Weiße Ostern?

Es schneit. Dicke, fette Flocken schweben hernieder und nisten sich auf unserer Terrasse ein. Die Chancen auf weiße Ostern nehmen dramatisch zu. Auf dem Gehsteig tauen sie zum Glück auf, doch für die Nacht sind weitere Schneefälle angekündigt. Meine DWD-App aber macht mir Mut: wir liegen jenseits der Schneegrenze. Das gibt Hoffnung. Meine Moderationsvorbereitung stimmt mich schon auf das Fest ein und langsam lugt Ostern am Horizont hervor. Ich sehne mich nach meinem virtuellen Eisenbahnspiel dessen neueste Version die grafischen Fähigkeiten meines neun Jahre alten Macs deutlich überfordern. Beim heutigen Update verwandelt er sich in einen kleinen Heizofen und bringt seine Rückwand fast zum Glühen. Das kommt mir irgendwie suspekt vor, ich werde wohl oder übel über eine Neubeschaffung nachdenken müssen. Das gibt heiße Etatverhandlungen, vor allem da es sich ja nur um ein „Nice-To-Have-Gerät“ handelt. Das wird spannend.

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Karfreitag

Ich bin auf dem Weg nach Ohof zu unserer Verbandskarfreitagsgottesdienstfeier. Kurz vor dem Ziel überholt mich und zwei andere ein verrückter Raser auf einer sehr kurzen Strecke, um dann vor uns her den nahegelegenen Parkplatz unserer „Verbandshütte“ anzusteuern. Und was sollte das nun? Was hat es gebracht? Nun ja, immerhin hat es mir vor Augen geführt, dass ich – so lange ist es noch nicht her – in Gegenrichtung auf eben dieser Straße ebenfalls in ähnlicher Weise an zwei Schleichern vorbeigeprescht bin. Verrückter Raser? Ähem, alles ist relativ. Im Gottesdienst wird mir auf einmal bewusst, wie lange mein Herr, Jesus, am Kreuz gehangen hat. Im Kopf war das bislang ein kinomäßiger Ablauf. Aber schon die Dunkelheit dauerte drei Stunden! Drei Stunden schlimmster Leidenszeit, nur um uns Menschen zu retten – wie groß, schwer und umfassend muss da unsere Verschuldung sein! Der Satz „für meine Sünde muss kein Mensch sterben“, zeugt entweder von mangelnder Selbsterkenntnis gepaart mit ausgeprägtem Hochmut oder von extremer Unwissenheit. Meist wohl Letzteres. Schade. – Der abendliche Wetterbericht verheißt uns einen schneereichen Ostersamstag. Das hat mir gerade noch gefehlt! In meinen Gedanken verbinde ich dieses Fest mit strahlendem Sonnenschein, frühlingshaften Temperaturen und einer zarten Sandalenversuchung. Und was erwartet mich: Schneefall, Eiswind und eine Winterstiefelempfehlung. Erstens kommt es anders …

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Erfahrungen

Beerdigungsbräuche verfolgen mich schon seit Beginn meiner Pensionistenzeit. Heute ist wieder so ein Tag. Wir fahren zu einer Kirche. Dort findet die Trauerfeier ohne Sarg aber mit Porträt und solider Auferstehungsgewissheit statt. Sehr ergreifend. Dann begeben wir uns zu unseren fahrbaren Untersätzen und sausen zum Friedhof, spazieren vor die Kapelle und warten am Eingang auf den Sarg. Einer der Beteiligten gibt erst einmal seinem Räucherstäbchen die Ehre und versenkt den Filter routiniert in der Muffe des Regenfallrohrs. Eine kleine Weile später treffen die sechs Sargträger mit dem Sarg ein, es folgt eine kurze Überlegungszeit und wir begeben uns gemeinsam zum Grab. Das Grabfeld ist eine Wiese mit einem Obstbaum vor jedem Grab. Ich bin sehr angetan. Im Anschluss tauschen wir uns in einem kleinen Kreis bei superguter Hochzeitssuppe und diversen Sättigungsköstlichkeiten aus. Zu Hause wartet eine „böse“ Überraschung auf mich – die Einladung zum Klassentreffen 50 Jahre nach Schulende. Da muss ich wohl hin und so tun als ob ich meine inzwischen etwas grauer gewordenen und mit charaktervolleren Gesichtszügen ausgestatteten Mitstreiter allesamt erkennen würde. So bleibt mir wohl oder übel allein ein überzeugendes „ach du bist es“ obwohl eher drei Fragezeichen angebracht wären. Ich übe schon mal.

