Abschied von Erich

Nach einem etwas reichhaltigerem Frühstück, ein ganzes Brötchen, fahren wir los Richtung Lüggau. Die Sonne strahlt uns an, die Klimaanlage kühlt uns ab und Laura schnurrt brav vor sich hin. Eine Stunde zu früh kommen wir am Friedhof an. Da ist keine Hektik wie in unserer Nachbarstadt mit Bestattungen im „Fließbandmodus“. Nein, hier wird alles in Ruhe vorbereitet, die Halle ist bereits fertig, der Sarg ist aufgebahrt, geschlossen wie hierorts üblich, die Kränze platziert und auf dem Boden sind Sträußchen von den Enkelkindern, für jedes eins mit kleinen Trauerschleifchen. Auf dem Boden davor sind Rosenblätter verstreut – emotional und würdevoll. Das Institut beherrscht sein Metier. Langsam treffen die anderen Trauergäste ein. Schade, dass man sich fast nur zu solchen Ereignissen begegnet. Man müsste sich viel öfter besuchen, ja, man müsste … Die Pastorin findet die richtigen Worte und führt uns das Leben und den Glauben des Verstorbenen liebevoll vor Augen. Gottes Wege sind immer wieder überraschend, denn so wird ein Mann, der sein Leben lang strengstens dagegen war, dass Frauen Pastoren werden, von einer Pastorin zur letzten Ruhe geleitet. Ich kann mir nicht helfen, Gott muss einen stillen, tiefsinnigen, auf den Punkt zielenden Humor haben. Es schließt sich ein Kaffeetrinken an, das meine Begleiterin zu zahllosen Gesprächen nutzt. Mir ist, warum auch immer, nicht so danach wiewohl ich mich natürlich mit dem einen oder anderen austausche. Mein Alter wird mir schlagartig bewusst als sich eine mir völlig unbekannte Frau als Tochter eines Verwandten entpuppt, die immer noch als kleines Mädchen in meinen Gedanken herumschwirrte. Wow, faszinierend. Zum Abschluss gibt es noch eine kurze Andacht, die in anderen Kreisen fast Gottesdienstlänge hätte, aber mir ist das inzwischen voll vertraut. – Die Heimfahrt gestaltet sich völlig unproblematisch und der Abend mit zwei uralten Folgen von ‚Death in Paradise‘ – statt einer etwas jüngeren der ‚Chefin‘ – recht entspannend. Für mich wird es normal spät, gefolgt von einem tiefen, erholsamen Schlaf. Perfekt.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.