Die Illusion einfacher Lösungen

Im Gottesdienst werden wir ermahnt zu mehr Mitleiden mit den Flüchtlingen, überhaupt allen leidenden Mitmenschen bis hin zur These, dass man ohne dieses heftige Unwohlsein über die Schrecknisse, die wir Menschen einander antun keinen Glauben hätte. Nun weiß ich nicht genau ob ich die Aussage richtig verstanden habe, vielleicht war ich auch abgelenkt und habe nicht richtig zugehört und doch wird mir unwohl, wenn man als Mensch Messstäbe für den Glauben definiert. Dass die Verhältnisse hier auf Erden, global betrachtet, echt zum Kotzen sind, sollte unbestritten sein. Es ist eine Schande und zum Weinen, was wir Menschen einander antun. Viel komplizierter sind dagegen die Lösungen dieser Probleme. Uns werden durch die Medien, oft genug durch die Kirche, simple Wahrheiten vermittelt, die zu einfachen Schlussfolgerungen führen. Der Rattenschwanz an Konsequenzen – egal welcher Entscheidung – wird tunlichst verschwiegen oder erst geleugnet und sobald sie offenbar werden mit großem Erstaunen zur Kenntnis genommen. Kurz und schlecht: es gibt in den allermeisten Fällen keine schlichten Lösungen. Die guten Absichten mit dem Rettungsschiff der EKD auf dem Mittelmeer würden mich sehr viel mehr überzeugen, wenn die EKD zugleich sämtliche soziale Folgekosten der Geretteten aus Kirchensteuermitteln per Bürgschaft übernehmen würde. Das wäre für mich ein echtes Zeichen der Solidarität: Wir schränken uns ein, weil Hilfe uns so wichtig ist, mündend in die Aufforderung: Nun Mitbürger tut desgleichen! Das wäre ein Zeichen, das ich gut fände.

Über die-laubes

Mehrere Jahrzehnte bei der Stadtverwaltung, Organisation, Presse, Medien und Internet und schließlich noch einige Zeit bei einer privatwirtschaftlich organisierten Marketinggesellschaft. Ich bin sehr gern Christ, liebe Jesus und bin leidenschaftlicher Privatier. Reisen mag ich, Gartenarbeit nicht oder anders ausgedrückt: "Wenn ich die Gartenarbeit am iPad erledigen könnte, hätte ich den schönsten Garten im Dorf."
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