Wadenchallenge

Heute ist nix mit Routine. Wir müssen uns fertig machen, Reisetaschen und Rucksack packen, denn es geht auf Tour. Pünktlich, wie vereinbart, holen uns unsere Freunde ab und wir werden nach Bremen kutschiert. Bis auf eine schier endlose Baustelle ohne Bauarbeiter kommen wir gut durch, sind frühzeitig im bestens ausgewählten Hotel und gönnen uns eine kleine Mittagsruhe. Danach beginnt die Tortur. Wir laufen in die Stadt. Schritt für Schritt, zuerst munter, dann schwerfälliger und schließlich folgt ein erleichtertes Sinken auf einen Stuhl mit Blick auf die Weser. Ein gespritzter Aperol sowie ein kleines Helles geben neuen Mut und ein klein wenig recycelte Kraft zurück. Wieder müssen mich meine armen Füßchen schleppen bis ins Traditionsviertel Schnoor. Dort ist es ganz nett, verglichen mit dem übrigen Bremen sogar echt gut. Während der weibliche Teil unserer Reisegruppen großes Interesse an den Einzelhandelsaktivitäten zeigt, folge ich gern dem Vorschlag meines Mitreisenden die Qualität der Gastronomie zu testen. Dort erfolgt nach einiger Zeit auch die Wiedervereinigung beider Interessen. In einem erstklassigen spanischen Restaurant lassen wir uns kulinarisch verwöhnen und laben uns an den aufgetischten Köstlichkeiten. Die Getränke, Sprudel, San Miguel, Weißwein und vorgewärmter Brandy sind ebenfalls nicht zu verachten. Aber dann kommt der Hammer: man überredet mich den Heimweg auf eigenen Füßen anzutreten. Obwohl wir in der Schlachte, an der Weser, noch zwei Pausen einlegen macht mich die Tour, ganz abgesehen von der Hitze, völlig fertig. Ich falle aufs Bett und bin zu nichts mehr zu gebrauchen bis aufs absolut nötige Duschen. Es folgt eine Nacht mit Wadenkrämpfen und einer eher mittelmäßigen Nachtruhe. Krämpfe sind superdoof.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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