Endlose Weiten

On the road again – und es wird eine lange, elendiglich lange Straße. Von der Kalahari zur Wüste durch eine wüste Steppenlandschaft. Uwe erzählt uns von der deutschen Schutztruppe, von Aufständen, Raubzügen und allerlei Landwirtschaftlichem. So ist die lange Strecke zu ertragen. Mittendrin stoppen wir beim vielgerühmten Köcherbaumwald. Interessant, irgendwie oder so. Eine Steinlandschaft übereinander getürmter Felsbrocken und dazwischen eine mehr oder weniger größere Anzahl besagter Bäume. Nett anzusehen – aber ein Wald? Immerhin eine angenehme Fahrtunterbrechung. Mittagseinkauf in Keetmanshoop und Pfirsichsaft mit Chips zum Lunch. Bald darauf verlassen wir den asphaltierten Untergrund und wechseln auf eine staubige Buckelpiste. „Das ist noch eine der besseren Straßen auf unserer Tour,“ bemerkt unser Guide mit einem hintergründigen Lächeln. Das kann ja heiter werden. Einer alten Kalkmühle und zwei Gräbern eines Gefreiten und eines Leutnants – deren traurige Geschichte sich leider aus meinem Hirn entfernt hat, erweisen wir unsere Reverenz. Unsere Lodge liegt eingebettet in einem von riesigen Felswänden umgebenen Talkessel, mitten in einer Wüstenlandschaft. Vom eigenen Schweiß geplagt ersehnen wir eine Dusche – jedoch das kühlende Nass verweigert den aufgedrehten Hähnen den Gehorsam. Merde. Doch ein freundlIcher Arbeiter macht uns Mut. Tatsächlich läuft es bald wieder. Alles ist gut. Zum Dinner wird Schwein, Lamm und Gazelle serviert. Lecker.

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Kalahari

Zu sehr ziviler Zeit startet unsere Tour im Kleinbus. Noch sind wir auf asphaltierten Straßen unterwegs und lassen die karge Landschaft auf uns wirken. Uwe, eingefleischter Farmer glänzt mit landwirtschaftlichen Details und politischen Infos aus Sicht der hellhäutigen Bauern. Natürlich hat das Fleisch hier eine hervorragende Qualität, Rinder, Schweine, Ziegen, Schafe und diverse Antilopen kommen auf den Tisch. Selbst Ackerbau Weizen, Mais und mehr ist mit gutem Ertrag möglich. Am späten Mittag kommen wir in unserer sehr komfortablen Lodge in der Kalahari an. Abends erklimmen wir einen Landrover und durchqueren die roterdige Kalahari. Der hohe Eisengehalt färbt die Dünen mit einem kräftigen Rottöne ein. Mit einem Magneten trennt unser Guide den Sand von den eisenhaltigen Spänen. Wir bestaunen Springbockherden, Gnus, Straußenvögel mit ihrem Nachwuchs, Webervögelkolonien mit riesigen Nestbauten, Antilopen, Termitentürme, große Erdferkellöcher, die bis zu drei Meter in die Tiefe führen sollen und Wüstenfüchse. Die Flora von Stinkbäumen über dornige Büsche bis lieblich blühende Gewächse wird uns detailreich erläutert. Schließlich stoppen wir zu einem Sundowner auf einer roten Sanddüne und schauen mit einem Glas in der Hand der Sonne beim Untergehen zu. Ich probiere Bilton von der Oryxgazelle und bin begeistert. Lecker! Welch ein Tag. Die Menschen begegnen uns total freundlich. Geht doch.

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Sturmnacht und Blütenpracht

Wir lernen nach einer  heftigen Regennacht – es schüttet förmlich – unseren Driverguide Uwe und den Rest der Mannschaft kennen. Das sieht sehr gut aus, äußerst nette Leute! Wetterbedingt vertagen wir die Stadtrundfahrt Windhuk – viel versäumen wir offensichtlich nicht, wie wir bei einem Trip auf eigene Faust feststellen können. Der erste Eindruck verleitet zur schnellen Weiterreise. Also retirieren wir ins Hotel, lassen uns einen leichten Lunch munden und schließen eine ausgiebige Mittagsruhe an (so lange das eben noch möglich ist). Nachmittags studieren wir die Blüten und Samenschoten der Jakaranda (wie immer man sie schreiben mag). Ein Baum, der zwei Wochen lang in einer lila Pracht erstrahlt. Die Menschen im Hotel sind heute ein wenig freundlicher. Das lässt hoffen.

 

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Affen und Antilopen

Nach einer schlafmäßig arg durchwachsenen Nacht landen wir in Windhuk und werden gleich ins Hotel verbracht. Auf dem Weg sichtet meine mit Adleraugen ausgestattete Reisegefährtin gleich eine Horde Affen und zwei Antilopen. Uns begrüßen ein bedeckter Himmel und mäßige Temperaturen. Das ist angenehm. Ansonsten widme ich mich der Wiederherstellung meiner Konstitution. Unser erster Eindruck ist die Unfreundlichkeit vieler Menschen. Wir hoffen sehr, dass dieser Eindruck trügt. Warten wir es ab.

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Komfortflug

So ein Flug in einer gehobenen Klasse hat schon was. Allein die Lounge vor dem Abflug ist ein Sahnestück. Ein harter Sessel am Gate, falls man einen ergattert, im Vergleich zu wohlgefällig gepolsterten Sesseln in der Lounge in Kombination mit einer ansprechenden Versorgung lässt die Unterschiede deutlich werden. Dann boardet man gleich zu Beginn, nimmt im komfortablen Flugzeuggestühl Platz und lässt sich verwöhnen. So reist man angenehm. Normalerweise ist das sehr teuer aber es gibt hier, wie überall, durchaus Schnäppchen zu ergattern. Und so eins haben wir. So reist es sich äußerst angenehm und die 14 Stunden in der Luft gestaltet das recht erträglich. Gut so.

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Reiselust

 Die Bahn ist rappelvoll, selbst in der ersten Klasse sind nahezu keine Plätze frei. Ich staune. Frankfurt lässt sich von de Sonne bescheinen und wir bummeln durch die Innenstadt, suchen dort unser Lieblingslokal auf und lassen genussvoll köstlichen Apfelwein unsere Kehle benetzen. Unser Hotel erweist sich als Glücksgriff – es sagt mir in hohem Maße zu. Eingecheckt sind wir bereits und so harren wir des Tages, der da kommt. Zwei lange Flüge warten auf uns. Afrika wir kommen!

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Koffer und Kontrolle

Jetzt endlich wird es absolut ernst. Zwei Koffer, zwei Rucksäcke und viel zu viel Sachen. Es wird gedrückt, gequetscht und der Reißverschluss traktiert und endlich, endlich sind die Koffer zu. Nach einer durchaus angemessenen Wartezeit melden sich die Dinge, die noch unbedingt mit müssen. So ist es halt. Abends kommt der Sicherheitsdienst, dem die Alarmkontrolle unseres Hauses obliegen wird. Für so wenig zu holen treiben wir einen ganz schönen Aufwand. Die Zeiten sind leider so. Schade.

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Heiße Vorbereitungsphase

Es geht los mit allen Vorbereitungen für unsere Expedition. Aus den Tiefen unseres, zum Möbellager umfunktionierten, Wohnraumes krame ich die mitzunehmende Technik hervor, prüfe und lade Akkus, bringe die Hausüberwachung auf den neuesten Stand. Pünktlich vor der Abreise treffen noch zwei Abschreckungssirenen ein und ein Vertrag mit einer Sicherheitsfirma kündigt sich an. Ich montiere die Lärmentwickler und bringe sie sogar durch einen kleinen Montagepatzer zum ersten Heulen – doch dann steht und hängt alles und ist einsatzbereit. Dennoch ist mir völlig klar: Wenn nicht der HERR das Haus bewacht, wachen alle Wächter umsonst. Isso, zweifelsohne. Inzwischen sind die Fotos auf den Chips gesichert und die Chips geleert, empfangsbereit für eine Vielzahl auf uns wartender Motive. In unserem Hauskreis am Abend erhalte ich noch schmerzbefreiende Rückenwärmer, die meinen Nerven rund um die Bandscheibe tröstenden Zuspruch geben, sie in wohlige Wärme hüllen sollen, um sie für die künftigen Herausforderungen friedlich zu stimmen. So hoffe ich.

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