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Erlebnisübergabe

Heute frische ich ein Autostadterlebnis wieder auf. Nach kurzer Suche finden wir den neuen Eingang und benutzen die unendlich lange Rolltreppe. Das ist ja noch nett. Es folgt die erste kleine Schlange vor der Registrierung, doch das geht fix. Dann lande ich im Wartezimmer. Es ist übervoll. Beim Händler würden wir jetzt gemütlich einen Kaffe trinken und die ersten Infos übers Auto bekommen. Wir dagegen sitzen herum. Irgendwann ruft uns eine sehr nette Dame auf. Wir folgen ihr. Beim Händler würden wir jetzt das Auto begutachten. Wir erhalten diverse Gutscheine für die Autostadt und einen Termin für die Übergabe. Beim Händler gäbe es beides nicht – andererseits würde er zu diesem Zeitpunkt (oder ein wenig später) das neue Auto aus der Halle fahren. Wir dürfen uns jetzt die Autostadt anschauen, haben Zeit für eine VW-Currywurst im Restaurant zu Apothekerpreisen – aber wir zehren ja vom Guthaben. Bei Händlerübergabe wären wir längst wieder zu Hause. Hier aber lassen wir uns einen Pager aushändigen. Und warten. Und warten. Und warten. Irgendwann brummt das Pagerlein und wir werden an die Hand genommen und zum Ziel des Besuchs geführt. Puh. Resümee: Künftig die Marke VW meiden – besser Audi oder Skoda. Die haben hier keine Wartezimmer. Sehr schön.

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Sichtweisen

Es gibt Menschen, die müssen ein Aktivitäts-Gen zuviel abbekommen haben. Sie wirbeln herum wie Irrwische, mähen kurz nach dem letzten Schnee das erste Mal im Jahr ihren Rasen, säubern die Gosse, die der Bauer zu reinigen hätte (leider säubern sie nicht meine 😢👎) und sind durch nichts und niemand in ihrem Haus zu halten. Mein Nachbar ist so ein Wirbelwind. Ich schaue ihm staunend bei seinen Aktivitäten zu und wundere mich, dass sein Funke nicht auf mich überspringt. Granit brennt eben nicht. Schade eigentlich. Ich löse derweil ein Computerproblem – leider nicht mein Netzwerkmenetekel – und verwundere mich des nachts über die klare Sicht meiner Kameras in knalldunklen Räumen. Faszinierend.

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Jahreszeitenmanifest

Das immer Gleiche, die sich jedes Jahr wiederholenden Emotionen aus dem tiefsten Innern brechen sich Bahn in Hochstimmung oder depressiven Schüben: Wann wird es endlich Frühling? Wann hat dieser elende Kümmerholzwaldanblick ein Ende und Grünes zeigt sich an den Ästen und Zweigen, sproßt aus dem fahlen Boden heraus und verwandelt diesen trockenen Gehölzhaufen in eine satte Lebensoase? Die Ungeduld wächst mit jedem Tag, angefacht durch jeden Sonnenstrahl, niedergeworfen durch Tiefsttemperaturen und eiskalte Regengüsse, geprägt vom Schock des letzten Schneefalls. Die Vorboten machen seit Ende Januar durch Augenjucken und Niesanfälle auf sich aufmerksam – mein Heuschnupfen setzt immer äußerst frühzeitig Zeichen. Aber jetzt, Ende März, Anfang April, kann es endlich losgehen. Auf ihr Blätter sprießt, auf ihr Unkräuter schießt und auf ihr Temperaturen steigt empor! Ich will Frühling! Jetzt!

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Glückwunsch

Mein 24.000-ter Geburtstag! Glückwunsch Rolf. Danke Gott!

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Blöd, blind und bescheuert

In seinem hohepriesterlichen Gebet tritt Jesus für die Einheit der Christen, seiner Gemeinde, seiner Kirche ein. Keine andere Bitte ist so intensiv nachdrücklich formuliert. Und gerade sie treten wir mit Füßen. Gleich zu Beginn gab es Juden- und Heidenchristen, gab es Gruppierungen um bestimmte Apostel, etwas später die West- und die Ostkirche, Katholiken und Orthodoxe, die aber auch untereinander in vielen Dingen zerstritten waren. Dazu spalteten sich die Evangelen, unzählige Freikirchen, Gemeinschaften, Gruppen und Grüppchen ab und jeder hatte den Willen Gottes auf seiner Seite. Nur Jesu Willen nach Einheit, nach Liebe untereinander übersahen wir alle geflissentlich. Selbst in der Einzelgemeinde ist es mit Liebe und Einheit nicht selten schlecht bestellt. Selbst in der kleinsten Einheit, der Ehe, klappt das häufig nicht oder nur mangelhaft. Dabei liegt im Hören und Tun von der Bitte unseres Herrn unendlich viel Segen für uns verborgen. Erstreiten kann man bestenfalls ein paar Euros und dabei lässt man die übervolle Schatzkammer Gottes sausen. Warum sind wir Menschen nur so blöd, blind und bescheuert? Zugegeben, diese Erkenntnis ist schon ein hartes Brot. Doch ihre Umsetzung ist wider unsere Natur. Außerdem läuft das Ganze auch nur rund wenn alle Beteiligten mitmachen. Akzente kann man allein setzen. Wirklicher Friede geht nur gemeinsam. Gott ist im Boot wenn wir wollen. Aber wollen wir? Will ich? Wirklich?

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