Entpflichtungsgottesdienst

Strahlender Sonnenschein begleitet uns den ganzen Tag. Entspannt frühstücken wir mit unseren Verwandten, feiern ein wenig den Geburtstag unserer Nichte – doch heute steht dieser nicht im Mittelpunkt, weil mein Schwager entpflichtet wird. Den Begriff kannte ich bis dato noch nicht. Zur Mittagszeit brechen wir zu seiner bisherigen Wirkungsstätte auf. Er kann auf 33 Jahre Pastorenzeit an diesem Ort zurückblicken. Der Gottesdienst findet im Freien statt, es ist mollig warm und jede Menge Bänke und Stühle wollen belegt werden. Ich staune über die vielen Besucher, die von ihrem Pastor Abschied nehmen wollen. Posaunenchor und Band begleiten uns bei den Liedern und wir hören auf die letzte Predigt in Amt und Würden. Im Anschluss entpflichtet der Superintendent meinen Schwager von seinen Pflichten als Pastor – er darf zwar weiterhin als Amtsträger wirken, muss es aber nicht mehr – nicht die schlechteste Perspektive für den Ruhestand bei einem Geistlichen aus Leidenschaft. Manch ein Tränchen fließt. Danach wird ein richtiges Abschiedsfest mit Kaffee und Kuchen, Hüpfburgen für die Kleinen und mancherlei guten Worten und Gesängen gefeiert. Es ist bewegend. – Wir verstauen die vielen Aufmerksamkeiten zum Ruhestandsbeginn in unseren fahrbaren Untersätzen und bringen sie zur neuen Wohnung. Ach ja, ich wandere vorher noch durch das leergeräumte Pfarrhaus, in dem wir in den 3 Jahrzehnten oft zu Gast waren und bin erschüttert welch niederdrückende Atmosphäre von kahlen Räumen ausgehen kann. Boah! – Abends resümieren wir gemeinsam unsere Eindrücke. Überwältigend! – Im Hotel riecht das Bad intensiv nach Zigarettenrauch, keine Ahnung wo der herkommt, doch angenehm ist das nicht. Zum Glück gibt es noch eine weitere Zwischentür, die wir schließen können. Mich freut der Sieg von Daniel Günther in Schleswig-Holstein, er ist mir sehr sympathisch – hoffentlich bleibt er es auch. Die Nachtruhe fällt etwas konstanter aus als gestern. Nun ja.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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