Feine Hochzeit

Vormittags schließe ich noch ganz schnell unsere Steuererklärung ab, schicke diese mit der diebischen virtuellen Elster zum Finanzamt und ein Anschreiben gleich hinterher, weil ich mir mit meiner Einnahmeüberschussrechnung so unsicher bin. Möglicherweise hätte ich ein völlig unübersichtliches Formular ausfüllen müssen. Das wäre echt doof aber möglicherweise unvermeidlichkeitsbar. Abwarten. – Nach der Mittagspause stülpe ich mir mein feierliches Gewand über (der einzige Anzug, den ich besitze), zwänge einen farbigen Strick aus Stoff unter meinen weißen Hemdkragen und staune über die mir immer noch passende Weste. Schnell bringt Tiger uns nach Isenbüttel. Dort mischen wir uns unauffällig unter eine immer größer werdende Gesellschaft vor der Kirche. Es folgt eine herzbewegende Trauung bei der wir beide kleine Teile beizusteuern gebeten waren. Dann ist das halt so. Zum unverzichtbaren Gruppenfoto der Hochzeitsgesellschaft müssen wir nun eine sehr steile, stufenschmale Treppe erklimmen. Zu meiner großen Freude geht das ohne Personenschäden ab. In einer Stretchlimousine begibt sich das Brautpaar zur Feierstätte. Ich erlebe die zweite absolut tolle Hochzeit in diesem Jahr, echt klasse! Weshalb? Nun ich muss mich nach dem leckeren Hochzeitsdinner nicht dem ohrenbetäubenden Trommelfellangriff zweier DJs aussetzen, sondern kann im Garten den angenehm gedämmten Tönen lauschen, ein Weizenbier in der einen und eine geschnorrte Zigarre in der anderen Hand. Perfekt. Die Gespräche am luftigen Tisch sind informativ und unterhaltend. Gegen Mitternacht kann ich einer Chili-con-Carne-Suppe nicht widerstehen, überlaste meinen ohnehin schon arg gequälten Magen mit noch mehr Arbeit und setze meinen Gehörgang vollsatten dröhnenden Bässen aus sowie einem Gesangsvolumen, dem selbst schwer Hörgeschädigte ohne Hilfsmittel problemlos folgen könnten. Aber das gehört wohl dazu. wie auch die Verrenkungen auf der Tanzfläche, die mich schwerfälligen, rhythmisch unbegabten Zeitgenossen mit leichtem Amüsement erfüllen. Einen Sturm hatte ich erwartet, eine wohlfeile Party erlebt. Klasse. Altersgerecht gegen zwei Uhr verlassen wir diese gastliche Stätte. Fein, fein, sehr fein!!!

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert