Nachschulpsychosen

Es kommt so, wie ich es befürchte. Mein Klassentreffen ist einerseits klasse (welch ein profanes Wortspiel) und andererseits Frust fördernd – wenn auch (wie ich ernsthaft befürchte) nur bei mir. Ich komme also an und stehe recht dumm herum. Schon damals vor 50 bis 55 Jahren war ich überwiegend im Außenbereich verortet (gefühlt oder echt – keine Ahnung, zu lang ist’s her). Kaum überwinde ich meine Distanzängste werde ich herzlichst begrüßt. Nett. Eigentlich treffe ich auf äußerst freundliche Menschen. Uneigentlich auch. Doch schulisch-psychologische Defizite in hoher Einprägung sind unüberwindbar. Punktum. Das ist meine erste Erkenntnis. Und meine zweite ist die Endlichkeit aller Dinge. Dies war, ist und wird sein mein definitiv allerletztes Klassentreffen. Beschlossen und verkündet. Alle meine Mitschüler treffe ich künftig, wenn überhaupt, nur noch zufällig oder wenn sie es persönlich drauf anlegen sollten. Adieu, liebe Kumpelinen und Kumpels macht’s gut – es liegt nicht an euch. Eine weitere viel wichtigere Erkenntnis des Tages ist die traute Atmosphäre eines Biergartens in Kombination mit vorbeischlendernden Mitmenschen. Da finde ich zur beschaulichen Ruhe meines Alters zurück. Die alten Herren am Nebentisch, die bei einer Gerstenkaltschale alle Nöte ihrer Welt lösen, erinnern mich an die Kafenions in Griechenland mit denselben Herren im gleichen Alter nur mit anderer Nationalität. Die Kultur differiert, die Menschen bleiben. Wohltuend.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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