Abschied von Brasilien

Über Nacht sind unsere Koffer verschwunden – ein Dank an die eifrige Crew. Am Abreisetag steht uns noch eine Panoramatour ins Haus – wir haben wenig Erwartungen, werden aber positiv überrascht. Die 😀Guidin😀🤔 macht einen hochkompetenten Eindruck. Wir lernen Rio de Janeiro auf sehr differenzierte Weise kennen, fahren zweimal über die Ponte-Rio-Niteroi, eine Brücke über 13 km lang, bis zu 72 m hoch und acht (!) Fahrspuren mit einem herrlichen Blick auf die Bucht. Superstark. Ich lerne, dass Favela nach brasilianischer Lesart nicht Slums bedeutet, sondern eine „Gruppe von Behausungen mit hoher Bevölkerungsdichte, unsystematisch und mit ungeeignetem Material ohne Zoneneinteilung errichtet, ohne öffentliche Versorgung und auf illegal genutzten Grundstücken ohne Einverständnis des Eigentümers.“ (Wikipedia und unser Guide). In diesen Vierteln sind Häuser, Behausungen oder Hütten in unterschiedlichster Qualität und Größe entstanden, vom Bewohner selbst errichtet, auf den als unbebaubar betrachteten Hügeln Rios. Offensichtlich geht es doch mit dem Bauen – wie haltbar, wie standfest, wie witterungsbeständig sei dahingestellt – aber es gibt Strom und eine größtenteils phantastische Aussicht. Wahnsinn, wie hierorts dicht an dicht die Wohnviertel der Superreichen an die der Superarmen grenzen. Das erinnert mich stark an Kapstadt. Uns bleibt noch Zeit und so fahren wir, quasi als Bonus, durch die gegenüberliegende Stadt Niteroi und bestaunen das von Oscar Niemeyer konzipierte Kunstmuseum, das einer Blüte nachgeahmt ist. Laut Guide hat der Architekt diese Gestaltung auch gewählt, damit das Gebäude den Menschen nicht die Sicht auf die Bucht verstellt. Starke Architektur des Planers von Brasilia, der allerdings immer in Rio wohnte. – Pünktlich zum Lunch, unsere letzte Mahlzeit an Bord, sind wir zurück. Jetzt heißt es auf die Ausschiffung warten. Kurz vor 16 Uhr verabschieden wir uns von Kahn und Mannschaft, spazieren ein letztes Mal die Gangway hinab zu unseren Koffern. Per Bus geht es zum Flughafen. Ein anderer Guide, ein älterer Herr, ist äußerst bemüht uns gemeinsam einzuchecken. Das ist sicher von ihm gut gemeint und tatsächlich gelingt das Vorhaben auch. Es dauert nur schier ewig. Wir fliegen nach Sao Paulo, laufen uns die Füße auf dem Airport wund, passieren eine Pass- sowie eine Gepäckkontrolle, laufen, laufen und laufen … Schließlich entern wir unseren Jet, belegen die für viel Geld erworbenen bequemen Plätze, starten mit einer Stunde Verspätung und sind nun fast zwölf Stunden in der Luft. Oft muss ich das nicht haben. Wann wird endlich das Beamen erfunden?

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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