Knödeleien

Meine erste Knödelparty. Knödelparty – welch ein verheißungsvoller Begriff wenn man Knödel mag – und ich mag sie! Gewünscht habe ich mir Semmelknödel. Wir treffen ein und die Zutaten stehen bereit. Knödelparty keine Ahnung, dass die Zubereitung dazu gehört. Das Mitmachen ist das Besondere, sagt man. Glücklicherweise bin ich im Stande der Ehe verortet und so kann ich bescheiden, wie es so meine Art ist, in den Hintergrund treten und jemand kompetenteren kneten lassen. Das Ergebnis sieht, wie erwartet, recht matschig aus und muss 20 Minuten ziehen. Die Zeit nehmen wir uns. Außerdem gibt es kurzweilige Gespräche zu bestreiten und aussagereiche Südafrikafotos zu bestaunen. Nach der Teigreife formt meine einsatzfreudigere Ehestandshälfte Klopse aus der Masse, die in der Pfanne gebraten werden. Sie bilden, in Brühe serviert, unseren ersten Gang. Lecker! Danach hat meine Drückebergerei ein Ende und ich muss mit bloßen, frischgewaschenen Händen (mein Korrekturprogramm wollte hieraus froschgewaschene machen, was immer das sein soll) Bällchen formen. O, was bin ich für ein Etepetete-Typ! Das Hineintauchen meiner Fingerchen in eine glitschige, klebrige, feuchte Masse fordert starke Überwindung und lässt sofort die „Rote Karte“ in meinen Kochqualifizierungsprozess emporschnellen. Essen sieht toll aus, schmeichelt (meistens) formidabel meinem Gaumen – aber weshalb muss ich mir den Appetit durch im Rohzustand oftmals eher unansehnliche Produktzustände verderben lassen? Und was ist daran schön? Das mag genießen wer will. Ich verstehe diese Haltung, lasse sie gern stehen, muss sie mir aber nicht zu eigen machen. Wie dem auch sei – die selbstproduzierten Knödel schmecken tatsächlich besser als die aus der Tüte. Keine Frage! Dennoch sind die Tütenknödel erheblich besser als keine Semmelknödel. Das muss auch mal gesagt werden! Jawoll.

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Fenstergeld

Wenn ein paar Bestellungen schief laufen, statt erwarteter Qualität chinesischer Schund kommt, den ich zu allem Übel noch zu spät erkenne und sich so eine denkbare Rücksendung in eine Fata Morgana verwandelt, dann ist „happy“ keine zutreffende Beschreibung meines Gemütszustands. Gutes Geld für schlechtes Material ist ein ärgerlicher Tausch. Bei der anderen Sache fehlt auch noch ein extra zu bestellendes Zusatzteil. Das chinesische Lichternetz besteht aus zwei zu verbindenden Einzelnetzen und hat statt Niedervolt einen 220-Volt-Anschluss. Mit der Folge, dass ich das Kabel nicht ins Haus führen kann, sondern den Timer nach draußen schicken muss. Zu allem Übel existiert pro Netz noch ein Teil, welches die Lampen in unterschiedlichste Ekstase versetzen kann – sie blinken, machen eine Welle nach, spielen Laufschrift und noch ein paar Dönekes mehr – kurz, es ist grässlich. Dauerleuchten ist einstellbar, logisch, doch bei jedem Timerneustart entscheiden die Zusatzteile – unabhängig voneinander – immer wieder neu mit welchem Effekt sie uns nerven wollen. Also raus in die Kälte und beide einzeln bändigen. Ich gebe zwar gar nicht so völlig ungern Geld aus doch hier schmerzt mich jeder Cent. Ich fühle mich alt.

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Down again

Die doofe Grippe schlägt heimtückisch erneut zu. Dem Hauskreis kann ich somit nur von Ferne zuwinken. Dafür sind heute fast alle da, wie mir meine inzwischen wieder genesene Ex-Mitkranke berichtet. Das offensichtlich nicht als Ersatz taugende geistliche Buch hatte ich auch interessanter in Erinnerung. Sogar der als Ablenkung gedachte Krimi in Buchform war auch schon mal besser. Halt ein Frusttag.

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Ein-, Aus- und Versorgungsfälle

Ich liebäugle mit einer Reise nach Namibia. Das ist kein Geheimnis. Wie ich hinkomme weiß ich. Wie zurück auch. Aber dazwischen? Völlig eigenständige Kurverei in einem gemieteten Gefährt gefällt mir nicht und so entfällt Plan A. Sich per Gruppe zu allem Sehenswerten kutschieren zu lassen lässt mich einerseits ohne großen Planungsaufwand auf das Ereignis zugehen – andererseits steht mein arg verkümmerter Herdentrieb dagegen. Also selber fahren zu vorgebuchten Lodges und sich darauf ausreichend vorbereiten? Ja, schon, wäre denkbar … Gibt es noch was dazwischen? Kommt Zeit, kommt Reise. Oder auch nicht. Wer weiß? Was mir dagegen sofort ins Hirn dringt ist das kleine, leicht überhörbare, Klickgeräusch beim Aufhängen eines Lichternetzes. Und dann sind da die zwei Fäden, die sich als zerrissene Minikabel entpuppen. Ein Test per Trafo beweist den Ausfall von 90% dieser Leuchtanlage. Merde! Auch das noch! Na, dann bleibt mir nur noch für die Flatterfrauen und -männer ihr Winterfutter zu kredenzen. So haben sie bis März einen Anlaufpunkt zum Spachteln. Guten Appetit.

