Gewimmel

Der Seegang legte die Nacht über deutlich zu. Es schaukelt schon und fast rolle ich im Bett hin und her. Der Magen macht sich bemerkbar, nicht übermäßig aber auch durchaus spürbar. Meine Seefestigkeit ist dabei sich mit zunehmendem Alter allmählich davonzuschleichen. So findet das Frühstück im Diamanten nicht wie gewohnt Anklang. Wir streben dagegen etwas eifriger unserer Kabine zu um uns je eine Tablette gegen Seekrankheit zuzuführen. Liegt es am abnehmenden Wellengang oder der medizinischen Wirkung, egal, die Symptome nehme spürbar ab. Das freut uns sehr. Obwohl es für einen ausführlichen Erkundungsgang doch noch ziemlich schaukelt lernen wir die Bar-, Lounge- und Speisebereiche relativ gründlich kennen. Mir fehlt ein Ruheraum, ein Ort an dem kaum Menschen herumschwirren und ich mich vom Gewusel erholen kann ohne die Kabine aufsuchen zu müssen. Ja, ja, das Geschwirre rund um mich herum, die vielen Leute an den SB-Theken im Restaurant sind für mich arg gewöhnungsbedürftig. – Am späten Vormittag treffen wir zwei nette Mitreisende, die uns schon bei der letzten Flusskreuzfahrt avisiert wurden. Sie kommen aus Magdeburg und sind sehr freundlich und mehr als nett. Leider überfällt mich nach einiger Zeit ein unstillbares Bedürfnis nach Mittagsschlaf und ich muss einfach mein Bett aufsuchen. Komisch wie müde mich die Reise macht. – Am Nachmittag lese ich intensiv vor mich hin und minimiere die Zahl meiner ungelesenen Bücher. – Das Dinner im SB-Restaurant schafft mich, das Gewimmel rund um die Essenstheken lässt mich an schlangenarmen Orten zugreifen mit nur wenig Rücksicht auf die angebotenen Gerichte. – Das Abendangebot ist eher unterdurchschnittlich, ein Comedian ohne mitreißenden Witz und seltsamen Humor. Tja die erste und zweite Garde sind wohl für andere Kreuzfahrtunternehmen aktiv. Dann ist das so. Die Nacht ist jedenfalls okay.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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