Schweich

Am Morgen finden wir uns in Schweich wieder. Eigentlich wollten wir am Nachmittag per Bus nach Trier aber der Transfer entfällt mangels Mitreisenden. Dann schauen wir uns halt mal Schweich an. Zum Frühstück komme ich in einem leeren Restaurant an. Es wurde eine halbe Stunde vorverlegt und ich hab’s übersehen. Ein netter Ober serviert mir freundlicherweise trotzdem einen Pott Kaffee und drei Croissants, sogar Butter dazu. Genau genommen viel zu viel für mich aber wenn er schon so freundlich ist, will ich ihn nicht enttäuschen 😇. Bei der Gelegenheit lege ich gleich meine Wünsche zu Lunch und Dinner fest. – Später schauen wir der Schiffscrew beim Nachschubbunkern zu. Ganze Paletten werden, nicht wie bei der Seeschifffahrt in Gänze, sondern Karton für Karton, Stück für Stück, Kasten für Kasten von Mann zu Mann weitergereicht. Eindrücklich. – Schließlich ist es Zeit Schweich zu erkunden. Welch ein langweiliges Städtchen. Auf dem Stadtplan entdecke ich einen alten jüdischen Friedhof nur eine Viertelstunde entfernt. Wir machen uns auf den Weg. Trotz Schatten ist es drückend heiß, zu unserem Glück weht uns ab und an ein frisches Lüftlein entgegen. Ich bin viel zu bereit aufzugeben aber je weiter ich vorankomme, desto blödsinniger wäre es das Handtuch zu werfen. St. Nikolaus bietet uns zwischendurch eine erfrischende, kühlende Pause in seinen alten Kirchenmauern. Ein netter Kirchenbau, nicht überladen aber mit sehenswerten Akzenten. Mühsam gehen wir wenig später, wir wollten es so, Schritt für Schritt auf unser Ziel zu. Endlich kommen wir an. Mir graut jetzt schon vor dem Rückweg. Der jüdische Friedhof ist verschlossen aber wir können gut über die Hecke schauen. Nun ja, ein paar Grabsteine, etwas Rasen dazwischen, leicht interessant, als „touristische Destination“ aber nur der Mühe wert, wenn Kalorienverbrauch auf dem Weg dem Ziel, quasi als Bonus, zugerechnet wird 😉😀. Wie es nun einmal ist so auf dieser Erde müssen wir die ganze Strecke noch einmal bewältigen, diesmal glücklicherweise bergab. Ganz unten, fast am Fluss, können wir im Supermarkt noch den Wasserbedarf für die restliche Reise ergänzen und erreichen voll geschafft (wenigstens ich) unsere Prinzessin. Wer immer die Dusche erfunden hat dem sei jetzt von ganzem Herzen Dank gespendet! – Vor unserem Schiff tummeln sich zwei Polizeiwagen und die Jungs und Mädels samt Kapitän und Hoteldirektor sind kräftig zugange. Übliche Schiffs- und Personenkontrolle, meint unsere Kreuzfahrtleiterin. Ja, ja, so eine Ausreise nach Luxemburg ist wohl eine große Sache 🤔. – Den Nachmittag verbringen wir auf dem Sonnendeck, lesen, erzählen und schauen uns die Gegend an. – Im Abendprogramm gewinnt meine Kabinengenossin eine Flasche Wein bei der Tombola während ich auf dem Balkon dem Ende eines Krimis entgegenlese. Die Auflösung ist echt irre, lebensfern aber phantasiereich. Nun ja. Heute geht es mal etwas früher ins Bett. Der Schlaf passt sich der für mich üblichen nächtlichen Wasserversorgung an. Ist schon okay.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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