Steuer kommt mich teuer

Müde bin ich, entflieh der Ruh‘, lasse keins der Äuglein zu. Seufz. So geht es einem, so geht es mir, nach dieser Nacht. Draußen ermuntert mich kein Sonnenschein, sondern erquickt nur Regen die Erde, was ja, zugegeben, gar nicht so schlecht ist. Die Morgenroutine weckt verborgene Ressourcen in mir und so wage ich mich schließlich an die Steuererklärung. Sie endet, wie nicht anders zu erwarten, mit einer Nachzahlung. Mithin dürfen wir zur Ausgabefreudigkeit unseres Staates unser Scherflein beitragen. Dafür kürzt er uns die Leistungen der Kranken- und die Pflegeversicherung, möglicherweise (sehr wahrscheinlich) den Jüngeren ihre Altersvorsorge. Alles muss sich rechnen, nur die Energiekonzerne dürfen abschöpfen mit übermäßig vielen neuen, stark subventionierten Gaskraftwerken sowie unverschämt hohen Strompreisen, die sich jeweils am teuersten Erzeuger orientieren. Aber was soll ich klagen – in ein paar Jahren ist für mich sowieso alles Irdische vorbei. Mein Abschied ist absehbar, ob demnächst, in fünf oder zehn Jahren, allerspätestens in zwanzig, was aber völlig unwahrscheinlich erscheint angesichts Bluthochdruck und Übergewicht. Egal, erstens freue ich mich Jesus sehen zu können und zweitens dauerhaft bei ihm zu sein. Drittens bin ich, so ganz nebenbei, heilfroh diese lästige Bürokratenpflicht hinter mich gebracht zu haben. – In meiner Abendandacht versuche ich, nach und nach, Seite für Seite, das Bibellexikon durchzulesen. Das ist ob der vielen Details nicht wie geplant möglich und so suche ich mir auf einer Doppelseite nur die interessantesten Stichwörter heraus. So komme ich nicht nur voran, sondern bewahre gleichzeitig mein Hirn vor der Kapitulation 😉🤔😇 angesichts des Massenanfalls von Fakten. In dem Geschichtsbuch über die jüdische Geschichte, das ich hinterher lese, finde ich die Zerstörung Jerusalems 70 n.Chr. auf nur anderthalb Seiten abgehandelt. Den Vergleich mit Josephus Flavius, der fast einen ganzen Wälzer darüber geschrieben hat, finde ich spannend. – Am Abend stolpere ich tatsächlich über zwei bis drei Storys, die ausnahmsweise interessant sind und nachdenklich stimmen. Was es nicht alle gibt?! – Es wird normal spät, die Nacht bewertet meine Watch mit 84 Punkten, ich hätte mindestens zehn weniger gegeben. Nun ja.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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