Versteckte Menüs

Der Vormittag ist kurz, denn wir wollen meine Mum abholen um eine Spargelmahlzeit in Ehmen einzunehmen. So lasse ich die Tigerlilly vorkühlen – ein Vorteil der Stromer – um so in ein angenehm klimatisiertes Gefährt einzusteigen. Wir gleiten fast lautlos (Elektrofahrer übertreiben diesbezüglich immer) zum Seniorenheim. Der Rollstuhl lässt sich passabel unterbringen, wir kommen gut durch und sind überpünktlich am Ziel. Die Gespräche gestalten sich wohltuend, das Essen ebenso und gut zwei Stunden später brechen wir heimwärts wieder auf. Unserem Navi gelingt es ein Zwischenziel einzuarbeiten und ich sehe interessiert dem ID-Licht und den Wegweisern zu, welche wirken als ob sie auf die Straße eingeblendet würden. Ein kurzer Halt am Friedhof – Blumen schreien nach Wasser – genügt, um endlich das Menü der Zentralverriegelung aufzuspüren. Tatsächlich hat die blöde Autostadt es so eingestellt, dass immer nur eine Tür geöffnet wird, die drei anderen bleiben zu. Das lässt sich ruckzuck korrigieren sobald man aufs Menü zugreifen kann. Der ID-Software fehlt halt die Eleganz von Apple. Schade. Zu Hause tut das ID-Schließsystem endlich das, was es soll. Geht doch. Wir gehen auf der unteren Terrasse gemütlich in den Abend hinein wobei wir den Beregnungsdüsen bei ihrer Arbeit zuschauen. Sehr beruhigend. Meine Beisitzerin findet ‚Tigerlilly‘ übrigens unpassend und würde unseren froschgebackenen Weggefährten lieber ‚Tiger‘, englisch ausgesprochen, nennen. Ich befürchte, sie setzt sich durch. Fast hätte ich es vergessen, zwischendurch siegt ja Deutschland gegen Portugal – per Nationalmannschaft natürlich. Die schwerreichen Jungs können mich also doch noch überraschen – aber ich schaue ihnen trotzdem nicht bei der Arbeit zu. Es wird nicht früh.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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