. So kann man sich täuschen. Ich bestelle jetzt bei einem Versender, der mit „großen Größen“ wirbt. Das wird hoffentlich passen. Vielleicht fällt die Cargohose aber zu groß aus. Abwarten. Ich sehe der Gefahr ins Auge, dass mich die Umstände noch in den lokalen Einzelhandel treiben könnten – das wäre schrecklich. Schwitzend durch die Läden taumeln, schamhaft zum Anprobieren neue Hosen über alte nasse Haut ziehen und dann feststellen, das passt nicht, sieht nicht aus, ist nichts für mich. Nach einer Odyssee durch die textilen Anbieter komme ich dann mit leeren Händen wieder zu Hause an. Es wäre nicht das erste Mal. Nö, dann lieber Pakete hin- und herschicken. Abends stimmen wir uns mit einem interessanten Film auf unseren Urlaub ein. Nette Aussichten.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Adelante

Weshalb macht es mir so viel Spaß, so viel Freude, zu moderieren, einen Gottesdienst einzuleiten? Vorher bin ich aufgeregt – zugegeben nicht mehr so mächtig wie früher – aber unruhig und aufgewühlt nach wie vor. Und dann, ich gehe ans Pult, plötzlich fühle ich mich frei und offen – und es fällt mir kein besseres Wort ein – ich fühle mich einfach wohl. Es ist stark zu empfinden wie Gott mich mit Mut und Zuversicht füllt, wie mir (trotz aller gründlichen Vorbereitung) neue Worte zufließen, einfach so. Im Berufsalltag war das nie so oder nur ansatzweise, hier in der Gemeinde ist es völlig anders. Diese Form der Abhängigkeit von meinem Herrn und Heiland erfüllt mich immer wieder neu mit Liebe und Dankbarkeit ihm gegenüber. Klasse. Wer wissen will wer der Heilige Geist ist und wie er wirkt sollte in einer christlichen Gemeinde mitarbeiten. Da lernt man ihn kennen und sehr schätzen. – Nach so einem starken Vormittag brauche ich einen naiven Folgetag. Meine Krimis aus den 20er Jahren, die ich mir krampfhaft lesend erkämpfe (so ein Schrott, warum tue ich mir das an?) ziehen mich zurück auf den Teppich. Ein Tatort am Abend, ebenso preisgekrönt wie fern der Realität, aber nett gemacht unterhält uns mäßig und ein Reisebericht über Siebenbürgen drängt sich mächtig in meine nächstjährige Urlaubsplanung. Ganz nebenbei füllt sich unser Terminkalender mit bauchdurchmessersteigernden lukullisch wertvollen Terminen in den nächsten Wochen. Warum plage ich mich so mit Kämpfen um jedes Gramm wenn es nur eine Frage der Zeit ist bis die Kilo-Bomben ihre Territorien massiv zurückerobern und alle Wälle niederreißen? Ich bin der Ritter mit der traurigen Gestalt. Ja, im Äußerlichen eher ein Sancho Panza, kämpfe ich dennoch gegen Windmühlenflügel. Adelante Rosinante!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Schnell, teuer, oberflächlich

Da steht man als alter eingeborener Wolfsburger da und wundert sich. Wo sich früher ein wunderbar großes Freibad einladend ausbreitete – meinen Fahrtenschwimmerschein habe ich dort abgelegt und einen todesmutigen Sprung vom 3-Meter-Brett absolviert – ragen nun Wohnhäuser in die Landschaft. Sie sind schön anzusehen und die Penthäuser sollen 650.000 Euro gekostet haben. Gut, sie sind mit 200 qm Wohnfläche nicht gerade klein aber der Blick von der hochgelagerten Terrasse geht auf gegenüberliegende Reihenhäuser. Da zahle ich doch lieber das Doppelte und schaue auf den Hafen von Leer in Ostfriesland. Außerdem könnte ich dort meine – bedauerlicherweise nicht vorhandene – Yacht direkt vor der Haustür parken. Immerhin wird der Bauunternehmer gut verdient haben. Um so mehr, da so richtig perfektes Bauen nicht sein Ding zu sein scheint. In altbekannter Baulöwenmanier betont er eindeutig, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich muss dabei an unseren damaligen Kellerbauer denken – der konnte ebenso beeindruckende Versprechen abgeben, die er niemals zu halten beabsichtigte. Einzig das STO-Prinzip verhilft zu überproportionalen Profiten: Schnell hochziehen – Teuer verkaufen – Oberflächlich nachbessern. Der Bauherr zahle und schweige. Das spült Geld aufs Konto. Viel Geld. Pecunia non olet! Oder etwa doch?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Sekt und Lieblingskuchen

Die Sektbar einer Hochzeit im Rathaus unterliegt unserer Betreuung. Wir sind gehalten den gestellten Sekt auf etliche Gläser zu verteilen und eine Vorhersage über die Wünsche der Konsumenten zu treffen. Pur weiß? Pur rosé? Gemischt mit O-Saft? Pur O-Saft? Das fällt relativ leicht. Schwieriger gestaltet es sich die Vorhersagefehler auszugleichen, weil die Gläserzahl arg begrenzt ist. Wir lernen: nur halb gefüllte Gläser erleichtern mittels Zusammengießen die Gewinnung leerer Kelche ungemein. Und so hören wir die Wünsche, schütten zusammen, füllen neu – ganz nach Belieben – und so bestätigt sich unsere Lernfähigkeit im Alter. Gut zu wissen. In der Stadtmission bilden wir ein Spalier, das Brautpaar flaniert zwischen Rosen und Seifenblasen – welch ein köstliches Bild – hindurch. Das Kuchenbuffet besteht zur Hälfte aus lecker salzigen Angeboten – Schnittchen, Lachsröllchen, Blätterteig-Käse-Teilchen und so. Diese Art Kuchen mag ich am allerliebsten. Gut gesättigt, ein wenig kulturell angehaucht und leicht angeplaudert verlassen wir weder zu früh noch zu spät diese gastliche Stätte. Es war ein netter Tag – insbesondere für das Brautpaar. Das weckt Erinnerungen.

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar

Stauen will gelernt sein

Wie wenig Koffer brauche ich für eine lange Reise? Die Frage treibt mich heute total um. Für unseren Thailandaufenthalt studiere ich Backpackerlisten und staune über deren Minimalismus. Andererseits verblüfft mich das Monströse der empfohlenen Rucksäcke. Meine Zeit, so ein Backpacker schultert einen mittleren Koffer mit Gurten. Da sind wir mit unseren rollenden Gepäckstücken vielleicht gar nicht so schlecht aufgestellt. Doch Versuch macht kluch und so packe ich mal probeweise nach einer modifizierten Rucksackreisenden-Empfehlung. Und siehe da: mein Koffer in Bordcasegröße müsste ein wenig mehr Volumen haben und schon würde es passen. Erstaunlich, was man so alles in diesen Gepäckrollern verstauen kann. Auf jeden Fall ist mir nach diesem Experiment etwas wohler im Magen und ich blicke etwas zuversichtlicher einer Fahrt entgegen, die mich wochenlang von meiner heimischen Couch trennen wird. Seufz! Ich hab’ es so gewollt. Freu!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Schreib einen Kommentar