Wir fahrn, fahrn, fahrn …

Das Smartphone muss um sechs Uhr morgens nicht herumtönen, wir sind bereits wach. Seufz. Die letzten Sachen wandern in den kleinen Koffer, dann stellen wir ihn und den großen vor die Kabinentür. Wir machen uns reisefertig und begeben uns zum Frühstück. Dann heißt es warten bis die avisierten Busse eintreffen. Nummer zwei kommt zuerst – wir sind natürlich Nummer eins. Also üben wir uns in Geduld. Schließlich erscheint auch unser Fahrzeug, die Koffer werden verstaut, auf einer Seite lassen sich die Gepäcktüren nicht öffnen und während der Fahrt piepst in regelmäßigen Abständen ein Warnsignal, das den Fahrer offensichtlich kein bisschen interessiert. Nur wir schrecken immer wieder aus dem Viertelschlaf auf. Ist wohl nicht mehr der Jüngste, unser Bus. – Nach einer guten Stunde lassen wir die Hälfte der Mitfahrer in der Nähe des Kölner Bahnhofs aussteigen, wir dagegen werden erst später beim Parkservice abgesetzt. Die PKW-Übergabe verläuft völlig unproblematisch, wir verabschieden uns von unseren wirklich liebenswerten, freundlichen Tischgenossen, kaufen nebenan noch Reiseverpflegung ein und düsen los. Unterwegs müssen wir Strom tanken und ich lerne wie vorteilhaft es wäre, wenn ich vorher auf die Leistungsfähigkeit der Ladesäule achten würde. So wechsle ich nach dem Lunch noch kurz zu einer mit deutlich höherer Ladekapazität. When will I ever learn? Seufz. – Nur wenig später überfällt mich auf der Autobahn eine Müdigkeitsattacke massiver Stärke. Also suchen wir uns abseits des Verkehrs ein schattiges Plätzchen und nicken tatsächlich weg. Toll! So richtig erholt geht es dann weiter, Kilometer für Kilometer, an einem entstehenden Böschungsbrand mit viel Qualm auf der Gegenfahrbahn vorbei, der wenig später zur Vollsperrung führen wird. Nicht weit vor unserer heimatlichen Ausfahrt will uns ein Audi-Cabrio-Fahrer rammen, überlegt es sich aber noch rechtzeitig und kehrt zurück auf seine Spur. Lieber, großer Gott, hab Dank für die Bewahrung!!! Schließlich können wir auf der Landstraße noch einem PKW ausweichen, der die Kurve schneidet, uns jedoch im letzten Augenblick noch bemerkt. Glücklich, dankbar und tief durchatmend erreichen wir endlich unser Heim. Gott sei Lob, Preis und Ehre! – Der Rest ist Ankunftsroutine. Das Auspacken sparen wir uns für morgen auf. Ich genieße noch eine Fertigsuppe bis ich voller Müdigkeit in mein heißgeliebtes, langvermisstes Seniorenbett falle. Gute Nacht!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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