Aufbauender Wochenbeginn

Eine Predigt aus Bremen über meinen Taufspruch zieht mich in ihren Bann. Der Pastor beschäftigt sich mit der jeden Christen umtreibenden Frage wie man den Willen Gottes im Leben erkennt. Es bestätigen sich Erfahrungen, die ich bislang nur als persönliche Erlebnisse abgespeichert hatte. Es tut gut, dafür einen theologischen Unterbau vermittelt zu bekommen. Aber das ist ja schließlich auch die Aufgabe der Geistlichkeit uns Laien das theologische Fundament zu stärken, eigene Erkenntnisse zu festigen, so dass wir dann in die Lage versetzt werden aus dieser Gemengelage ein vernünftiges geistliches „Haus“ (fromme Fachsprache) bauen zu können. Mir tut es gut am Abend einen zweiten Gottesdienst live in meiner Gemeinde erleben zu können und die Gewissheit der Auferstehung Jesu wieder neu und kräftig vor Augen gemalt zu bekommen. Welch ein Sonntag!

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Gedenken

Ausschlafen ist eine tolle Erfahrung. Ich schließe die Augen und kuschle mich noch ein wenig in die Federn. Klasse! In aller Ruhe zerlegen wir dann eine Anrichte, deren Weg von der Ferienwohnung meiner Eltern in Bad Harzburg in unseren Keller führte und nun im Sperrmüll ihr Möbelleben aushauchen soll. Ich staune über die Qualität, die die Möbelbauer früherer Tage hervorbrachten – stark! Zur montäglichen Abholung stapeln wir die Teile im Nebeneingang. Ein paar Kleinigkeiten gesellen sich dazu, ich atme tief durch und verabschiede mich mit einem letzten Blick von unseren langjährigen Begleitern. Abends beglücken wir meinen Schwager mit KWV und Biltong wobei seine Südafrika-Erinnerungen wieder lebhaft Gestalt annehmen. Zuhause wird es bei mir spät – ob ich meinen Rhythmus wieder finde? Ich hoffe es stark.

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Untergründiges

Früh kommen die Handwerker. Sie schleifen ein wenig an der Ausgleichsmasse herum und verlassen uns gleich wieder. Hell und trocken soll die Masse sein. Dunkel und höchstwahrscheinlich nicht so ganz trocken ist sie. So werden die nächsten Schritte auf Montag vertagt. Es dauert also noch – wenigstens können wir morgen weckerlos aufstehen. Das ist gut. Die Urlaubsbilder bringe ich heute noch in trockene Tücher. Das gefällt mir und doch stimmt es mich traurig, wie viel Menschen damals dem verderblichen Ruf der Diamanten gefolgt sind. Das Leben muss sehr schwer und hart gewesen sein, damals. Ich dagegen verspeise zum Dinner wohlmundende Tapas in Mörse, sehr leckere am Rande bemerkt, und um alle guten Dinge voll zu machen, sind wir auch noch eingeladen. Toll. Im Anschluss gibt es eine kleine „Nachfeier“ mit Urlaubsbildern bei den Freunden. Es wird nicht früh.

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MS-DOS

Bei einer Beerdigung in der Nähe von Helmstedt lerne ich das Best Western kennen. Die Tische sind akkurat gedeckt, der Kaffee perfekt und die Pilzsuppe köstlich. Selten (oder gar noch nie?) waren bei einem derartigen Anlass die Brötchenhälften so knusprig wie hier und so lecker belegt. Der Kuchen ist zwar von der Art her traditionell in der Ausführung aber sehr gut. Ich bin äußerst angetan. Im Anschluss landen wir im Möbelhaus um nur mal zu gucken. Wir werden fündig und nun beginnt der Kampf der Angestellten mit dem PC. Er ist hart und schmutzig. Die Preisverhandlung meiner preisbewussten Mitkäuferin sind dagegen kurz und knackig. Allgemeine Zufriedenheit macht sich breit nur die Verkäuferin kämpft tapfer gegen MS-DOS. Es sieht nicht gut aus für sie. Ob das Ergebnis gut für uns ist, sehen wir letztlich erst in 12 Wochen. Geduld tut uns not. Spät abends, ganz spät abends laufen wir endlich in unseren Heimathafen ein und sind geschafft. Von nichts.

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Obelix, der Weise

Pensionisten und Berufstätige passen einfach nicht zusammen. Mitten in den schönsten Träumen unterbricht das angekündigte Erscheinen unserer aktiv Tätigen das Bettkino und einer von uns muss jetzt Rezeptionist spielen. Dankenswerterweise bin ich das heute nicht. Unten wird gestrichen und gespachtelt, oben wird gefrühstückt. Wollen wir uns dann endlich den Zwischenergebnissen im Erdgeschoss widmen, findet dort eine Kaffeepause statt. Irgendwie harmonieren wir nicht richtig. Ich staune wie ausgiebig man über Form, Größe und Farbe von Fußleisten diskutieren und wie man eine Einrichtungsplanung innerhalb kürzester Zeit völlig umkrempeln kann. Neue Herausforderungen braucht der Pensionist damit er sein Sofa nicht wegen vorzeitiger Abnutzung entsorgen muss. Übrigens lesen wir heute in der Bibel von Gottes neuer Welt, die er schaffen wird und wie er flugs Edelsteine und -metalle für die wir hier auf der Erde Kriege führen als Baumaterial verwenden wird. Was sind wir doch so dumm! Tand laufen wir nach aber Gott „lassen wir einen guten Mann sein“. Wir spinnen, wir Menschen, könnte man Obelix in den Mund legen. Doch ich will nicht über meine Fehler klagen, möglicherweise bin ich ja doch ein ganz klein wenig, ein winziges Stückchen, lernfähig. Mag ja sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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Theologen und Önologen

