Es ist nicht gerade früh als wir uns schweren Herzens entschließen die Füße aus der Lagerstatt zu schwingen und auf den Boden zu stellen. Es ist eher spät. – Gegen Mittag wollen Handwerker unsere Heizung warten – stattdessen warten wir auf sie, eine gute Stunde. Ein Notfall, erläutern sie, was sonst? Irgendwann stürze ich mich dann doch auf die Bibelarbeit, Gott schenkt erste Ideen, ein Schema für die Stundengestaltung zeichnet sich ab und es geht gemütlich aber stetig voran. Das gefällt mir. Gegen Abend erscheint von Ferne ein winziges Licht am Tunnelende. – Eine Cousine ruft an. Wir erfahren, dass ein Verwandter verstorben ist, ich hatte nicht viel Kontakt mit ihm aber ich mochte ihn gern. Er ist 76 geworden. Ich bin jetzt 67. Ja, der Übergang in die Ewigkeit kommt näher. Mich hat eine ganze Zeit die Frage beschäftigt, weshalb ich, wenn es in der Ewigkeit so viel schöner, herrlicher und besser ist, so am Leben hänge. Eigentlich ist die Antwort leicht und typisch menschlich. Die Ewigkeit kommt gewiss, Zeit ist dort kein Problem mehr. Aber Zeit hat hier und jetzt eine große Bedeutung. Ehe ich in die Unendlichkeit eintauchen darf – eine unbeschreibliche, hohe, ergreifende alle höchsten Gefühle übersteigende Erfahrung, koste ich gern hier alles aus, was Gott mir zuordnen will. Das kommt mir sehr entgegen. Ich spare mir ja auch am liebsten die leckersten Happen für das Ende des Mahls auf. So hat das Wort ‚alt und lebenssatt sterben‘ für mich eine besondere Bedeutung, die eben nicht auf ‚alt‘ sondern auf ‚lebenssatt‘ liegt. Das strahlt irgendetwas von beenden eines Werkstücks aus und der Bereitschaft ein Neues zu starten. Gott sei Dank weiß Gott am besten, was uns gut tut. Darauf vertraue ich mehr. Er macht es recht!
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