Rio de Janeiro

Um 05:30 Uhr kommt der Lotse an Bord und wir passieren, hat der Kapitän angekündigt, die malerische Einfahrt in die Bucht von Rio de Janeiro. Tatsächlich riskiere ich um diese Zeit einen Blick über den Balkon hinaus doch draußen ist es enorm diesig. So fällt meine Entscheidung spontan fürs Bett aus, gegen das trübe Landungsbild. Am Morgen lacht uns ein strahlendes Gesicht von einer Mauer entgegen, geförderte Kunst in Rio. Schön. Rio empfängt uns mit flüssigem Sonnenschein, bei unserem ersten Ausflug hat sich der Regen wieder verzogen. – Vor dem Ausflug kommt das Packen, unsere Vormittagsbeschäftigung. Soviel wie nur eben möglich stopfen wir in unsere beiden Koffer. Im Handgepäck ist viel Platz für warme Kleidung nötig, um im kalten Deutschland überleben zu können. – Gegen Mittag führt uns unser vorletzter Ausflug zum Corcovado. Der einheimische Reiseführer, deutschsprachig, übt sich im Zitieren schwülstiger Prospekttexte, zweifelsohne informativ, halt ein sympathischer junger Mann, der sich zu helfen weiß. Die Wartezeit auf die Zahnradbahn aufwärts ist relativ kurz. Sie rattert, quietscht und klappert sich schließlich durch den Urwald nach oben. Bei der Bergstation angekommen stellen wir fest, dass wohl „alle Besucher“ 😉 schon oben sind. Es ist proppenvoll. Man könnte jetzt über 120 Stufen weiter Höhe gewinnen oder einen Fahrstuhl nutzen. Wir wählen letzteren. Im Anschluss führen zwei riesige Rolltreppen zu weiterem Höhengewinn bis zum Fuß der Christusstatue. Wir blicken dort herunter auf den Zuckerhut und auf Rio. Phantastisch. Der segnende Christus, blickt 38 Meter höher auf uns herab. Er, 30 Meter hoch, steht auf einem acht Meter hohen Sockel. Äußerst imposant wenn man als kleiner Wicht davor steht. Der Himmel ist bedeckt doch die Sicht ist recht gut, sogar unser Schiff ist leicht auszumachen. – Das eigentliche „Chaos“ beginnt mit der Abfahrt. Irgendwie müssen wir in eine Bahnrhytmuspause geraten sein, denn die wartende, stetig wachsende Menge ist groß wie auch die Wartezeit auf den nächsten Zug. So stehen wir uns geduldig 😠 die Beine in den Bauch, elendig lange. Endlich, dann doch irgendwann unten angekommen warten wir erneut, diesmal auf unseren Bus. Die ersten Krämpfe planen inzwischen Zugriffe auf meine Waden. Zum guten Abschluss fahren wir im Vorabendlicht an den Stränden von Ipanema und der Copacabana vorbei und nehmen die besondere Atmosphäre in uns auf. Ich genieße es in vollen Zügen dies alles einmal mit meinen ureigensten Augen zu sehen. Beeindruckend ist die wellenförmig gepflasterte Promenade der Copacabana als Reverenz an Lissabon. Unser erster und gleichzeitig letzter voller Urlaubstag in Rio de Janeiro. Faszinierende Stadt. – Nach der Abschiedsshow wandern unsere Koffer vor die Kabine, dann ab ins Seniorenbett, denn der morgige Tag wird hart.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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