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Zufriedenheit

Fünf Minuten Frischluft am Vortag haben eine halbwache Nacht und drei Stunden Bettruhe zur Folge. Komische Kombination. Immerhin funktioniert meine Alarmanlage wieder – ein Neustart dauert acht bis zehn Stunden, weil der Akku sich erst entladen muss. Ich habe da wohl ein äußerst ausgereiftes System erworben. Das merkt man aber immer erst hinterher. Egal, den Zweck, den ich ihr zugedacht habe, erfüllt die Anlage wohl und so will ich nicht weiter über sie lästern. Immerhin kann ich ein paar Internetseiten aktualisieren, mich wundervollen Reiseträumen hingeben oder mich über alle nichterledigten Arbeiten grämen. Letzteres verschiebe ich besser auf schlechtere Zeiten. Ich bin gern Pensionist. Sehr gern.

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Satire, Syndrom und Elefant

Die Berliner Politsatire geht weiter. Immer wieder lassen sich die Akteure Kapriolen einfallen, ein Salto vorwärts, dann rückwärts, Ausfallschritt und zwischendurch ein Tai Otoshi. Stark. Kaum betritt die SPD tief gebeugt wieder die Bühne, dreht, windet und ziert sich á la bonne heure, einladend lächelnd begrüßt von der CDU, da versetzt dieselbe ihr gleichzeitig einen kräftigen Glyphosat-Kick ins Knie. Das wird noch heiter. Die spinnen, die Politiker. Hoffentlich ist es nur das. Ich schnüffle knapp zehn Minuten frische Luft und prompt stellen sich Halsschmerzen ein. Inzwischen beginne ich das Seniorensyndrom zu begreifen, das Gespräche immer um zwei Themen kreisen lässt: Gesundheit und Krankheit (und umgekehrt). Man wird die Macken nicht los. Immerhin versuche ich verkrampft mir adventliche Stimmung – was immer das sein mag, früher zu Berufszeiten nannte ich es einfach Stress, abzuringen. Sechsmal werde ich noch wach, heißa dann ist Adventstag oder so ähnlich. Früher war die Adventszeit eine Fastenzeit heute steht sie eher für das Gegenteil. Zur Not muss ich mich mit Glühwein, Bratwurst und Lebkuchen dopen – aber was haben die mit Advent zu tun? Ich könnte die altbekannten Lieder hören, doch inzwischen besteht die Gefahr vermittels jahrzehntelanger Konditionierung statt in Stimmung in Kaufrausch zu verfallen. Ich werde wohl doch die Krippe anfangen aufzubauen. Die begrenzt sich auf das Wesentliche. Diesmal stelle ich noch meinen selbstgebastelten Elefanten aus Schülerzeiten, neulich aufgefunden im Elternhaus, dazu: Erstens eine Reminiszenz an unseren Urlaub, zweitens eine Warnung vor Kleinkariertheit angesichts der weltweiten Dimension der Christenheit und drittens ein liebevolles Exempel von Schönheit in Unvollkommenheit. Okay Advent, kannst kommen!

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Vertagt nicht verjagt

Ach was bin ich doch für ein empfindliches Kerlchen! Nach einem sehr ansprechenden Gottesdienst über „Schalom“, den nahezu alles Gute weit umfassenden Friedensbegriff der Bibel, stellen wir uns zum traditionellen Verteilen eines geistlichen Wortes zum Ewigkeitssonntag am Waldfriedhof auf. Nach einer halben Stunde fange ich an trotz echt warmer Kleidung inner- und äußerlich zu frieren, mein Hals kratzt minütlich intensiver und ich flüchte ins beheizbare Auto. Puh! Dieser miese Infekt grippaler Art lauert seit Tagen auf eine günstige Gelegenheit mich mit seinen Klauen zu packen. Mit dem gerade noch rechtzeitigen Rückzug, einer kampferprobten Brausetablette, dem wärmespendenden Kachelofen und einem funkelnden Glase vergorenen Traubensaftes konnte die Aggression (vorübergehend) erfolgreich abgewehrt werden. Bis bald Infi!

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Abschied, Neuanfang und Rückblick (wehmütig)

Es gilt Abschied zu nehmen von meinem alten iPhone. Der treue Begleiter verlässt mich heute, nachdem ich ihn schon vor einiger Zeit zum Schweigen verdammt habe. Und dann geht er auch noch weit unter regulärem Handelspreis vom Tisch. Schade? Nö, gar nicht. Es landet bei guten Bekannten, die es nutzen werden. Möge es ihnen das bringen, was sie sich davon versprechen und vielleicht ein wenig mehr. Das wäre schön. – Mozilla knallt einen völlig neuen Browser auf den Markt und deklamiert voller Stolz seine umwerfenden tollen Eigenschaften. Das mag ja alles sein doch für mich ist erst einmal entscheidend, dass dieses miese Teil den ftp-Client heimtückisch meuchelt, der mir jahrelang hervorragende Dienste geleistet hat. Und schon wieder ist die Situation da: ich will „nur mal schnell“ eine paar Dateien hochladen und muss ein neues Programm suchen, es einrichten (Welche Adresse hat der Server? Welches bescheuerte Passwort gewährt mir Zugang? Ich hasse Buchstaben-Zahlen-Sonderzeichen-Kombinationen! Welchen Port muss ich nutzen?) und habe Recherchen ohne Ende zu absolvieren. Endlich gelingt es mir – aber: der Feuerfuchs kann mich mal am Abend besuchen. Und tschüss …

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