Traben-Trabach

Von uns absolut unbemerkt hat der Kapitän seine Rhein Prinzessin nach Traben-Trabach transferiert. Wir wachen am neuen Liegeplatz auf, am Traben-Ufer. Heute teste ich das Spätaufsteherfrühstück, bestelle aber vorher noch schnell meine Speisenfolge für Lunch und Dinner im Restaurant. Der Test fällt voll gut aus: ein Croissant, Kaffee nach Wahl, mehr brauche ich nicht. Das übrige Angebot lässt mich kalt. – Wir switchen unseren geplanten Rheingau-Urlaub wegen der Bestattung um, halten die Morgenandacht und spazieren anschließend an der Mosel entlang. Uns erschließt sich ein toller Blick auf Trabach, die Burgruine auf dem Berg, die evangelische Kirche, die zwar auf einem Hügel steht aber dennoch niedriger ist als ihr katholisches Gegenüber. Wir finden eine malerische Bank im Schatten und blicken auf ein Weingut mit einem mächtigen Ziegelbau, ein echtes repräsentatives Weingut. Auf dem Rückweg zum Schiff passieren wir das traditionelle Bellevue-Hotel und einen eindrucksvollen Ziegelsteinbau, ein mehrstöckiges Wohngebäude. – Später äußern sich Mitreisende schwer enttäuscht über Trabach auf der anderen Moselseite – die Optik von ferne wird von der Nahsicht wohl widerlegt. Ich nehme also von einem Besuch Abstand und nutze die Zeit für mein etwas vernachlässigtes Tagebuch um ganz nebenbei erstmalig die angebotene Kaffee- und Kuchenzeit zu testen, mastkurhalber sozusagen. – Meine Allerliebste lässt sich trotz Affenhitze nicht abhalten dem Shoppen zu frönen, mein nächtlicher Wasserkonsum für 3,70 € die Dreiviertelliterflasche sind ihr ein Dorn im Auge. Die Gestränkepreise an Bord geben eigentlich keinen Anlass zur Kritik, allein das Mineralwasserentgelt sprengt alle Normen. – Völlig ausgelaugt kommt meine Mitreisende später mit vier Flaschen kostbaren Wassers wieder. Ich bin leicht schockiert, dass sie sich bei diesen Temperaturen so viel zumutet. Warum muss sie bloß immer ihre Grenzen auskosten? – Beim Dinner legen wir ab und fahren langsam in die Dunkelheit hinein. Bei Nacht passieren wir Bernkastel-Kues mit leuchtenden Prachtbauten am Ufer, etlichen Hotelschiffen am Pier und einer hell strahlenden Burg hoch droben über der Stadt. Wir passieren zwei „Kopfeinzieher-Brücken“, die auf dem Sonnendeck nur sitzenderweise zu unterqueren sind. Zwei Besatzungsmitglieder achten streng darauf, dass Kopfkarambolagen vermieden werden. – Später sitze ich auf unserem Balkon, lese ein wenig und bin fasziniert wie wir in die „Finsternis“ hineingleiten. Nur schwarze Schatten markieren die Küstenberge unter einem strahlendem Sternenzelt. Phantastisch. Natürlich wird es wieder sehr spät. Der Schlaf fällt leicht durchwachsen aus. Ich nehme es tiefenentspannt hin.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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