Die Handwerker sind da. Das ist toll. Schnell sehen unsere Räume nach dem ersten Anstrich schon ganz anders aus. Nur der Teppichboden leistet intensiv Widerstand. Erst teilt er sich und dann setzt sich seine weiche Unterseite allen maschinellen Abschleifversuchen erfolgreich zur Wehr. Also bleibt nur der gute alte Spachtel. Arme Handwerker – und das meine ich voll ernst. Da haben sie eine gute Ausstattung mitgebracht und dann erweisen sich die Materialien als total widerborstig. Widerborstig bin auch ich heute Abend bei einer Anfrage zu einem Predigtdienst. Ich und predigen? Zu meiner letzten Predigt kamen 12 Personen – absoluter Negativrekord. Das war ja wohl eindeutig! Widerborstig bin ich aber auch beim heutigen Bibelabend. Statt des erwarteten Vortrags mit nachfolgender Erörterung erwartet mich ein Seminar über praktiziertes Bibellesen. Nein, ich bin nicht amused. In der Gruppe – ich liebe Gruppenarbeiten wenn eine gründlich Vorbereitung eines Einzelnen durch die Teilnehmer um Ecken und Kanten bereinigt, verfeinert und verziert wird – aber ich sperre mich vehement gegen Gruppen, die ahnungslos gemeinsam etwas erarbeiten sollen. Letzteres blüht mir heute. Wie soll ich zu einem Bibeltext Fragen zu Personen, zur Zeit, zum Ort beantworten, wenn mir zur Recherche jegliche Hilfsmittel fehlen? Okay, die Bibel ist ein faszinierendes Buch, das immer wieder neu persönliche Botschaften vermitteln kann. Keine Frage. Aber wenn ich mich um eine Auslegung eines Textes mühe, brauche ich Hintergrundinformationen, die leider nicht durch eine Vielzahl von Menschen sondern nur durch tiefgründiges Wissen erlangt werden können. Dann kommt noch dazu, dass mich unser – von mir übrigens sehr geschätzter – Pastor mit der Behauptung nervt, dass eine Bemerkung über Petrus nicht zum Text passe obwohl ich dort einen sehr engen Zusammenhang sehe. Besser ich wechsle von der Theologie zur Önologie. Die ist zwar genauso gefährlich, mundet aber besser. Santé.

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Helfer, Wirbelwind und Raubritter

Ein äußerst freundlicher Mensch hilft uns beim Transport der letzten Möbelstücke in den Keller und dem Hinausexpedieren unseres monströsen Zweiersofas durch einen schmalen Türrahmen. Die Zimmer sind jetzt leer. Die Handwerker können kommen. Halleluja!!! Ich stelle meine Fähigkeiten im Fensterrahmenputzen unter Beweis während das mir angetraute wirbelnde weibliche Wesen im Keller Sofas bewegt, Anrichten ausräumt und die wäschebehandelnden Maschinen betreut. Wow. Respekt. Im Internet verweigert ein Server mir den Gehorsam und ich verpetze ihn bei seinem Administrator. Außerdem gilt es unsere Reise zu beurteilen, Schriftverkehr abzuwickeln und das Konto im Blick zu behalten. Einem Inkassoraubritter, der im indirekten Auftrag der Telekom arbeitet, gilt es zufriedenzustellen und dafür kräftig zu bluten. So ein Schrott! Nie wieder Handyversicherung!

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Zweitausend und mehr

Nach drei Wochen sitzen wir wieder in der Stadtmission. Der Gottesdienst ist sehr ansprechend, es geht um Paulus und um Macken, die von ihm und die von uns. Es ist nicht nur unterhaltsam sondern auch inhaltsreich und seelsorgerlich. Ein schöner Einstieg nach der Reise. Danke. Nachmittags stürze ich mich auf die Bilder. Insgesamt zählt mein Mac satt über 2.000 Dateien. Da muss viel weichen und das wird schwer. Doch wem soll ich so viele Fotos zumuten? Könnte das unter das Folterverbot fallen? Ich würde es fast bejahen. Doch es wird schon werden – da bin ich ganz zuversichtlich. Wir besuchen meine Mum und sie ist sehr gut drauf. Das ist wirklich gut und freut mich. Morgen fahren Freunde in Urlaub. Es sei ihnen von Herzen gegönnt. Und morgen beginnt der Alltag. Soll er doch.

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