Fort-de-France, Martinique

Wir haben die Kreuzfahrt mit einer Rundreise begonnen und beenden sie mit einer anderen quer durch Martinique. Immerhin sind wir hier schon in Europa, wenigstens mobilfunkmäßig. Das erleichtert vieles. Eine deutsche Reiseführerin begleitet uns auf der Fahrt und schüttet uns auf total nette Weise mit Informationen zu. Ich bin schwer begeistert. Zuerst geht es auf der atlantischen Seite der Insel in eine Rumbrennerei. Die Kostprobe bekommt mir gar nicht gut. Liegt es am Rum oder an mir – egal – hier kaufe ich nichts! Kurz darauf halten wir erneut an um den Wellengang an der Atlantikküste Pixel-für-Pixel festzuhalten. Weiter geht es zu einem kreolischen Mittagessen: Vorspeise Salat mit Fischknödel, Hauptgericht Hähnchenschenkel à la Creole, Dessert so eine Art kreolisches Kokos-Pannacotta. Weiter führt uns die Tour zu einer Bananenplantage mit Erläuterungen zum Anbau von unserer Guide. Die krummen Früchte wachsen an zweigeschlechtlichen Stauden, lerne ich, diese schießen empor, bilden Fruchtansätze, werden kastriert (das männliche Teil wird abgeschnitten), während gleich nebenan sich schon ein neuer Trieb bildet, die Bananen selbst erhalten eine Plastikumhüllung je Fruchtstand (der wird bis 50 Kilo schwer) und man erntet sie generell grün damit sie nicht zu mehlig werden und Süße einbüßen. Schließlich vergeht die alte Staude und der Kreislauf startet mit dem neuen Sprössling. Man lernt nie aus 😀. Es geht zurück zum Karibischen Meer nach St. Pierre, einer vormals blühenden Handelsstadt mit 30.000 Einwohnern. Am Himmelfahrtstag, dem 8. Mai 1902, brach der Vulkan Mt. Pelée aus, mit der Folge dass nur eine Handvoll Menschendie Katastrophe überlebte. Inzwischen wieder aufgebaut, leben dort heute rund 5.000 Menschen. Ein Museum informiert über das Unglück. Die Ruinen des Theater sind zu besichtigen, gleich daneben die Reste des Gefängnisses in der ein inhaftierter Trunkenbold überlebte, geschützt durch dicke Mauern und einen kleinen Zelleneingang in Gegenrichtung zum Vulkan. Er gilt der Legende nach als der einzige Überlebende (mit Brandwunden dritten Grades allerdings). Ein paar mehr Glückliche gab es schon noch, Legenden spiegeln halt immer nur einen Teil der Wahrheit wider. Zurück auf der MeinSchiff 2 gilt es Koffer zu packen, Banderolen zu versehen und bis 22 Uhr auf dem Gang vor der Kabinentür zu platzieren. Wir schaffen das früher, gehen essen und bei der Rückkehr, zwei Gin Fizz später, ist der Gang wieder leer. So soll es sein. Das Schiff rast mit einem Affenzahn, mir wird auf dem Balkon fast schwindelig, auf Barbados zu. Statt um 7 Uhr morgens will der Kapitän schon gegen 1 Uhr nachts dort ankommen. Soll er doch.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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