Rachegedanken

Die letzten Vorweihnachtsgrüße treffen ein. So sie virtuell auflaufen kann ich zeitnah eine Antwort generieren. Werden sie allerdings von der fleißigen Post überbracht, reicht die Reaktionszeit nicht mehr aus. Tröstlich ist, dass ich eine hochbegeisterte Kartenschreiberin im Haushalt wohnen habe und es äußerst unwahrscheinlich ist, dass uns ein Nichtbedachter kartenmäßig grüßt. Unser menschliches, sittlich-kulturelles Gepräge hindert uns zumeist einfach „Danke“ zu denken und uns zu freuen, wenn unerwartete Botschaften eintreffen. Neben „o toll, dass er/sie/es uns grüßt“ nervt zeitgleich die Frage „… und haben wir ebenfalls Wünsche/Päckchen/E-Mails/WhatsApps … auf den Weg gebracht?“ Statt zu jubeln wollen wir uns „rächen“ – keine stille Dankbarkeit ohne das Nachsinnen über eine adäquate Reaktion. Schade. Und wenn auf unsere Grüße weder ein „Merci vielmals“ noch ein Gegengruß zu verzeichnen ist, schmollen wir gerne. Doppelt schade. Also ich nehme mir vor jeden Gruß freudig zu lesen, den Grüßenden mehrere Gedanken zukommen zu lassen und Geschenke mit einem simplen „das freut mich aber sehr“ (oder so ähnlich) entgegenzunehmen und allen Rachegedanken abzuschwören. Beschenkt mich ruhig. Gern auch reichlich – es sollte nur von Herzen kommen. Das wäre supernett.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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