Auf nach Brigdetown

Ich brauche heute keinen Wecker. Bei Flugtagen übernimmt mein Innerstes das Zeitmanagement. Per S-Bahn geht es zum Airport. Lange Schlangen bei der Economy und ebenso keine kurze Reihe bei der Business-Class. Wir haben letztere gewählt, schweineteuer, aber bei langen Flügen durchaus lohnend auch wenn das Sparkonto geplündert werden muss. Wir passieren die Priority-Handgepäckkontrolle, „Priority“ klingt gut aber nebenan sind eine Vielzahl von Schaltern geöffnet bei uns nur einer was die Aufenthaltsdauer einander angleicht. Nur die Lounge ist natürlich ein echter Gewinn. Wir frühstücken ausführlich, genießen die bequemen Polster und erreichen gerade rechtzeitig das Gate. Per Bus geht es zum Flieger und dort warten äußerst angenehme Sitzgelegenheiten auf uns. So lassen sich zehn Stunden Flug ertragen. Der Versorgung ist bei weitem nicht so perfekt wie bei Qatar-Airways aber immer noch durchaus gut. Ich klage auf extrem hohem Niveau, denn der Service ist auf mindestens gleichem Level wie bei Qatar. Zehn lange Stunden später sind wir in Brigdetown auf Barbados angekommen. Wir müssen nicht durch die Kontrolle, überlassen das Kümmern um unsere Koffer der TUI, steigen vom Flugzeug in einen alten klapprigen Bus mit einem mürrischen noch älteren Fahrer, quetschen uns in enge Sitze, versinken noch tiefer in den Polster und holpern zum Schiff. Dort überwältigt mich meine Reisepanik, das Einchecken wird für mich als Kreuzfahrtneuling zum schweißtreibenden Hürdenlauf: Passkontrolle, Bordkartensichtung, Fotoshootings für welche Cloud auch immer, Bordkartenkontrolle, Gepäckröntgen, Bordkartenkontrolle, Fahrstuhl, Schwimmwesteneinweisung, Fahrstuhl, Zimmer unauffindbar, Personal fragen – auf einer Seite sind nur gerade Zimmer-Nummern und gegenüber ungerade, aha gut zu wissen. Wir watscheln also auf die andere Schiffsseite und stehen endlich vor unserer Tür, finden den Umschlag mit den echten Bordkarten, den Originalen, die Tür öffnet sich – puuuuuh!!! Einchecken ist für mich ein Mordversuch an Anfängern. Immerhin kommt ein Koffer gut und schnell bei uns an. Wir gehen in die Schau-Bar für einen Mojito und einen Rosé. Danach steht auch Koffer Nummer Zwei vor der Tür. Auspacken, geordnet ins Bett fallen. Schlaf suchen. Hier ist es gegen zehn Uhr, in Deutschland drei Uhr. Neunzehn Stunden unterwegs – geht’s noch? Und das in unserem Alter, je oller, je doller. Isso!!!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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