Digitale Erinnerungen

Im Keller geht es weiter. Jetzt müssen wir für einen dritten Außenwasserhahn den Zugang zur Wasserleitung von allen Hindernissen befreien. Kurz gesagt ein Kartonlager eliminieren. Dort steht noch der Karton meines allerallerallerersten Computers. Erinnerungen leuchten auf. Da hatte ich voller Stolz alles angeschlossen, schalte den Tower ein und nichts passiert. Das hat mich für mein weiteres Leben mit Computern tief geprägt. Kurz bevor ich ihn zurücksende, kam nach einer ausführlichen Beratung die Erleuchtung: die Grafikkarte war es wohl, die sich beim Transport gelockert hatte und neu kraftvoll in ihre Halterung eingepresst werden musste. Danach lief alles einwandfrei – soweit die damaligen PCs überhaupt einwandfrei liefen, also eher nicht. Der Karton meines ersten 21-Zöllers, ein Monster, das ich allein kaum heben konnte, steht plötzlich neben mir. Leicht seufzend mit einer winzigen Träne im Auge mache ich alle Kartonagen tonnenfertig. Wie viel Geld habe ich da schon verpulvert. Ich könnte heute Millionär sein. Aber wie viele erbauliche, himmelhochjauchzende, zu Tode betrübte, vor Stolz schier platzende, aus tiefster Brust seufzende, tränenproduzierende Erfahrungen wären mir dann versagt geblieben! Wie fade wäre das Leben gewesen! Es war gut so. Vieles hätte ich besser machen können aber durch alles habe ich gelernt. Hätte ich nur alles beherzigt! Ein wenig Glühwein und eine warme Decke – dort unten war es kühl – bauen mich auf für eine wohlige, schlafreiche Nachtruhe. Alles ist gut.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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