Röhrenängste

In aller Ruhe aufstehen, duschen, mein Knäckebrot knabbern, eine Tasse Kaffee konsumieren, kurzer Blick in die Zeitung, Morgenandacht und schon geht es mit Foxi Richtung City. Mir ist so flau im Magen, deshalb fährt meine ehelich Anvertraute. Das Parkhaus hat ein Kennzeichenerfassungssystem, man fährt schrankenlos ein und aus. Auch nett. Ab ins Obergeschoss denn dort muss ich hin. Ein MRT lauert auf mich, dieser Horror für Platzangstgetriebene ist tatsächlich mein Ziel. Einem anderthalbstündigen Vorlauf mit Datenerfassung, warten und Zugang setzen folgt der Ernstfall. Rauf auf die Liege, ich werde sediert – ein MUSS – und höre Musik, ganz entfernt ein Klopfen und Hämmern, fühle mich ein wenig geschoben – hin und her, bin fern der Welt, ein wohltuender Aufenthaltsort mit Blumenhimmel. Überraschend gleite ich nach vorn, werde wach, darf aufstehen und unsicheren Schrittes den Tatort verlassen. Gerne wieder – aber nur sediert. Eine Traumwelt statt Platzangst. Guter Tausch. Okay, der verspätete Mittagsschlaf fällt dadurch deutlich tiefer und länger aus aber was schert das schon einen Pensionisten. Das baut auf, macht frisch und putzmunter hinterher. Danke, Gott, du trägst mich selbst durch völlig unnötige Ängste hindurch. Wundervoll! – Abends konstatiere ich erneut, dass mir offensichtlich alle alten Barnabys viel zu bekannt sind, es fehlt der Zuschaukick😀. Schade. Dafür lese ich in meinem Krimi ein nachdenkenswertes Kapitel über Gedankengänge eines schwer Dementen, der kurze Zeit allein in seiner Wohnung herumtappst. Welch ein Tiefsinn, welche Empathie – einfach nur stark. Ich muss mich regelrecht losreißen, damit es für mich nicht wieder zu spät wird. Die Nachtruhe fällt sehr zufriedenstellend aus. Fein.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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