Schnell, teuer, oberflächlich

Da steht man als alter eingeborener Wolfsburger da und wundert sich. Wo sich früher ein wunderbar großes Freibad einladend ausbreitete – meinen Fahrtenschwimmerschein habe ich dort abgelegt und einen todesmutigen Sprung vom 3-Meter-Brett absolviert – ragen nun Wohnhäuser in die Landschaft. Sie sind schön anzusehen und die Penthäuser sollen 650.000 Euro gekostet haben. Gut, sie sind mit 200 qm Wohnfläche nicht gerade klein aber der Blick von der hochgelagerten Terrasse geht auf gegenüberliegende Reihenhäuser. Da zahle ich doch lieber das Doppelte und schaue auf den Hafen von Leer in Ostfriesland. Außerdem könnte ich dort meine – bedauerlicherweise nicht vorhandene – Yacht direkt vor der Haustür parken. Immerhin wird der Bauunternehmer gut verdient haben. Um so mehr, da so richtig perfektes Bauen nicht sein Ding zu sein scheint. In altbekannter Baulöwenmanier betont er eindeutig, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Ich muss dabei an unseren damaligen Kellerbauer denken – der konnte ebenso beeindruckende Versprechen abgeben, die er niemals zu halten beabsichtigte. Einzig das STO-Prinzip verhilft zu überproportionalen Profiten: Schnell hochziehen – Teuer verkaufen – Oberflächlich nachbessern. Der Bauherr zahle und schweige. Das spült Geld aufs Konto. Viel Geld. Pecunia non olet! Oder etwa doch?

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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