Übertünchen, verharmlosen und verniedlichen

Ausschlafen können ist ein Geschenk – und was für eins! Die Überbleibsel vom Hauskreistreffen müssen abgeräumt, abgewaschen oder vernascht werden. Die Zusatzstühle wandern wieder zurück ins Büro und den Salon. Der Tisch verkleinert sich und seine lange Tischdecke wird durch eine kürzere ersetzt. Das Esszimmer verwandelt sich so zurück in seine Standardversion. Prima. Im Wohnzimmer nimmt die morgendliche Routine, etwas verspätet, ihren Lauf. – Der restliche Tag entfaltet sich in den bekannten Bahnen. Bei meiner Abendandacht staune ich besonders über den Talmud. Da versuchen doch ein paar übereifrige, zweifellos weise aber voreingenommene, Rabbis den König David von seiner Schuld am Tod des treuen Ehegatten Bathsebas, des vorbildlichen Uria, freizusprechen. Entlarvend, beschämend und doch überaus menschlich. Ich muss den Text dreimal lesen. Sagenhaft. Das ist so augenöffnend wie wir Menschen Schuld übertünchen, verharmlosen oder verniedlichen wollen – und das nicht nur bei David. Andererseits bewundere ich den Zusammenhalt des weit verstreuten jüdischen Volkes, weit über Landesgrenzen hinweg, in den ersten Jahrhunderten nach Christi Geburt wie sie mir eine Chronik aufzeigt. Wahrlich ein ganz besonderes Volk unter Gottes Hut. – Abends begleite ich den guten Kommissar Dupin bei zwei Ermittlungen, die ich aus der Mediathek aufrufe. Ich mag diese Verfilmungen der Bücher. So wird es erneut spät, diesmal aber mit fatalen Folgen. Die Nacht ist gruselig, schlafarm und mit komischen Traum-/Wachsequenzen. Das muss ich nicht haben. Ehrlich.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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