Pagodenpause

Der Tag beginnt freundlich, nur ein wenig Tau feuchtet die Pagode auf der Loggia. Der trocknet schnell weg. Die Morgenroutine samt Turnerei nimmt ihren guten Lauf. Mir liegt derweil ein Diptychon am Herzen, das in Gedanken schon Form angenommen hat, welches ich mit Chatti umsetzen will. Thema ist ‚Schwermut‘ und ‚Erlösung‘ – zwei Gemütszustände, denen ich bildlich Ausdruck verleihen möchte. Es gelingt schneller und besser als erwartet – sehr gut. Das Bild ‚Erlösung‘ ist mir ein bisschen zu realistisch, also lasse ich Chatti es in den Malstil ähnlich dem von Chagall umwandeln. Perfekt. Beide Werke verleihen diesen Gefühlszuständen jetzt eindrücklich (wenigsten für mich) Gestalt. In der neuen Seite ‚Galerien‘ ist die Schwermut vielleicht einen Ton zu düster wiedergegeben aber die Richtung stimmt. – Nachmittags nehmen wir uns der Pagode auf der Lounge an. Die Zeltbahnen sind trocken, ich löse die Sicherungsleinen, wir entfernen die Seitenwände und senken das Gestell auf die unterste Stehhöhe ab. So kann ich leicht die Lichterkette demontieren. Die letzen Möbel müssen weichen, wir senken die Konstruktion vollständig ab, lösen die Dachsicherung und schieben die Eckleisten leicht zusammen. Nun ist es ein Leichtes das große, hohe Dach abzunehmen. Null problemo. Schließlich schieben wir das absolut genial konstruierte Gerüst ganz zusammen, verpacken es in seiner Transporthülle (mit Rollen!!!) und verfrachten alles in den Keller. Die Pagode hat jetzt Pause. Schließlich gilt es noch die Lounge herzurichten mit Insektennetz, Windschutz und Möblierung. Danach wird durchgeatmet und alles ist gut. Den „Geburtstagsaufstand“ erklären wir als beendet. – Abends beschäftigen mich ein paar Flugzeugabstürze, Loreromandramen und eine herzergreifende Automechanikergeschichte, die es schafft mich bis lange nach eins wachzuhalten. Ein schwerer Fehler! Die Nachtruhe fällt stark defizitär aus, weiß der Geier wo sich der Schlaf herumtreibt, selbst bei seinem spontanen Erscheinen wirkt er nur arg oberflächlich. Nee, die Nacht gefällt mir gar nicht. Na und? Wer sich selbst eine Grube schaufelt, fällt erst recht hinein. So isses.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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